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Nahe dem 15 km
entfernten Ge- be! Sukhn führt die schwierige Piste durch
tiefe Schluchten, durch die unwirtlichsten und gleichzeitig
faszinierendsten Berglandschaften des Sinai. Zum Meer hin
öffnet sich das Wadi mit einer langen Geröll- zunge, über die
man die an der Kü- ste (Dahab — Nuweiba) verlaufende Piste
erreicht: Richtung Süden er- wartet einen nach 5 km eine
kleine Bucht, an der man ohne Problem im Schlafsack oder im
Zelt über- nachten kann. Richtung Norden
den wiederum
Abdal Iah und Olin verantwortlich sind. Aber der Reihe nach.
Abdallah ist
ein junger Fischer und von Geburt an stumm, er kann jedoch
einige Laute von sich geben, die seine nähere Umgebung auch
versteht, zusätzlich zur Zeichensprache, die er fließend
beherrscht. Als Abdallah eines Tages allein zum Fischen aufs
Meer hinausfuhr, kam aus dem Nichts ein Delphin auf ihn zu und
begann Abdallah zu begleiten. Der junge Mann futterte den
Delphin mit Fischen — und sprach mit ihm in jenen seltsamen
Lauten, die Abdallah eben hervor- bringen kann.
In den
nächsten Tagen und Wochen wiederholte sich das Schau- spiel.
Nun erwartete der Delphin Abdallah bereits am Morgen. Aber
nahekommen durfte Abdallah ihm noch nicht. Wochen waren ver-
gangen, da sprang der junge Mann vom Boot aus ins Wasser, und
ohne Scheu ließ sich der Delphin von Abdallah anfassen, drehte
sich auf den Rücken und zog Abdallah, der sich an den Flossen
des Tieres fest- hielt, unter Wasser mit.
Das war vor
einigen Jahren. Seit der Zeit fährt Abdallah jeden Tag ein
Stück aufs Meer hinaus, >ruft< den Delphin, den er »Olin«
taufte — und Olin taucht auf, Abdallah hüpft zum Spielen und
Schmusen ins Wasser. Die seltsame Freundschaft zwischen einem
Menschen und ei- nem Delphin sprach sich schnell herum, und
Abdallahs Brüder mach- ten daraus, eher gegen seinen Willen,
ein florierendes Geschäft. Für 10 bis 20 LE dürfen Touristen
zu Olin ins Wasser und mit dem Delphin balgen, was Olin,
soweit Mensch die Delphin Psyche beurteilen kann, tierischen
Spaß bereitet. Aber Olin ist wählerisch: er läßt sich nicht
von jedem anfassen — und bevorzugt eindeutig Frauen.
führt der Weg,
der nach Regenfäl- den Bergen ins Tal und an die Küste
len im Winter
unbefahrbar sein gespült, formten die Ebene, auf der
kann, in
Richtung Nuweiba. Nuweiba am Meer liegt.
Der Ort hat,
ganz anders als Da- hab, etwas sehr Beschauliches und
Aufgeräumtes an sich; die Hotels sind durchweg gepflegter, das
Le- ben hier ist weit davon entfernt, zu pulsieren. Der alte
Basar wurde ab-
Geröll und
Sand, beides von Re- gerissen, ein neuer ist im Aufbau;
gengüssen und
den nachfolgenden nur die Straßenplaner haben die
Fluten durch
mehrere Wadis aus Weite Nuweibas durch völlig
überEilat
des übrigen
Sinai zu ägyptischem Territorium, von Israel an Ägypten
zurückgegeben. Die beiden Länder hatten unterschiedliche
Auffassungen darüber, ob Taba schon Sinai oder noch Negev sei.
Außerdem hatten die Israelis mit dem Bau des Sonesta-Hotels
begonnen, dem heutigen Hilton Taba. Als die jungen
Friedensbeziehungen auch noch durch Israels Invasion des
Libanon 1982 auf einen Tiefpunkt sanken, gab es bis 1985 nicht
einmal Gespräche über die Rückgabe. Danach wurden sogar alte
Karten aus osmanischer Zeit herangezogen, um eine Lösung zu
finden, die sich dann aber auf politischer Ebene ergab.
Ägypten zahlte
knapp 40 Mio. US-$ Entschädigung, und im April 1989 wurde die
Grenze um 100 m nach Süden verlegt: damit gehörte Taba
endgültig zu Ägypten. Weltberühmt ist der Ort als
Verhandlungsplatz für die Nahost-Friedensgespräche zwischen
Israel und der palästinensischen Regierung. Viele
Reisegruppen, die eine Dreiländer- reise
Israel-Jordanien-Ägypten unternehmen, machen im Hilton Taba
Zwischenstation.
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