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    Argentinien

 

   

Argentinien ist das zweitgrößte Land Südamerikas. Im Südosten des Halbkontinents gelegen, hat es eine Nord-Süd-Ausdehnung von ca. 3700 km, mit unterschiedlichen Landschaftsformen und Klimazonen. Das Land grenzt an Uruguay, Brasilien, Paraguay, Bolivien und Chile. Den westlichen Abschluß bilden die Anden, hier liegt auch der Aconcagua, höchster Berg Amerikas (6958 m).
Der Name Argentinien kommt vom lateinischen "Argentum" (Silber). "Land des Silbers" war die Bezeichnung der ersten Konquistadoren, die den Rio de la Plata erkundeten.
In naher Zukunft soll Buenos Aires durch die neue Hauptstadt Viedma an der Mündung des Rio Negro, 700 km südlich der jetzigen Metropole, entlastet werden.
Argentinien wird in 22 Provinzen aufgeteilt: Bundesdistrikt und
Bundeshauptstadt Buenos Aires
Die Hauptstadt Buenos Aires, zweitgrößte Stadt Südamerikas (nach Sao Paulo), beeindruckt mit ihren breiten Avenidas, riesigen Plätzen und eindrucksvollen Gebäuden, teils spanischen und kolonialen Stils (Kirchen, Regierungsgebäude). Über 75 km zieht sich die Metropole den Rio de la Plata entlang. Gegründet wurde Buenos Aires 1535 durch Pedro de Mendoza mit der ersten spanischen Siedlung am Rio de la Plata. 1776 wurde Buenos Aires Hauptstadt des Vizekönigreiches "Rio de la Plata" (damals ca. 25.000 Einwohner), seit 1880 ist es Hauptstadt des Bundesstaates Argentinien (damals

ca. 100.000 Einwohner). Nach der Jahrhundertwende wurde durch die große Zahl der Einwanderer die Millionengrenze überschritten.
Der Name Buenos Aires (Gute Lüfte) bedeutet wohl, daß die spanischen Konquistadoren sich für den Wind dankbar zeigen wollten, der sie an diese Küste segeln ließ. Der ursprüngliche Name lautete nämlich " Ciudad de la Santisima Trinidad y Puerto de Santa Maria de los Buenos Aires" (Stadt der Allerheiligsten Dreieinigkeit und Hafen der Heiligen Maria der guten Winde). Die einstige Hauptstadt des Vizekönigreichs Rio de la Plata ist auch Heimat des Tango (um 1850 hier kreiert), wenn auch die Tango-Lokale nicht mehr so großen Zuspruch haben wie früher (auch in anderen Städten).
Sehenswert ist das Hafenviertel La Boca mit dem pittoresken italienischen Viertel (neben Spaniern bildeten die Italiener mit 1/3 die größte Einwanderergruppe). Immerhin 10% der Argentinier sind deutschstämmig, es ist das am stärksten europäisch-geprägte Land Südamerikas. La Boca ist der Ursprung von Buenos Aires. Neben Kolonialbauten bilden die grell buntbemalten Wellblechhütten einen starken Gegensatz (unbedingt die Häuser in Caminito besuchen!). Die Einwohner von Buenos Aires nennen sich selbst "Porterios" (Hafenbewohner). Buenos Aires ist das südamerikanische Rinderzentrum, die Auktionshalle für den Verkauf von ganzen Rinderherden ist eine der

größten weltweit. Rindfleisch ist die Nummer eins der argentinischen Nahrungsmittel. Durchschnittlich ißt ein Argentinier pro Tag etwa ein Pfund Rindfleisch. Das Fleisch wird traditionell über offenem Feuer gebraten (Churrasco und Asado). Zentrum der Stadt ist Plaza de Mayo mit dem rosafarbenen Amtssitz des Staatspräsidenten "Casa Rosada", der turmlosen Kathedrale (hier liegt der Nationalheld Josä de San Martin begraben) und dem Kongreß-Palast (dem Capitol von Washington nachgebildet). Am ehemaligen Rathaus, dem Cabildo, begannen zu Beginn des vorigen Jahrhunderts die Unabhängigkeitsbestrebungen und Freiheitskämpfe gegen Spanien. Von der Plaza de Mayo führt die Straße Presidente R. Saenz Peha zur Plaza de la Repüblica mit dem 66 m hohen Obelisk (wurde 1936 zur Erinnerung an die Stadtgründung von 1536 aufgestellt). Hier beginnt mit fast 150 Metern eine der breitesten Straßen der Welt, die Avenida 9 de Julio (seit

Buenos Aires - Zentrum der Rinderindustrie
dem 9. Juli 1816 ist Argentinien von Spanien unabhängig).
Das Teatro Colön zwischen der Avenida 9 de Julio und der Plaza Lavalle ist eines der größten Opernhäuser der Welt (2700 Zuschauer auf 5 Rängen). Hier werden Opern, Konzerte und Ballettaufführungen veranstaltet. Zahlreiche Plätze und Parkanlagen (besonders im Stadtteil Palermo) dienen der Erholung, einen der schönsten Spaziergänge kann man auf der "Costanera" (Küstenstraße) machen, einer von Pappeln gesäumten Promenade. Der Stadtteil Recoleta beherbergt den "Parque Lezama", der geheimnisvoll zwischen Hügeln liegt.
Buenos Aires hat ein gut ausgebautes Untergrund-Bahnsystem. Der Bahnhof Estaciön Retiro liegt sehr zentral in Hafennähe. Nach Colonia del Sacramento in Uruguay besteht eine Tragflügelboot-Fährverbindung (60 km, 1 Std.).
Provinz Buenos Aires
Die Vororte von Buenos Aires gehören zur Provinz Buenos Aires. Auf einem

genden Areal von fast 4000 qkm wohnen ca. 12 Millionen Einwohner. Insgesamt wohnen etwas mehr als 12 Millionen Einwohner in dieser Provinz, etwa ein Drittel aller Argentinier, die etwa zwei Drittel der argentinischen Wirtschaftskraft erarbeiten.
Vom Vorort Tigre von Buenos Aires erstreckt sich bis San Pedro ein tropenähnliches Urwaldgebiet mit Labyrinthen von Wasserläufen und Hunderten von Inseln. Der berühmteste und größte Badeort Südamerikas liegt südlich von Buenos Aires: Mar del Plata (Flughafen). Neben dem einstigen Fischerdorf mit seinem idyllischen Hafen und den rot und gelb gestrichenen Fischerbooten erstrecken sich kilometerweite Sandstrände (jährlich 3 Mio Touristen). Hier steht auch das weltgrößte Spielcasino. Von der Mündung des Rio de la Plata finden sich auf 4000 km Länge an der argentinischen Atlantikküste zahlreiche weitere Badeorte und Fischerdörfer: San Clemente del Tuyü, Las Toninas, Santa Teresita, Mar de Ajö, Miramar und Villa Gesell. Zu den schönsten Stränden gehören Pinamar und Carilo, südwestlich von Mar del Plata.
Buenos Aires ist die flächenmäßig größte Provinz Argentiniens. Das Klima ist mild ohne Trockenperioden. Die Landschaft ist abwechslungsreich mit Mittelgebirgen, weiten Ebenen und fruchtbaren Böden, Flüssen, Lagunen und der Sandküste am Atlantik.
Östlich von Buenos Aires erstreckt die Pampa, die baumlose Ebene mit den großen Rinderfarmen (estancias).
Hauptstadt der Provinz ist La Plata an der Mündung des Rio de la Plata. Die Universitätsstadt wurde nach dem Vorbild von Washington D.C. 1882 angelegt.
DER NORDWESTEN
Jujuy
Diese im äußersten Nordwesten gelegene Provinz an den Grenzen nach Bolivien und Chile liegt in den Anden. Von subtropischer Vegetation östlich der Hauptstadt und gemäßigtem Klima im Süden mit fruchtbaren Äckern (Zuckerrohr) und Weiden (Rinder) nimmt die Vegetation nach Norden und Westen hin ab, die Landschaft wird karger, tiefe Schluchten zerfurchen die Hochebene "Puna", beherrschend werden die bis zu 10 m hohen Riesenkakteen. Die höchsten Berge sind im Westen über 5000 m hoch. Hier sind die kulturellen Wurzeln der Indios aus der Zeit um 1300 v. Chr. noch heute zu bewundern. Große Teile der Bevölkerung sind Indios des Coya-Stammes und Mestizen. Beeindruckend ist die 170 km lange Bergschlucht im Rio-Grande-Tal (Ruta Nacional 9 -

Nationalstraße 9), die Humahuaca-Schlucht (Quebrada de Humahuaca) mit ihren vielfarbenen Felswänden. Hier wurden Ruinen aus der Zeit vor der spanischen Kolonialisierung gefunden. Der schönste Fremdenverkehrsort dieser Region ist Humahuaca auf 3000 m Meereshöhe (ca. 2000 Einwohner) mit seinen alten schmalen Gassen, den Häusern aus Lehm und Holz. Es ist einer der ältesten Orte, die im 16. Jh. von den Spaniern gegründet wurden. Die Kathedrale de la Candelaria mit ihrer wertvollen Madonnenstatue wurde 1641 gebaut.
Sehenswert sind die archäologischen Siedlungen von Tilcara (an der Nationalstraße Nr. 9). Tilcara wurde zur ärchäologischen Hauptstadt der Provinz bestimmt. Die imposanteste Siedlungsanlage wurde von den Omaguacas gebaut, die Pucarä de Tilcara. Sie wurde 1908 vom Archäologen Juan Bautista Ambrosetti entdeckt. In Purmamarca kann man die bunten Berge bewundern, die Felsen des Cerro de Siete Colores (Berg der sieben Farben). Die unbewaldeten Berghänge erstrahlen in vielen Rot-, Gelb- und Grüntönen. Der Ort ist heute ärmlich, obwohl hier einige Kolonialbauten aus dem 17. Jh. zu finden sind.
In den Bergdörfern Casabindo und Cochinoca leben die Bewohner noch sehr traditionell. Die Gegend ist Schauplatz von Volksfesten, von denen der Karneval das am meisten gefeierte ist. Tagelang wird auf einfachen Instrumenten musiziert und dazu getanzt. Beeindruckend sind die Prozessionen.
Hauptstadt der Provinz ist San Salvador de Jujuy mit rund 120.000 Einwohnern im Süden der Provinz (Flughafen). Hier ist auch das Verwaltungszentrum der großen Erzbergwerke (Eisen, Blei, Zink, Kupfer, Silber und Zinn) in den Bergregionen des Nordens. Die großen Waldbestände ließen in dieser Region große Papierindustrien entstehen. Die Hauptstadt wurde im 16. Jh. gegründet, die Kathedrale im barocken und klassizistischen Stil im 18. Jh. gebaut. Neben den für eine Provinzhauptstadt obligaten Hochhäusern prägen doch die Kolonialbauten und Orangenbaum-Alleen das Stadtbild. Auf 1200 m Meereshöhe gelegen ist sie von dicht bewaldeten Bergen umgeben. Als Ausflugsmöglichkeiten bieten sich die Lagunen von Yala an mit ihrer subtropischen Vegetation inmitten kahler Bergwelt und zu Füßen des 6200 m hohen Cerro de Chani.
Grenzstadt im Norden ist La Quiaca an der Nationalstraße Nr. 9, knapp 300 km von Jujuy entfernt. In 3400 m Höhe führt eine Brücke nach Villazön in Bolivien.

gräberstadt Rinconada in der Nähe der Laguna Pozuelos, direkt unterhalb des 5029 m hohen Cerro Negro. Diese einsame Lagune ist die Heimat tausender von Flamingos (wie auch in Chiles Atacama-Wüste).
Salta
Südlich und östlich von Jujuy liegt die Provinz Salta. Die Landschaftsformen reichen von den Flußniederungen des Rio Bermejo mit ihrer subtropischen Vegetation im Osten und den Urwäldern im Nordosten bis zur Vorpuna, der von bizarren Flußtälern durchzogenen Vorkordilleren, bis zur Puna im Westen, dem Andenhochland zwischen 3000 und 4000 m. Überragt wird diese Hochebene von den höchsten Vulkanen der Erde, dem Volcän Socompa mit 6031 m und dem Volcän Llullaillaco mit 6723 m. Hauptstadt ist Salta (Flughafen), ca. 80 km südlich von San Juan de Jujuy, "La Linda" (die Schöne) wird sie von ihren Einwohnern genannt. Die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt sind die neugotische Kathedrale, die 1882 zum 300-jährigen Stadtgeburtstag eingeweiht wurde (prunkvolle, barocke Inneneinrichtung), das Rathaus (Cabildo) aus dem frühen 17. Jh. mit seinen drei Patios (Innenhöfen), die älteste Kirche der Stadt: Iglesia de San Francisco

(wurde im 19. Jh. nach einem Brand originalgetreu rot und gold bemalt wieder aufgebaut) mit seinem 75 m hohen Turm (dem höchsten Kirchturm in Südamerika), die Stadtparks und die zahlreichen Kolonialbauten, die besonders elegant den zentralen Platz des 9. Juli umsäumen. Den schönsten Blick auf die Stadt erhält man vom 1445 m hohen Cerro San Bernardo, der mühelos mit der Seilbahn erreicht werden kann.
Eine Attraktion der Provinz sind die CalchaquiTäler, die von der Hauptstadt Salta nach Cafayate verlaufen. Die Valle de Calchaquies mit dem gleichnamigen Fluß Rio Calchaqul sind ein Labyrinth aus tiefen Schluchten und

längs und quer gestreiften, schroffen Felsen. Teilweise haben Wind und Wasser wie Steinmetze gearbeitet und bizarre Formen aus Sandstein entstehen lassen, Obeliske, Pyramiden, Gesichter, Tiere. Sehenswert sind in den Calchaqui-Tälern die kleinen Städtchen Molinos und Cachi zu Füßen schneebedeckter Gipfel, letzteres entwickelte sich zur Kolonialzeit zum Zentrum des Pfefferanbaus.
Die Hauptanbauprodukte der Provinz sind Bananen, Bohnen, Zuckerrohr und Mais, daneben Pfeffer, Zitronen, Tabak und Weintrauben. Das Städtchen Cafayate (ca. 5000 Einwohner) ist umgeben von Weinbergen und Weingütern, hier wird einer der besten Weine Argentiniens erzeugt.
Die andere Attraktion der Provinz ist der Tren a las Nubes, der Zug zu den Wolken. Von Salta ausgehend fährt der Zug nach San Antonio de los Cobres (Bergbaustadt mit 2000 Einwohnern, 3775 m über dem Meeresspiegel, Zink-, Blei, Kupfer- und Silberminen), vorbei an Riesenkakteen, durch enge Schluchten und über schwindelerregende Viadukte. Auf der ca. 190 km langen Strecke wird ein Höhenunterschied von fast 2800 m überwunden. Das größte Viadukt der Strecke ist El Viaducto La Polvorilla bei San Antonio, das in fast 4000 m Höhe zu Beginn dieses Jh. gebaut wurde. (Spannweite 224 m, Höhe über der Schlucht: 64 m). Die Eisenbahnstrecke wurde zu Beginn unseres Jh. aus wirtschaftlichen Gründen gebaut, um eine Verbindung nach Chile herzustellen. Heute dient diese Strecke nur als Touristenattraktion.
Catamarca
Catamarca liegt südlich von Salta auf der Andenhochebene im Angesicht von Sechstausendern. Der Norden der Provinz ist Wüste mit Salinenfeldern, bewohnt ist der Südteil. Im Norden liegen die Bergbauminen (Molybdän, Mangan, Lithium, Kupfer, Blei, Zink, Uran, Wolfram, Gold, Silber, Kaolin, Quarz, Gips, Marmor

Zitrusfrüchte angebaut, im Süden Tomaten und Luzerne und im Westen Obst, Gemüse, Wein, Anis, Kümmel und Pfeffer.
Die Hauptstadt ist San Fernando del Valle de Catamarca, sie liegt 500 m über dem Meeresspiegel. Hier in dieser abgelegenen Provinz sind indianischen und kolonialen Traditionen noch sehr erhalten. Die Kathedrale der Stadt mit dem Bildnis der Virgen del Valle (Jungfrau des Tals) ist Anziehungspunkt für Pilger.
Die Bevölkerung stellt auf ihren Webstühlen Ponchos und die typischen farbigen Decken aus Wolle her.
Belön ist Zentrum der argentinischen Poncho- Industrie. Einen Besuch wert ist im Juli das Festival del Poncho, das neben dem Verkauf von Ponchos Jahrmarktsvergnügen bietet. Zu den Sehenswürdigkeiten der Provinz zählt die vorkolumbianische Indianersiedlung II Ingenio EI Arenal am Berg Aconquija in 4100 m Höhe. Tucuman
Östlich von Catamarca und südlich von Salta liegt die Provinz Tucumän. Sie ist flächenmäßig die kleinste Provinz Argentiniens.
Im Osten findet sich auf einer Ebene fruchtbare Ackerlandschaft, überwiegend Zuckerrohranbau. Große Zuckerraffinerien unterbrechen den Horizont des Flachlandes, dem größten Zuckerlieferanten Argentiniens. Nach Westen zu wird das Land hügelig und bergig mit dichten tropischen Wäldern. Die Fruchtbarkeit des Bodens und die Vielfalt der Vegetation haben der Provinz den Ruf eingebracht, "Garten der Republik" zu sein. Im Westen runden das bunte Landschaftsbild die schneebedeckten Vier- und Fünftausender der Sierra de Aconquija ab. Hauptstadt ist San Miguel de Tucuman mit rund einer halben Million Einwohnern. Die Stadt ist im Schachbrettmuster angelegt, die Häuserblocks haben quadratische Form. Zentrum der Innenstadt ist die palmenumsäumte und mit Blumen und Orangenbäumen bepflanzte Plaza lndependencia mit der einen Straßenblock weiter südlich liegenden Casa de Independencia, wo am 9. Juli 1816 der Kongreß die Unabhängigkeit ausrief. Sehenswert ist das Zuckermuseum Casa de Colombres.
Die touristische Attraktion der Provinz ist Taff del Valle, ein Ferienort in einem mit tropischer Vegation überwuchernden in 2000 m Meereshöhe liegenden Tal, zu Füßen von Fünftausendern, den Calchaqui-Bergen im Norden und den Aconquija-

Bergen im Süden. Schon im letzten Jahrhundert war das Tal berühmt wegen seiner ausgezeichneten Rinder- und Schafzucht, hier hatten die reichen Familien ihre Sommersitze. Besonders die mitteleuropäischen Auswanderer fühlten

sich von diesem Tal angezogen, es erinnerte an Landschaften wie beispielsweise in Tirol. Dieses Tal war schon lange vor den Spaniern von Indianern besiedelt.
Beispiel ist der Park der Menhire (Parque de

Menhires) bei El Mollar, 10 km südlich von Tafi del Valle. Menhire sind um 3 m hohe Steinfiguren, ca. 50 cm breit und 20 cm dick, denen auf der Vorderseite menschliche Gesichter eingeschnitzt sind (ähnlich denen auf der Osterinsel). Dutzende sind bereits ausgegraben, es wird vermutet, daß in den tiefen Wäldern der Bergschluchten noch weitere verborgen sind. In diesem "Heiligen Tal" der Indianer standen jeweils ein Menhir zentral auf einem Zeremonienplatz. Einige dieser Steine hatten "lebendige" Augen, wie beispielsweise der gekrönte Menhir von El Mollar. Die Augen waren so geformt daß man bei entsprechendem Lichteinfall das Gefühl hatte, man wird mit den Augen verfolgt, wenn man vor dem Stein hin und her geht.
Santiago del Estern
Die Provinz Santiago del Estero liegt südöstlich von Tucumän und Salta. Die Landschaft ist eben, es gibt die größten ausgetrockneten Salzseen mit riesige Salz- und Salpetervorkommen. Große Teile der Provinz sind von dichten Wäldern bedeckt, wichtigstes Nutzholz ist das steinharte, rote Holz des "Quebracho", das seit Beginn der Eisenbahnzeit für die Bahnschwellen verwendet wurde. Außerdem dient das Harz dieses Baumes zur Tanninherstellung, das in der Lederindustrie gebraucht wird. Landwirtschaftliche Produkte sind der Anbau von Soja, Bohnen und Hirse, sowie Rinder- und Ziegenzucht. Hauptstadt ist Santiago del Estero am Rio Dulce. Hier leben die Einwohner hauptsächlich von der industriellen Verwertung der Agrarsowie Salz- und Salpeterprodukte. Die Stadt wird auch "Malre de Ciudades" (Mutter der Städte) genannt, sie ist die älteste Stadt Argentiniens, als Barco cl" Avila 1522 gegründet. Am 25. Juli 1553 wurde anläßlich der Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Jakob, Schutzpatron von Spanien, Santiago del Estero del Nuevo

mehreren Erbeben endgültig 1876 nach den alten Plänen im korinthischen Stil gebaut wurde und zu den schönsten Kirchen Argentiniens gehört, die Kirche San Francisco im neugotischen Stil aus dem 16. Jh. und der Francisco de Aguirre mit seinen Eukalyptusbäumen. Weithin im Land bekannt sind die Thermalbäder von Rio Hondo (Termas de Rio Hondo), an der Nationalstraße 9 zwischen Santiago del Estero und San Miguel de Tucumän. Wegen des ganzjährig warmen Klimas können die Freiluftbäder im Sommer und Winter genutzt werden. Schon die Inkas kamen weit von Norden über die Anden um die heilenden Kräfte dieser Quellen zu genießen.
La Rioja
Die Provinz La Rioja liegt südlich von Catamarca, hat im Westen Anteil am Altiplano (Andenhochebene) mit dem aus den Wolken ragenden Cerro Bonete (6872 m), zeigt weiter östlich fruchtbare Ackerlandschaft mit Weinbau, Oliven- und Walnußbäumen und geht in Osten in unfruchtbare Salzebenen über.
Hauptstadt ist La Rioja. Nach einem Erdbeben wurde sie 1894 fast völlig zerstört. Heute ist sie teils modern, teils ursprünglich wieder aufgebaut. Sehenswert sind die im byzantinischen Stil wieder aufgebaute Kathedrale, die Kirche Santo Domingo, eine der ältesten Kirchen Argentiniens, schon 1623 von Indianern errichtet, und die Kirche vom Heiligen Franziskus (Celda de San Francisco), wo seine Zelle besichtigt werden kann.
Zu den Attraktionen der Provinz gehören die Felsenlandschaften von Talampaya in der Nähe des Tals des Mondes (siehe Provinz San Juan!). Der Cahon de Talampaya liegt an der Provinzsraße 26 (in der Nähe der Provinzgrenze zu San Juan) bei der Ortschaft Los Baldecitos, an der Kreuzung zur Nationalstraße 150. Ähnlich wie im Grand Canyon in den USA (nur kleiner) faszinieren hier die von Wind erodierten rötlichen Sandsteinblöcke in unterschiedlichsten Formen. Von weitem sieht die Landschaft aus wie eine Ruinenstadt von Riesen. Der 1975 gegründete Provinz-Park soll zum Nationalpark erhoben werden.
DAS ZWEISTROMLAND DES NORDOSTENS
An den großen Strömen Rio Paranä, Rio Paraguay und Rio Uruguay liegen die nordöstlichen Provinzen. Die weitverzweigten Nebenarme dieser Flüsse gelten in Argentinien als Anglerparadiese.
Formosa
Die Provinz Formosa liegt im Nordosten Argen-

Paraguay und seines Nebenflusses Rio Pilcomayo, die oft das Land überfluten und einzelne palmenbestandene Inseln entstehen lassen. Die Landwirtschaft bietet den Haupternährungszweig mit Baumwolle, Hirse, Mais und Obst (vor allem Grapefruit und Bananen). Formosa gehört zu den ärmsten Provinzen des Landes, nicht zuletzt wegen seiner abgelegenen Lage.
Hauptstadt ist Formosa (Flughafen), sie ist provinziell, ohne herausragende Sehenswürdigkeiten. Einzig der Hafen am Rio Paraguay mit seinen Kneipen bietet einige Abwechslung.
Formosa ist die Heimat der Toba-, Pilagaesund Wichi-lndianer. Ganz abgelegen im Nordwesten der Provinz leben die Indios wie vor hunderten von Jahren.Der sehenswerte Nationalpark Rio Pilcomayo liegt ca. 20 km nordwestlich von Clorinda an der Nationalstraße 86 Chaco
Chaco ist die Provinz südlich von Formosa. Der Name ist Quechua und bedeutet "Land der Jagd". Im Chaco findet man tropischen Urwald mit exotischen Hölzern und farbenfrohen Vögeln. Neben dem Anbau von Baumwolle wird aus dem Quebracho-Baum Tannin hergestellt. Daneben gibt es Viehwirtschaft auf den weiten Ebenen. Der Chaco ist das Dorado für Jäger und Angler. In seinen Wäldern trifft man Wildschweine, Wildkatzen und seltene Vogelarten, es gibt noch Jaguare und Tapire. In den Flüssen tummeln sich die kämpferische Dorade (Dorado - Goldbrasse) und andere begehrte Fischarten. Der Chaco-Nationalpark liegt an der Provinzstraße 9 rund 90 km nordwestlich von Resistenzia. Der kleine Park mit seinen Lagunen zeigt eine interessante Vielfalt der Vogel- und Pflanzenwelt.
Resistenzia (Flughafen) ist die Hauptstadt der Provinz Chaco mit über 200.000 Einwohnern. Direkt gegenüber am anderen Ufer des Rio Paranä liegt Corrientes, die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz, die mit dem Auto über die Paranä-Brücke erreicht werden kann.Direkt an der Grenze nach Santiago del Estero bei Gancedo an der Nationalstraße 89 sind zahlreiche Meteoritenkrater und der "Chaco-Meteorit" zu finden. Der "Chaco", wie er hier genannt wird, ist der größte, der in Argentinien gefunden wurde und weltweit gesehen der drittgrößte hinsichtlich seiner Größe. Er wiegt 33.400 kg und ist übermannsgroß.
Santa Fe
Die Provinz Santa Fe liegt westlich des Rio Paranä. Das von einer Vielzahl von Flußläufen, Lagunen und Sümpfen durchzogene, flache Land ist fruchtbar. Hier gibt es große Rinder

kommen aus Santa Fe) und Getreidefelder. Auf der Pampa (Ketschua: "Ebene ohne Bäume") findet man die riesigen Estancias.
Die Hauptstadt der Provinz heißt auch Santa Fe, was Heiliger Glaube heißt. Zu Zeiten ihrer Gründung im Jahre 1573 hieß sie Santa Fe de la Vera Cruz. Santa Fe ist eine Hafenstadt und liegt zwischen den Ufern des Rio Paranä und Rio Salado. Das erste Fort wurde von spanischen Siedlern 1527 angelegt, nach der Zerstörung durch Indianer ist die heutige Stadt 10 Meilen (48 km) weiter nördlich an ihrem heutigen Platz neu aufgebaut worden.
Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören die Kathedrale, die auf Mauerresten, die noch heute in der Sakristei sichtbar sind, 1834 neu aufgebaut wurde, die über 200-jährige Kirche Iglesia de La Merced und die Klosterkirche von 1680, die aus Holz gebaut wurde, "Convento de San Francisco" (beeindruckende Holzschnitzereien). Haupthafen der Provinz ist Rosario, weiter flußabwärts. Bis hier können sogar Hochseeschiffe den Rio Paranä herauffahren.
Entre Rios
Die Provinz Entre Rios (zwischen den Flüssen) liegt östlich von Santa Fe und nördlich der Provinz Buenos Aires. Sie reicht im Süden bis zum Rio de la Plata. Im Osten wird sie begrenzt durch den Rio Uruguay, im Westen durch den Rio Paranä. Die Landschaft ist flach, allenfalls leicht gewellt und sehr fruchtbar. Typisch sind die riesigen Palmenwälder.
Entre Rios ist Argentiniens größter Reis- und Flachsproduzent. Es ist eines der wichtigsten Obstanbaugebiete (Mandarinen, Orangen und Grapefruit).
Afetearen
Von etwa 11.000 Meteoriten durchbrechen nur etwa 7 die Erdatmosphäre, die anderen verglühen mit dem typischen Meteoritenschweit. Es gibt Jahre mit intensiverem Meteoriteneinschlag, so 1833. 1866 und 1965. Z.Zt. hat man etwa 2200 Einschläge weltweit registriert, auch wenn nur die Krater übriggeblieben sind. Die Meteorite und Krater des Chaco wurden durch Einschläge vor etwa 5000 Jahren geschaffen. In dieser Gegend, die "Campo del Cielo" (Himmelsfeld) genannt wird, nach dem Tobe-Indianer-Namen epicuen nonratta", hat man 13 Meteoriten aus fast reinem Eisen gefunden (Eisen 93%, Nickel 5%, Kobalt 0,5% und Spuren von • Chrom und Zinn). Neben den Meteoriten gibt

Hauptstadt der Provinz ist Paranä, Hauptstadt Argentiniens zwischen 1853 und 1861. Die Stadt ist auf Stützen auf Inseln im Fluß gebaut worden. Sie hat eine koloniale Atmosphäre. 1730 wurde sie als Bajada del Paranä gegründet. Die Neuzeit war spätestens eingezogen, als der Tunnel unter dem Rio Paranä gebaut wurde, der Tünel Subfluvial Hernandarias. Die zweitgrößte Stadt der Provinz ist Concordia am Westufer des Rio Uruguay. Sie ist die "Zitrus-Hauptstadt" des Landes. Rings um die Stadt stehen große Orangen- und Grapefruitplantagen.
Corrientes

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