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     Argentinien

 

   

Lage: Argentinien wird im Norden von Bolivien und Paraguay, im Osten von Brasilien, Uruguay und vom Atlantik, im Westen von Chile begrenzt. Mit seiner Südspitze ( Feuerland) nähert es sich Kap Hoorn und der Drake-Straße, die Atlantik und Pazifik miteinander verbindet.

Das Reiseziel Argentinien ist in der Vorstellung der Europäer zuerst und vor allem das Land der Gauchos, der Viehhirten, also ein Agrarland. Tatsächlich ist als Kernland Argentiniens die am Rio de la Plata gelegene Pampa anzusehen, eine riesige Naturweide rund um Buenos Aires, die in Luzerneweide umgewandelt worden ist und nun die Zucht hochwertiger Rinderrassen und eine enorme Fleischproduktion ermöglicht. Um dieses Weidegebiet legt sich vom Unterlauf des Uruguay bis in die Nähe von Mar del Plata ein breiter Weizengürtel.

im Norden Argentiniens liegen die weiten Waldgebiete des Gran Chaco, der ostwärts in ein sanftes Bergland -- ein Ausläufer des Brasilianischen Berglandes -- übergeht.
Die lange Westgrenze des Landes zieht sich von Norden nach Süden durch die Anden hin. Im Nordwesten Argentiniens erhebt sich der Aconcagua (6959 m), der höchste Berg Amerikas. Das trockene Gebirgsland zu seinen Füßen und weiter südlich wird künstlich bewässert; so sind hier fruchtbare Bewässerungsoasen entstanden (u. a. Gemüse- und Weinanbau), an die sich die große Flußoase am Rio Negro anschließt.
Es folgt ein landschaftlich faszinierendes Gebiet der Seen und Naturparks und tief im Süden schließlich, in Patagonien, das patagonische Gletschergebiet, das sich in Nordsüdrichtung über rund 450 km erstreckt.
Staatsform: Argentinien ist eine präsidiale Republik mit einem aus Senat und Abgeordnetenhaus bestehenden Parlament. Die Ämter des Staatsoberhaupts und des Regierungschefs sind in einer Hand vereinigt. Nach der Militärherrschaft (1976-1983) gewinnt Paul Alfosin die ersten freien Wahlen seit 1976. Carlos S. Menem wird 1989 zum Staatspräsidenten gewählt und übernimmt die Amtsgeschäfte nach Alfonsins Rücktritt.
Bevölkerung: Sie besteht zu über 90% aus Weißen, die hauptsächlich spanischer und italienischer, zu einem kleinen Teil auch deutscher Abstammung sind. Die Mestizen und die vorwiegend im Gran Chaco lebenden Indianer (ca. 30 000- 40 000) bilden kleine Minderheiten. Staatssprache ist wie in allen ehemals spanischen Gebieten Süd

Verkehrseinrichtungen: Es gibt ein dichtes innerargentinisches Flugnetz, das alle wichtigen Städte des Landes miteinander verbindet. Die Eisenbahnlinien gehen meistens radial von Buenos Aires aus; es handelt sich vorwiegend um Stichbahnen, die nur ganz selten untereinander verbunden sind. Die Straßen zwischen den wichtigsten Städten sind asphaltiert; über sie führen auch die Omnibusfernlinien, die von touristischem Interesse sind (bequeme Pullmanbusse auf Langstrecken).
Speisen: Argentinien ist ein Rinderland, Spezialitäten sind daher der Churrasco (gegrilltes Rinderfilet) und die Parillada (Rinderrostbraten mit allerlei Zutaten wie

Würstchen, Scheiben Schweinefleisch, Hühnerbrust usw.). Von den Backwaren sind die Churros (Ölkringel) zu empfehlen, die von den Churreros auf der Straße angeboten werden.
Feiertage: Neujahr, Karneval, Gründonnerstag, Karfreitag, 1., 25. Mai, 10., 20. Juni, 9. Juli, 17. August, 12. Oktober, 1. November, 8., 25. Dezember.
Kleidung: Für einen Besuch von Buenos Aires benötigt man die Kleidung, die man in den entsprechenden Jahreszeiten in Mitteleuropa trägt. Bei Reisen in die Anden, nach Patagonien und Feuerland ist warme Kleidung zu empfehlen.

Die 1580 an der Mündung des Rio de la Plata gegründete Hauptstadt (Groß-Buenos-Aires 11 Millionen Einw.) ist eine schachbrettartige Anlage auf völlig ebenem Terrain. Die beiderseits der Avenida de Mayo zwischen der Plaza de Mayo und der Plaza del Congreso gelegene Altstadt ist zur City geworden, zum Regierungsund Behördenviertel, zum Einkaufszentrum, zum Hotel- und Restaurantviertel und schließlich auch zum Vergnügungsviertel, in dem das Leben erst in den frühen Morgenstunden kurzzeitig zur Ruhe kommt.

Sehenswürdigkeiten: Zentrum der Altstadt ist die Plaza de Mayo mit der Casa Rosada (Regierungsgebäude), der Kathedrale (17. Jh. und später; in einem Anbau das Grabmal des Freiheitshelden San Martin) und dem Cabildo (1711; einstiges Regierungsgebäude, heute Museo Histörico National). Die Avenida Söenz Peil() führt von der Plaza de Mayo aus zur Plaza de la Repüblica (40 m hoher Obelisk zur Erinnerung an die Stadtgründung) und kreuzt dabei die Calle Florida (Hauptgeschäftsstraße mit vielen Boutiquen und Galerien), deren Querstraße

mit ihren Kinos, Bars und Nachtlokalen der Broadway von Buenos Aires ist. Südlich der Altstadt liegt das früher sehr vornehme Wohnviertel San Telmo (gute Restaurants und Tangolokale, sonntags Flohmarkt) und das italienische Einwandererviertel La Boca mit seinen bunten, vielfach aus Holz und Blech errichteten Häusern, seinen Künstlerklubs und seinem eigenartigen Boca-Museum der Schönen Künste (Av. Don Pedro de Mendoza). Von den anderen Museen der Stadt sind besonders das Museo de Arte HispanoAmericano (Suipacha 1422) und das Museo Nacional de Bellas Artes besuchenswert. Im Nordwesten der Stadt liegen um die Kreuzung Av. Libertador/Av. Sarmiento eine Reihe von wunderschönen Parks mit einem Zoo, einem Botanischen Garten und vielfältigen Freizeit- und Sporteinrichtungen. Der bekannteste und abwechslungsreichste unter ihnen ist der Parque 3 de Fehrero, meist nur Parque Palermo genannt. Er erstreckt sich bis an die Ufer des Rio de la Plata und wird zu Recht mit dem Central Park in New York verglichen.
Eine große Rolle spielt in Buenos Aires das Theater: es gibt mehr als 30 Theater für Erwachsene und knapp 20 für Kinder. Neben dem berühmten Teatro Colön, einem der größten Opernhäuser der Welt, sind vor allem das Teatro Nacional Cervantes und das Stadttheater General San Martin besuchenswert. Im Stadttheater finden meist zwei Aufführungen gleichzeitig statt, es besitzt nämlich zwei große, moderne Theatersäle.

AUSFLÜGE
Tigre, ein hübscher Badeort und Zentrum des Wassersports, liegt etwa 30 km nordwestlich von Buenos Aires an der Mündung des Rio Lujän in den Rio de la Plata.
Lujän liegt 65 km westlich von Buenos Aires und besitzt zwei beachtenswerte Sehenswürdigkeiten.: die Basilica de Nuestra Seöora de Luitin, die alljährlich das Ziel von Wallfahrern aus allen Teilen Argentiniens ist, und das Museo Hl.stbrie°, dessen Sammlungen sich mit der argentinischen Kolonialgeschichte befassen.
La Plata (570000 Einw.) liegt 55 km südöstlich von Buenos Aires, wurde 1882 gegründet und hieß 1952-55 Eva Perön. Zur Universität der Stadt gehört das Naturhistorische Museum, das wegen seiner paläontologischen Sammlungen (vorgeschichtliche Tiere) Weltruf besitzt.
Nach den drei vorgenannten Orten veranstalten die Reisebüros von Buenos Aires Ausflugsfahrten. Die Ausflüge nach den beiden folgenden Orten, die auch für einen längeren Aufenthalt sehr gut geeignet sind, nehmen mehrere Tage in Anspruch.
Mar del Plata (400 000 Einw.) ist der führende Badeort Argentiniens. Es liegt 400 km südlich von Buenos Aires und ist mit Bus, Bahn und Flugzeug zu erreichen. Die Hochsaison dauert von Dezember bis März.
San Carlos Bariloche (70 000 Einw.) liegt rund 4'/Z Flugstunden südwestlich von Buenos Aires in den Anden am Lago (See) Nahuel Huapi, der oft als der Vierwaldstättersee Argentiniens bezeichnet wird. Ort und See bilden den Mittelpunkt des Nationalparks Nahuel Huapi mit weiteren Seen im Umkreis. Er zählt zu den beliebtesten Ferienzielen Argentiniens. Nördlich grenzt der Nationalpark Lanin an, dessen Seen und Wälder am besten von San Junin oder San Martin de los Andes zu erreichen sind. Das südlich von San Carlos d. B. gelegene Esquel ist idealer Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark Los Alerces. (Hauptattraktion Lago Futalaufquen; zauberhafte Laubfärbung im Herbst, beste Angelmöglichkeiten). Lago Viedma und Lago Argentino haben den Nationalpark Los Glaciares (bei Calafate) bekannt gemacht. Sie bieten ein eindrucksvolles Schauspiel, wenn die Eismassen der Gletscher in die Seen stürzen.
Ein Naturerlebnis besonderer Art erwartet die Besucher der Peninsula Valdis an der Ostküste. Zu Tausenden sieht man dort Seelöwen und See-Elefanten.

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