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Nördlich von
Entre Rios liegt die Provinz Corrientes. Die Landschaft ist
flach und von großen Sümpfen bedeckt. Die größten liegen im
Nordteil, die lberä-Sümpfe (Esteros del lberä).
In Corrientes finden sich Mastbetriebe für Viehzucht, außerdem
werden Reis, Zitrusfrüchte und Tabak angebaut.
Forstwirtschaftlich interessant sind hier Eukalyptusbäume und
Kiefern. Der Zusammenfluß der beiden Ströme Rio Paraguay und
Rio Paranä in Paso de la Patria, nahe Corrientes.
Hauptstadt der Provinz ist Corrientes im Nordwesten, am Rio
Paranä auf der gegenüberliegenden Flußseite von Resistencia
(Hauptstadt von Chaco). Attraktion der Provinz sind die
immergrünen schwimmenden Inseln von lbera. Das Marschland,
hier auf Guarani "Taragüi" genannt, ist eine der fruchtbarsten
Landschaften Argentiniens. Dank guter Bewässerung gibt es hier
gute Acker- und Weidegründe für die Rinder, auch wenn diese
zwischendurch mal bis zum Bauch im Wasser stehen. Hier gibt es
unzählige Flußquellen und Lagunen, sowie 31 Marschen auf einer
Fläche von knapp 15.000 qkm, die bei starkem Regen, besonders
im Frühling und Herbst, auf über 20.000 qkm anwächst. Der
größte See ist der lberä, was auf Guarani "Glänzendes Wasser"
bedeutet. Hier leben die "mariscadores", die Sumpf-Leute, die
auf ihren hölzernen Kanus auf Fischfang und die Jagd gehen.
Misiones
Die Provinz Misiones liegt im äußersten Nordosten des
Zweistromlandes. Im Gegensatz zu Corrientes, dem
Überschwemmungsland, ist Misiones wieder hügelig und in großen
Teilen waldbestanden. Überraschend ist die rote Erde, auf
hohen Eisenoxydgehalt zurückzuführen. Im subtropischen Klima
mit Temperaturen bis über 40° C gedeihen hier alle tropischen
Früchte wie Ananas, Mangos, Avokados, Bananen und Papayas.
Hauptwirtschaftszweig ist jedoch die Verwertung von Nutzholz,
wo noch vorhan-
den von Edelholz ( Papier- und Möbelfabriken). Hauptstadt der
Provinz ist die mitten in tropischen Wäldern liegende
Hafenstadt Posadas, am Ufer des Rio Paranä gelegen, direkt
gegenüber von Encarnaciön in Paraguay (Fährverbindung).
Posadas hat den Charme vieler Provinzstädte dieser Region,
dominierend ist die Architektur des Kolonialismus.
Attraktion dieser Provinz sind die Missionsstationen, die hier
mitten im Urwald von den Jesuiten etwa Mitte des 17. Jh.
gebaut und Ende des 18. Jh. aufgegeben wurden. Sie wurden von
der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Die Missionen waren das
erste Zeugnis friedlichen Zusammenlebens zwischen Weißen und
Indianern in Amerika. Von den Jesuiten gefördert, erwiesen
sich die Guarani-Indios als wahre Baumeister und Künstler
dieser neuen befestigten Stadtanlagen. Unbestritten waren die
Missionen wesentlich eindrucksvoller als die neuen Städte der
Spanier. Gründer dieser Anlagen war der Jesuitenpater Diego de
Torres, der erkannte, daß es nicht im christlichen Sinn sein
konnte, daß die neuen spanischen Herrscher ausschließlich das
Land ausbeuteten und die Urbewohner zu Sklaven machten. Die
Reduktionen genannten Anlagen (vom spanischen "reducciön" =
zurückführen) boten den Indios Schutz vor den Sklavenfängern,
den sogenannten "Paulisten" (sie kamen aus Sao Paulo in
Brasilien), die sie unter vielen eigenen Opfern an den
Stadtmauern blutig zurückschlugen. Nicht nur gestalterisch
waren die Indios den Spaniern überlegen, auch wirtschaftlich
gewannen sie durch den Anbau von Mate-Tee große Reichtümer.
Nach 150 Jahren wurden die Jesuiten von spanischen Söldnern
vertrieben und die Missionen verfielen zusehends. Heute findet
man im Urwald nur noch Ruinen.
Die besterhaltene Anlage ist die von San Ignaclo Mini, etwa 60
km nordöstlich von Posadas, an der Ruta Nacional 12 gelegen
(Patenstadt war die größere Missionssiedlung San Ignacio Guazü
in Paraguay). Sobald man das mächtige Portal durchschreitet,
steht man vor den Mauern, die Indianerwohnungen und große
Klostergebäude waren. Überraschend ist die Schönheit der
Reliefs, die die Mauern bedecken, Engel, Tauben, Trauben und
Beispiele der lokalen Flora dekorieren die Mauern. Nach der
Gründung der Stadt im Jahre 1632 lebten hier bis zu 2700
Indios. Allein die große Klosterkirche hat eine Größe von ca.
70 m Länge und ca. 30 m Breite. Sie wurde aus rotem Sandstein
gebaut, wie die Stadtmauern ohne Zuhilfenahme von Mörtel, die
perfekt passenden Steine wurden einfach aufeinandergesetzt.
Im Grenzdreieck Argentinien, Brasilien und Paraguay liegen die
Iguazü-Wasserfälle (Foz de Iguazü), 20 km östlich der
argentinischen Grenzstadt Puerto Iguazü. Die Guarani gaben den
Wasserfällen den Namen "Iguazü" - Großes Wasser. Der bis dahin
ruhig dahinfließende Rio Iguazü verbreitert einige Kilometer
vor seiner Einmündung in den Rio Paranä bei der Insel San
Augustin sein Bett zu einem See und stürzt dann auf einer
Breite von 2700 m in 275 einzelnen Wasserfällen im Halbkreis
bis zu 80 m in die Tiefe. Besonders beeindruckend sind die
Garganta del Diablo (Teufelsschlucht), ein dichter
Wasservorhang von 80 m Höhe.
MITTELARGENTINIEN
Cördoba
Zentral im Herzen Argentiniens liegt die Provinz Cördoba. Die
Provinz bietet eine abwechslungsreiche Landschaft. Im Westen
liegt der Bergrücken der Sierra de Comechingones mit dem
höchsten Berg, dem Cerro Chamaqui (2884 m) mit den
angrenzenden Hochländern um 1000 m, der Heimat vom Lama,
Vicuila und Guanaco. Umgeben wird das Hochland mit seinen
Wäldern und Flüssen von Steppe und Pampa. Mitten in der Pampa
liegt einer der größten argentinischen Seen die Laguna Mar
Chiquita. Cordoba ist wirtschaftlich nach Buenos Aires die
weitest entwickelte Provinz. Dominant sind die
metallverarbeitende Industrie (Autos), die Nahrungsmittel-,
Tabak- und Papierindustrie sowie die Argrarproduktion. In
Cördoba werden alle argentinischen Erdnüsse angebaut, etwa ein
Drittel der Hirse und Sonnenblumenkerne und ein Viertel des
Mais Argentiniens. Der Viehbestand beträgt etwa 15% des
Gesamtlandes. Die Hauptstadt Cördoba liegt zentral in der
Provinz, 400 km nordwestlich von Rosario in Santa Fe.
Beeindruckend ist der Kontrast der verwegenen Architektur der
Gegenwart und der ehr- furchterweckenden Denkmale aus der Zeit
spanischer Vizekönige. 1573 wurde sie von Don Jeleim° Luiz de
Cabrera gegründet, im 19. Jh. entwickelte sie sich zu einer
der wichtigsten Städte des Landes, heute ist sie zweitgrößte
Stadt und eine der bedeutendsten Universitätsstädte.
Sehenswürdigkeiten sind die barockklassizistische Kathedrale,
1787 nach fast 100jähriger Bauzeit fertiggestellt, das weiße,
alte Rathaus (Ende des vorletzten Jh.), das Kloster Monasterio
de Santa Catalina aus dem Jahr 1613 und die Universität mit
Gebäuden aus der Gründerzeit durch die Jesuiten (Anfang 17.
Jh.). Im Norden der Provinz findet man zahlreiche guterhaltene
Zeugnisse der Kolonialzeit. Beispiel ist La Granja. Die Stadt
liegt inmitten einer hügeligen Landschaft an den Ufern
Rio La Granja, Weinberge und große Rinderfarmen findet man in
der Umgebung. Am östlichen Horizont sieht man noch die Berge
der Sierra Chica. Die alten Häuser der Stadt haben dicke
Mauern, die Türen sind kunstvoll aus Schmiedeeisen gebaut.
In der Nähe des Stausees San Roque liegt das
Touristenstädtchen Cosquin, das besonders wegen seines
Folklorefestivals Ende Januar gerne besucht wird. Einen
schönen Ausblick auf die Stadt erhält man vom 1250 m Pan de
Azücar ("Zuckerhut"), auf den ein Sessellift fährt. San Luis
Die Provinz San Luis ist bekannt durch ihren Marmor und die
Onyxsteine, aus denen kleine Kunstwerke hergestellt werden.
Alte Familienhäuser mit großen Höfen bewahren die alten
Traditionen.
San Luis liegt südwestlich anschließend an die Provinz Cördoba.
Die Provinz ist reich an Thermalquellen und Kurorten. Ein
Großteil der Landschaft ist Pampa mit den typischen großen
Rinderweiden und Estancias. Der Norden wird geprägt durch die
Höhenkette der Sierra de San Luis. Die Hauptstadt San Luis,
Ende des 16. Jh. gegründet, ist bis heute eine Kleinstadt mit
kolonialem Charme geblieben. Sie liegt zu Füßen dieser
Bergkette, deren höchster Berg der 2150 m hohe Trapiche ist.
San Luis wurde dreimal gegründet, das erste Mal als El Talar,
das zweite Mal als El Bahado und zum dritten Mal als Punta de
los Venados. 1594 erhielt der Offizier Luis Jutta die Order
hier einen Außenposten zwischen Chile und dem Rio de la Plata
zu gründen.
Während einer Pilgerreise von Chile an den Atlantik haben
einer Legende nach Reisende ein Kruzifix an den Ufern des Rio
Conlara bei einer Rast vergessen. Später wurde es gefunden und
die "Gottesstadt" Renca an dieser Stelle gegründet. Renca
liegt im Osten der Provinz, sehr malerisch zwischen 800 m
hohen Bergen (146 km von San Luis entfernt). Jedes Jahr
strömen tausende von Pilgern in der Woche, die auf den 3. Mai
folgt, in die Stadt, um dem Bildnis "Unseres Gottes von Renca"
zu huldigen. Ihm zu Ehren wurde 1753 ein großes Kloster
gegründet.
CUYO-REGION
Die höchsten Gipfel der Anden befinden sich in der Cuyo-Region,
so nennt sich die Region mit den Provinzen San Juan und
Mendoza seit Beginn der Besiedlung von Chile aus. Bestimmend
für die Landschaft sind die Kordilleren im Westen, die
Sierras, das Hochland mit seinen tief einschneidenden wilden
Flußtälern östlich davon und die östlich anschließende Pampa
und Wüste.
Das Klima ist sehr trocken, landwirtschaftliche Nutzflächen
liegen direkt an Flüssen oder müssen künstlich bewässert
werden. Die CuyoRegion ist das Weinland Argentiniens 300
Sonnentage im Jahr verheißen einen ausgezeichneten Wein, der
in den zahlreichen Bodegas angeboten wird und über die Grenzen
des Landes bekannt ist (wichtiger Exportfaktor). In Mendoza
nimmt beispielsweise der Weinbau etwa Zweidrittel der
landwirtschaftlich nutzbaren Fläche ein, die allerdings wegen
der Trockenheit künstlich bewässert werden muß. Neben Wein
wird in Mendoza vor allem Obstanbau betrieben, in San Juan
Olivenanbau und die Verarbeitung zu Olivenöl. San Juan besitzt
einige Eisen-, Kupfer-, Silber- und Goldbergwerke, Mendoza ist
wichtiger Produzent von Erdöl.
Die Cuyo-Region gehört zu den erdbebengefährdeten Gebieten der
Erde. Die letzten großen Erdbeben waren in San Juan 1944, in
Mendoza 1861 und kosteten Tausenden das Leben. Das Beben von
1985 zerstörte in Mendoza hunderte von Häusern. In beiden
Provinzen werden aus Gründen der Erdbebensicherheit keine
Hochhäuser gebaut.
San Juan
Die Provinz San Juan liegt südlich von La Rioja, westlich von
San Luis und östlich von Chile. Provinzhauptstadt ist San Juan
am Rio San Juan, am Fuße der Anden. San Juan ist eine moderne
Stadt, die nach dem Erdbeben 1944 völlig neu aufgebaut werden
mußte.
Eine besondere Touristenattraktion findet sich rund 60 km
östlich von San Juan, die "Difunta Correa" (die verstorbene
Correa) bei Vallecito, einem Wallfahrtsort, der besonders in
der Osterzeit stark besucht wird. Einer Legende nach soll hier
die Deolinda Correa mit ihrem Säugling unterwegs gewesen und
in der Wüste verdurstet sein. Ihr Säugling konnte drei Tage
von der Milch in der Mutterbrust überleben. Lohnend sind die
Ausflüge von San Juan in die Berge, abwechslungsreich das Bild
von grünen Flußtälern und verdorrten steinigen Bergen, im
Hintergrund die schneebedeckten Sechstausender. Auf der Fahrt
nach Westen erreicht man nach 130 km das Städtchen Calingasta,
wichtiger Apfelsaftproduzent des Landes. Das "Fiesta de la
Sidra" (Apfelweinfest) findet im April statt. Weiter nördlich
führt die Straße nach San Josä de Jächal (ca. 200 km), vorbei
am Thermalort Flores und dem einzigartigen Thermalbad mitten
in der Wüste, Bad° Pismanta.
Rund 140 km östlich von San Josä liegt an der Grenze zu La
Rioja ein auf der Welt einmaliger
auch "Valle de la Luna" (Mondtal) genannt. Im Mondtal findet
man Fossilien von vor Millionen Jahren versteinerten Tier- und
Pflanzenskeletten. Im Laufe von Millionen Jahren haben Wind
und Wasser eine unzählige Formen von Felsen entstehen lassen,
die in dieser trostlosen Öde wie eine Mondlandschaft aussehen.
Eine andere Attraktion sind die Barancas Coloradas, wo die
Erosion zyklopenhafte Riesengestalten in den roten Felsen
"gemeißelt" hat. An einigen Stellen findet man Fußabdrücke von
Dinosauriern und Fossilien von Reptilien, die nach der
Forschung vor etwa 200 Millionen Jahren hier gelebt haben.
Mendoza
Die Provinz Mendoza schließt südlich an San Juan an. Die
Hauptstadt Mendoza liegt mit den sie umgebenden Weingütern wie
eine Oase in der Wüste. Nach den Erdbeben des letzten Jh. ist
nicht viel von kolonialer Architektur übriggeblieben,
allerdings ist die Universitätsstadt mit großen Parkanlagen
schön wieder aufgebaut worden. Der Reiz liegt in den zahllosen
Bodegas, die den Besucher zu einem Gläschen Wein einladen.
Besuchen sollte man das Weinmuseum, man kann einige Weingüter
besichtigen, und die Ruinen der Iglesia San Francisco, die
seit dem Erdbeben unverändert geblieben sind. Von Mendoza
führt die Ruta Nacional 7 über den Bermejo-Paß nach Santiago
de Chile. Hier im Valle de las Leibs und Los Penitentes
befinden sich die berühmtesten Skiorte Argentiniens im
Angesicht des höchsten Berges beider Amerikas, des 6959 m
hohen Cerro Aconcagua. Die Indianer nennen diesen Berg "Centinela
de Piedra", "Wächter aus Stein". Das Skigebiet bietet zwischen
2200 und 3430 m 6 Sessellifte und Pisten von insgesamt 57 km
Länge.
An der "Puente del Inca", 2700 m über dem Meeresspiegel, eine
natürliche, steinerne Brücke, die sich 21 m über den Rio
Mendoza spannt, zweigt der Weg ab, den die Bergsteiger zum
Aconcagua nehmen. Von hier geht es zur Laguna Horcones, von wo
man einen wundervollen Blick auf den immer schneebedeckten
Sechstausender hat.
PATAGONIEN
Die Landschaft Patagoniens ist in drei Teile gegliedert: Im
Westen die Anden mit Wäldern, Seen und Gletschern, in der
Mitte die schier endlose Pampa mit Gauchos, Estancias und
riesigen Rinderherden und im Osten die Atlantikküste mit
Millionen Pinguinen, Seehunden und Seelefanten.
Neuquen
Die Provinz Neuquän liegt westlich von La Pampa und Rio Negro
und östlich von Chile. Wirtschaftsfaktoren der Provinz sind
Erdöl- und Erdgasförderung, sowie die Landwirtschaft mit
Obstanbau und Schafzucht. Die Hauptstadt Neuquen liegt im
Osten in schöner Wald- und Berglage am Ufer des Rio Neuquen,
einem Nebenfluß des Rio Negro. Nordwestlich liegt der
traumhafte See Embalse Cerros Colorados (Baden, Fischen).
Die Attraktion der Provinz ist der Lago Varvaco Campos, ganz
im Norden der Provinz. Man gelangt zu ihm auf der
Provinzialstraße 43 (ca. 500 km von Neuquen). Der See liegt zu
Füßen des 4709 m hohen Vulkans Domuyo in einer fast
vegetationslosen Landschaft. Die Ufer des Sees säumen
schneebedeckte Berge. Wärmer wird es dem Touristen in den
hübschen Ortschaften, die am Zugang zum See liegen, Huinganc6
und Vavarco. Die vulkanischen Aktivitäten haben hier Geysire
und Warmwasserquellen entstehen lassen, die in natürlichen
Felsenbädern genutzt werden. Das bekannteste Skigebiet der
Region ist Chapelco, 14,5 km von San Martin de los Andes
entfernt. Es gibt eine Seilbahn und 5 große Lifte.
La Pampa
Die Provinz La Pampa liegt zwischen Neuquen im Westen und
Buenos Aires im Osten. Wie der Name schon sagt ist der größte
Teil der Provinz von Pampa bedeckt, der trockenen, oft
wüstenähnlichen Ebene mit ihren grünen Oasen.
Hauptwirtschaftsfaktor ist die Landwirtschaft mit
Getreideanbau und vor allem Rinderzucht. Daneben ist die Jagd
auf Hasen, die in alle Welt exportiert werden, Einnahmequelle.
In der wüstenhaften Landschaft befinden sich zahlreiche
Salinen, die Salina Grande und Salitral de La Perra, und zu
bestimmten Jahreszeiten einige Lagunen, wie die Laguna la
Dulce. Die Salinen und Lagunen sind die Heimat tausender
Flamingos. Sehenswert sind die "Caldän"-Wälder (typische arg.
Bäume), mit ihren Riesenbäumen.
Die Hauptstadt Santa Rosa (1892 gegründet) liegt im Osten der
Provinz, sie ist Wirtschaftszentrum der Rinderindustrie.
Rio Negro
Die Provinz Rio Negro liegt nördlich von Chubut und südlich
von Neuquen und La Pampa. Grenzflüsse im Norden sind der Rio
Limay und der Rio Colorado.
Die Landwirtschaft an den Flußufern des Rio Limay und Rio
Negro stellt wirtschaftlich den wichtigsten Faktor dar, hier
ist es besonders
Äpfeln produziert die Provinz etwa 70% ganz Argentiniens,
wobei etwa 95% für die Herstellung von Säften, Most und Essig
bestimmt ist. Neben anderem Obst wird hier auch Wein angebaut.
Zudem ist Rio Negro Argentiniens größter Hopfenproduzent (zum
Bierbrauen).
Die Hauptstadt Viedma liegt an der Mündung des Rio Negro in
den Atlantik. Das Städtchen bietet gute
Unterkunftsmöglichkeiten. Treffpunkt der Bewohner ist jeden
Abend die Uferpromenade, wo man auf die gegenüberliegende
Stadt Carmen de Patagones in der Provinz Buenos Aires blicken
kann.
Das weltberühmte Skigebiet Argentiniens liegt in der Region
des 2388 m hohen Cerro Catedral bei San Carlos de Bariloche
(770 m Meereshöhe, Flughafen). Hier stehen 32 Lifte, die auf
einem Areal von 1.400 ha ca. 60 km Abfahrtsstrecken bieten
(ausgezeichnete Hotels und Restaurants). Bariloche liegt am
Südufer des Lago Nahuel Huapi, Zentrum des gleichnamigen
Nationalparks. Der Ort ist Ausgangspunkt für Wanderungen,
Bootsfahrten (es besteht ein fahrplanmäßiger Dampferverkehr)
und Angelurlaub. 100 km südlich von Bariloche liegt El Bolsön
an einem kleinen Bergsee. Die von Deutschen gegründete
Siedlung ist der Hauptproduzent des Hopfens der Region
(Brauereien mit Besichtigungsmöglichkeiten).
Chubut
Die Provinz Chubut liegt südlich von Rio Negro und nördlich
von Santa Cruz. Die Provinz liefert 20% des argentinischen
Erdöls. Neben der Industrie (Aluminium) ist die Landwirtschaft
wichtigster Wirtschaftszweig. Es wird Schafzucht betrieben,
Obst- und Gemüseanbau und die Fischerei an der Küste.
Die Küstenregion bietet einen phantastischen Bestand an
Meeressäugetieren. Einmalig ist die Vielfalt an Delphinen,
Walen, See-Elefanten und Seelöwen. Daneben bestehen große
Pinguinkolonien.
Hauptstadt ist die Hafen- und Fischerstadt Rawson, benannt
nach dem Innenminister Argentiniens, der die Ansiedlung von
Wallisern in dieser Provinz um die Jahrhundertwende
unterstützte. Am Rand der Anden liegt das Städtchen Esquel, im
Sommer beliebt wegen der blühenden Tulpen, im Winter wegen der
nahegelegenen Skipisten. In Esquel beginnt der Parque
Nacionale Los Alerces. Zentrum des Parks ist der waldumsäumte
Lago Futaleuju mit schroffen Felswänden, die bis zum Wasser
reichen.
Die Küste der Provinz mit ihren zahlreichen
Anzahl einmalig auf der Welt. Hier brüten tausende von
Magellan-Pinguinen, die sich durch zwei schwarze Federbänder
an Brust und Nacken von anderen Pinguinen unterscheiden. Große
Kolonien findet man in Punta Tombo, 115 km südlich von Rawson,
und bei Bahia Camarones und am Cabo Dos Bahias, in der Nähe
von Camarones, weitere 140 km südlich. Die Pinguine kommen
etwa ab Anfang September an Land, paaren sich, legen Eier, die
Jungen schlüpfen zu Jahresbeginn. 72 km nördlich von
Rawson liegt Puerto Madryn, eine Industriestadt (Aluminium),
weiter nördlich liegt die riesige Naturlandschaft der
Peninsula de Valdes, Heimat von See-Elefanten und Seelöwen.
Santa Cruz
Santa Cruz ist Argentiniens südlichste Provinz. Der Westen
wird bestimmt durch die Anden mit Riesengletschern und
dutzenden, z.T. großen Seen, das Zentrum durch die Pampa und
der Osten durch die Atlantikküste mit ihrer reichen Vogelwelt.
Hauptwirtschaftsfaktoren sind der Bergbau mit Kohleförderung,
hier findet sich Argentiniens größtes Erdölvorkommen und nach
Neuquen das zweitgrößte Vorkommen an Erdgas. In der Pampa
floriert die Schafzucht mit industrieller Wöllproduktion. Im
Hochland gibt es Obstanbau, vor allem Sauerkirschen und
Erdbeeren. Die Flüsse, Seen und die Küste sind Fischerreviere,
binnen fängt man Lachse und Forellen, buten Kabeljau, Seehecht
(sein Rogen ist der Kaviar des kleinen Mannes), Tintenfische
und Langusten.
Die Provinzhauptstadt Rio Gallegos liegt im Süden an der
Küste. Sie ist die südlichste argentinische Stadt auf dem
Festland. Die Ende des letzten Jh. als Vorposten gegründete
Stadt hat sich zum wichtigsten Hafen im Süden entwickelt, der
vor allem Schaffleisch und Fischprodukte zu seinen
Frachtgütern zählt.
Die Attraktion der Provinz ist der Gletscher- Nationalpark
Parque Nacional Los Glaciares, der im Südwesten an der
chilenischen
liegt. Wegen seiner einmaligen Schönheit ist er zum
UNESCO-Welterbe erklärt worden. Der 600.000 ha große Park
liegt 396 km von Rio Gallegos entfernt und ist über die
Nationalstraße 40 zu erreichen.
In unbeschreiblich schöner Landschaft breiten sich die
Gletscher zu Füßen der höchsten Berge der Südanden aus,
höchster Berg ist der 3375 m hohe Monte Fitz Roy, davor liegen
große Bergseen, die von Laub- und Nadelwäldern umgeben sind.
Jedes Jahr besichtigen tausende Touristen den
Perito-Moreno-Gletscher, hier kann man mit Glück Gletscher
kalben sehen (etwa alle 3 Jahre).
Der Gletscher hat den ca. 1500 qkm großen Lago Argentino in
zwei Teile geteilt und eine große Barriere aufgeworfen, die
die Wasser von Rio Sur und Rio Rico vom See fernhält. Durch
Schmelzwasser entstehen auf den Kanälen und Seen
Wasserspiegelunterschiede bis zu 30 m. Wenn die Seen
angewachsen sind, höhlen sie den Gletscher so weit aus bis ein
"Stück" unter ohrenbetäubendem Lärm abbricht und wie ein
Eisberg im See schwimmt.
Vor Ort können auf dem Lago Argentino Touren unternommen
werden. Auf der 130 km langen Bootstour, Abfahrt ist im Hafen
von Punta Bandera, das Schiff fährt dicht entlang der
grünblauen Eisberge bis zum größten Gletscher, dem
Upsala-Gletscher ganz im Norden. Man fährt auf Eiskanälen
jeden großen Gletscher an, ankert am Ufer des Onelli-Sees und
findet nach einem Spaziergang in den einsamen, in allen Farben
schimmernden Wäldern ausgezeichnete Übernachtungsmöglichkeiten
vor.
Im Gegensatz zu den meisten Gletschern in Alaska, Grönland,
den Alpen oder im Himalaya wachsen diese Gletscher noch, seit
1917 etwa 100 m pro Jahr. Zugangsort zur Gletscher- und
Seenwelt ist EI Calafate am Südufer des Lago Argentino. Da die
gesamte Region fast ausschließlich vom Fremdenverkehr lebt,
findet man eine ausgezeichnete Infrastruktur vor. Eines der
größten Touristenzentren liegt ca. 225 km weiter nördlich um
den Ort Perito Moreno (hat weder mit dem Gletscher noch mit
dem NP zu tun). Das Städtchen liegt am Ufer des faszinierenden
Lago Buenos Aires, der halb auf argentinischem Boden, halb auf
chilenischem liegt (dort heißt er Lago Gral. Carrero).
Bekanntestes Touristenziel ist La Serana, auf dem Weg nach Los
Antiquos. Bei Bajo Caracoles führt ein einfacher Weg zu den
Cueva de las Manas, den bedeutendsten Höhlenmalereien
Patagoniens. Die Malereien von Händen (daher der Name),
Menschen
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