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im „Alten Reich“ noch sehr
realistisch,
werden aber später meist steif und schema-
tisch.
Das Klima Ägyptens ist durch Nieder-
schlagsarmut, milde Winter und trocken-
heiße Sommer gekennzeichnet. 95% des
Landes sind unfruchtbar; Kulturland sind
nur die 3 bis 20km breite Flußoase des
beim Viktoriasee (Ostafrika) entspringen-
den, 6500km langen Nils und die kleinen
Oasen westlich davon. Vor allem der große
Staudamm Sadd el-Ah bei Assuän regelt
die Bewässerung. Es sind aber auch noch
Pumpwerke oder alte Schöpfräder in Be-
trieb.
Wirtschaftsgrundlage ist der Ackerbau,
sein wichtigstes Erzeugnis die Baumwolle
(70% der Ausfuhr); daneben werden Wei-
zen und Zuckerrohr, im Nildelta auch Reis
angebaut. Arbeitstier ist der Büffel, Last-
und Reittier der Esel, in Wüstengegenden
auch noch das Kamel. An Bodenschätzen
gibt es Eisen, Phosphate und Erdöl. Die
Industrie ist im Ausbau.
Reisewege: Fluglinien Ober Frankfurt am
Main — Wien — Rom — Athen nach Kairo
(ca. 6 Std.). Mit dem Sch(fjvon Genua oder
Venedig über Piräus nach Alexandrien
oder Port Said (rund 3 Tage).
Staatsform: Die Arabische Republik
Agypten (Al-Gumhur(jja al-Arab,J/a al-
Misri/ja) ist eine präsidiale Republik. Ihre
Gesetzgebung obliegt einer auf fünf Jahre
gewählten Volksversammlung.
Bevölkerung: Die Einwohner, die fast zu
95% in der Niloase leben, sind in den
Städten meist arabischer oder türkischer
Herkunft, während die Landbevölkerung
(Fellachen) noch stark den alten Agyptern
ähneln; die rassisch reinsten Abkömmlin-
ge Altägyptens sind die in Oberägypten
heimischen Kopten. Minderheiten bilden
Sudanesen, Levantiner und eine kleine
Gruppe Europäer (Griechen, Italiener).
Rund 93% der Bevölkerung bekennen |
sich zum Islam (sunnitischer
Richtung);
unter dem Rest stellen die christlichen
Kopten, Angehörige einer monophysiti-
sehen Kirche, mit 6,8% die größte Grup-
pe. Die Landessprache ist das (West-)
Arabische. Englisch wird in den Hotels,
Restaurants und großen Geschäften ver-
standen, Französisch nur seifen.
Verkehrseinrichtungen: Fast alle wichti-
gen Routen in Agypten kann man mit der
ägyptischen Staatsbahn befahren, die
auch kombinierte „Schlafwagen-Hotel-
Karten“ bietet; die erste Klasse hat Kli-
maanlage. Die nationale Fluggesellschaft
„Egypt Air“ verbindet Kairo mit Alexan-
drien, Marsa Matrüh, Port Said, Luxor
und Assuän. Linienauobusse befahren
Unterägypten. Eine Fahrt mit dem Nil-
dampfer (Assiüt-Assuän) empfiehlt sich.
Mietwagen und Taxis.
Speisen und Getränke: Typisch ägyp-
tisch sind Bamia, ein Gemüsegericht aus
Okraschoten mit Tomatensoße; Fata,
Hammelfleisch auf Fladenbrot mit Jo-
ghurt; Hamäm, gegrilltes oder mit grü-
nem Weizen gefülltes Täubchen; Kebäb,
am Spieß gegrilltes Hammelfleisch auf
Petersilie; Kufta, gegrillte Fladen aus
Hammelhackfleisch auf Petersilie. Die
wichtigsten Nachspeisen sind Baklawa,
ein Blätterteigstrudel mit Nüssen, Man-
deIn und Sirup oder Honig und Konäfa,
mit Zucker, Honig oder Sirup und Nüssen
überbackene Fadennudeln. — Neben den
Nationalgetränken Tee (schai) und Kaffee
(kahwa) gibt es Bier und einheimischen
Wein. Wasser und Milch sollen nur abge-
kocht getrunken werden.
Der gute Ton: Vergessen Sie nicht, vor
dem Betreten einer Moschee die Schuhe
auszuziehen. Fotografieren während der |
Gebete zeugt von wenig Ehrfurcht;
foto-
grafiert man Bettler etc., sollte man ein
Bakschisch geben.
Feiertage: Der Freitag ist offizieller Feier-
tag. Neben den staatlichen Festtagen 22.
Februar, 25. April, 1. Mai, 18. Juni, 23. Juli,
6. Oktober, 24. Oktober, 23.
Dezember
und Neujahr gibt es wechselnde religiöse
Feiertage, die vom Mondkalender abhän-
gen: Fastenmonat (Ramadan), islami-
sches Neujahr und Mohammeds Geburts-
tag (Mawled en-Nabi); Sham en-Nessim
ist der koptische Ostermontag.
Ärztliche Versorgung: In den großen
Städten gibt es staatliche und private
Spitäler mit englisch und französisch
sprechendem Personal.
Kleidung: Im Sommer wählt man leichte
Kleidung, Kopfbedeckung sowie Sonnen-
brille, im Winter Ubergangskleidung und
leichte Wollsachen.
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