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Kairo (rd. 13 Mill. Einw.), die
größte Stadt
Afrikas und der arabischen Welt, liegt auf
beiden Ufern des Nils, etwa 20 kin südlich
seines Deltas. Die Stadt erhebt sich an der
Stelle einer altägyptischen Ortschaft, die
Griechen und Römer Babylon nannten
(heute Alt-Kairo). Nach ihrer Eroberung
640 durch die Araber entstand nördlich
davon die Hauptstadt Fustat (,‚Zelt“), die
969 mit dem Namen El-Kahira (,‚Die Sieg-
reiche“) erneuert wurde und seither die
Hauptstadt Agyptens bildet. Fast jeder
vierte Agypter lebt im Großraum Kairo.
Sehenswürdigkeiten: Vom Midän es-
Sädät, früher Midän et-Tahrir (,‚Befrei-
ungsplatz“) gelangt man zum Midän Salah
el-Din, wo die Sultan-Hassan-Moschee,
das bedeutendste arabisch-ägyptische
Bauwerk des 14. Jahrhunderts, sowie die
moderne R(fai-Moschee von 1912 stehen.
Links und dann rechts aufwärts gehend
erreicht man die Zitadelle (el-Kala), die
Sultan Saladin 1176 errichtete und in deren
Mauern die berühmte Alabasiermoschee
(nach ihrem Erbauer auch Gamia Moham-
niedAli; 1824—57) steht. Von der Zitadelle
genießt man einen Blick über
die Stadt bis
zu den Pyramiden von Gisa; noch weiter
reicht die Aussicht vom „Casino Mokat-
tam“ auf dem Mokatiamgebirge (derzeit
militärisches Sperrgebiet). Die Mamluken-
gräber im Süden der Zitadelle stammen
meist aus dem 13. und 14. Jahrhundert.
Die mittelalterlichen Stadtmauern können
beim „Tor der Eroberung“ (Bab el-Futuh)
und beim „Tor des Sieges“ (Bab en-Nasr)
bestiegen werden. Nach dem Besuch der
herrlichen Al-Ashar-Moschee, die Seit 988
die bedeutendste islamische Universität
beherbergt, wendet man sich zur EI-Muai-
jad-Moschee von 1421, deren Bronzetor
als das schönste Kairos gilt. Unweit liegt
auch die Ak-Sunkor-Moschee, die wegen
ihrer prächtigen blauen Fayencen „die
Blaue“ genannt wird. Bei entsprechender
Zeit besteigt man noch das Minarett
der 876—79 erbauten Ibn-Tulun-Moschee,
deren Vorbild die Moschee Samarra in
Mesopotamien ist.
An der Sharia Al-Khalig befindet sich das
Museum Islamischer Kunst, das mit rund
3000 Objekten die reichhaltigste Samm-
lung arabischer, persischer und türkischer
Arbeiten des 7—19. Jahrhunderts enthält.
Die Gegend um den Midän el-Ataba ist das
Hauptgeschäftsviertel, wo bis zum Brand
von 1971 das Opernhaus stand, in der
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1871 Verdis „Aida“ uraufgeführt
wurde.
Danach besucht man den im 14. Jahrhun-
dert gegründeten berühmten Suk Khan ei-
Khaiili, das Basarviertel.
Im Süden der Stadt liegt Alt-Kairo (Masr
el-Atika) mit der rund 1500 Jahre alten
ägyptisch-byzantinischen Abu-Serge-Kir-
che, dem Koptischen Museum und der kop-
tischen Moallaka-Kirche (4. Jh.). An der
Südspitze der Nilinsel Roda besucht man
den 716 erbauten Nilometer, an ihrem
Nordende den Manyal-Palasl (Kunst-
handwerks-Museum) mit seinem exoti-
schen Garten.
Nicht versäumt werden darf der Besuch
des Agyptischen Museums, das wegen sei-
ner rund 100000 Exponate als das reich-
haltigste seiner Art bezeichnet wird. Es
birgt die beste Sammlung von Altertü-
mern aus der Pharaonenzeit (Statuen,
Sitzbilder. Grabbeigaben), insbesondere
den berühmten Schatz des Tutenchamun
aus seinem Grab in Theben. Daneben be-
steht in einer besonderen Abteilung eine
einzigartige Mumiensammlung.
Der Abdin-Palast war 1847—1952 Residenz
und ist jetzt Museum; das Agrikultur-
museum und die Nilinsel Gezira mit dem
Kairo-Turm (187 m) und der neuen Oper
(1988) lohnen den Besuch.
Unterhaltung und Einkäufe: Tanzmög-
lichkeiten auf den Dachterrassen großer
Hotels (z. B. „Nile-Hilton“) und in mehre-
ren Nachtklubs: besonders exotisch wirkt
die „Sahara-City“ nahe den Pyramiden
von Gisa; bei den Pyramiden werden auch
„Ton-und-Licht-Vorstellungen“ veran-
staltet. Häufig gibt es Pferderennen und
Segelregatten auf dem Nil. — In den Läden
(außer freitags im Winter 9—19, im Sommer
9—14 und 16—20 oder 21 Uhr geöffnet) sind
die Preise (meist) fix; im Suk Khan ei-
Khalili muß man bis zu 50% oder 75% des
Geforderten herunterhandeln. Beliebte
Souvenirs sind Gold- und Silberschmuck,
eingelegte Holz- und Kupfersachen, Leder-
artikel (Puifs, Kamelsättel) und Elfenbein-
schnitzereien.
Verkehr: Elektrozüge nach Heliopolis und
Heluän; Autobusse nach Alt-Kairo, nach
Gisa, nach Heliopolis sowie nach Heiuän. |
U-Bahn vom Mid~n et-Tahrir zum
Ram-
ses-Bahnhof. Taxis sind in Kairo sehr
zahlreich und billig (in der Stadt nach
Taxameter, über Land nach vorheriger
Preisabsprache): sie sind den von Einhei-
mischen überfüllten Auto- und Trolley-
bussen vorzuziehen.
AUSFLÜGE
Etwa 11 km westlich von Kairo liegen die
weltberühmten, von Pharaonen der 4. Dy-
nastie als Grabanlagen errichteten Pyrami-
den von Gfsa und der Große Sphinx. Die
Cheops-Pyramide (um 2690 v.Chr.) ist
heute l37m hoch und an jeder Seite
227,5 m breit. Im Inneren besichtigt man
die Grabkammer von Cheops; die Bestei-
gung der Pyramide ist verboten. Wenig
kleiner sind die benachbarten Pyramiden
des Chefren (um 2650 v.Chr.) und des
Mykerinos (um 2600 v. Chr.).
Der Sphinx (um 2600 v. Chr.; 20 m hoch,
73,5 m lang) symbolisiert Weisheit (Ge-
sicht, vielleicht das des Chefren) und Kraft
(Löwenkörper). Um Pyramiden und
Sphinx liegen die Mastabas (Bankgräber)
altägyptischer Edler.
Rund 16km südlich der Pyramiden erstreckt
sich Sakkära, die Nekropole
von
Memphis: hier trifft man auf die Stufen-
pyramide des Königs Djoser (2778—2723
v. Chr.), die Mastabas des Plahotep und
des Ti (um 2500 v.Chr.; herrliche Wand-
malereien und -reliefs) sowie Grabstätten
der heiligen Apisstiere. Von der alten Kö-
nigsstadt Memphis (3 km östlich) zeugen
heute nur noch ein Alabasiersphinx und
eine Kolossalstatue von Ramses II. (beide
13. Jh. v.Chr.). Am östlichen Nilufer
erstreckt sich der Kurort Heluän (25 km
südlich von Kairo).
Südwestlich von Kairo liegt die Oase El-
Fayum (103 km), in deren näherer Umge-
bung sich viele Sehenswürdigkeiten fin-
den: die Pyramiden von Sesostris 1!. und
Amenemhet III., das Grab der Prinzessin
Nefru-Ptah, die Ruinen der römischen
Stadt Dionysias und der Käriin-See. —
Nördlich von Kairo besucht man die Del-
ta-Barrage, ein Nilstauwerk (1843—63)
und Heliopolis (12km), eine der ältesten
Städte Agyptens, die heute zum Villenvor-
ort Kairos und Wohnsitz des Präsidenten
wurde. Im alten Stadtteil sind der „Marien-
baum“, unter dem Maria auf der Flucht
geruht haben soll, und ein 20 m hoher
Granitobelisk erwähnenswert. |
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