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Die Azoren liegen
im östlichen Teil des Nordatlantik zwischen 36°55' und 39°10'
nördlicher Breite und zwischen 25°05' und 31°15' westlicher
Länge, 1500 km westlich von Lissabon in Portugal und ca. 4000
km östlich von New York. Sie sind eine Autonome Region
Portugals. Es sind von West nach Ost auf einer Länge von 370
km die neun bewohnten Inseln Flores, Corvo, Faial, Pico, Säo
Jorge, Graciosa, Terceira, Säo Miguel und Santa Maria, sowie
die kleinen, unbewohnten Formigas-Inselchen nordöstlich von
Santa Maria.
Alle Inseln sind vulkanischen Ursprungs, der letzte
Vulkanausbruch fand 1957 auf Faial statt. Die imposanten
Vulkane wie der Pico sind vom Typ der Kegelvulkane wie der
Fujijama. Eine häufige vulkanische Erscheinung sind die
Caldeiras, ein nach Vulkanausbrüchen entstandener großer, oft
mehrere Kilometer langer Krater,
Pico beim Landeanflug auf Faial
aus der wieder mehrere neue Vulkane erwachsen. Der schönste
auf den Azoren ist das Tal der Sete Cidades auf Säo Miguel,
mit bewaldeten Hängen, zwei Seen mit Sandstränden und einem
einsamen Dorf. Außerdem gibt es auf fast allen Inseln
Heißwasserquellen. Bis auf Pico und Terceira sind die Inseln
sehr fruchtbar. Die Küsten der Azoren fallen großenteils steil
ins Meer ab, höchster Berg ist der Pico (2351 m), damit auch
höchster Berg Portugals. Das Datum der ersten Entdeckung des
Archipels ist unbekannt. Nach historischen Berichten soll der
portugiesische Seemann Diego de Silves im Auftrag des
portugiesischen Prinzen
Heinrich der Seefahrer, der selbst nie auf Entdeckungsfahrt
war, um 1427 Santa Maria und Säo Miguel entdeckt haben. Am 15.
August 1432 landete Goncalo Velho Cabral mit einem dutzend
Seeleute seines kleinen Segelschiffes auf der Insel, die er
Santa Maria nannte, als homage an das Himmelfahrtsfest Marias
am Tag der Entdeckung. Die Besiedelung begann mit der
Dorfgründung Praia dos Lobos 1439, später siedelten sich
Familien aus der Region Algarve hier an und gründeten die
erste Stadt, Vila do Porto. Auf seiner Rückreise von der
Entdeckung Amerikas landete Christoph Columbus 1493 auf dieser
Insel. Kurioserweise wurde er vom Gouverneur gefangengenommen,
seine Erzählungen klangen zu unglaubhaft. Säo Miguel wurde
1444 mit Hilfe von Cabral von Leuten besiedelt, die aus den
südlichen portugiesischen Regionen Algarve, Estremadura und
Alto Alentejo kamen. Außerdem waren auch Ausländer auf dem
Schiff, vor allem Franzosen. Sie siedelten vor allem an der
Küste und wurden Bauern. Exportiert wurde Weizen an die
portugiesischen Garnisonen in Nordafrika, Zuckerrohr und
Färbemittel nach Flandern und später Orangen nach England. Um
die Jahrhundertwende zum 17. Jh. war Säo Miguel ein
berüchtigstes Schlupfloch französischer, englischer und
algerischer Piraten. 1582 wurde die Insel von Spaniern
besetzt, die sich erfolgreich französischen Truppen
entgegenstellten, später kämpften Franzosen und Portugiesen
zusammen und vertrieben die Spanier. 1640 wurde die Insel
wieder der portugiesischen Krone zurückgegeben. Die erste
Hauptstadt war Vila Franca do Campo, diese fiel 1522 einem
Erdbeben zum Opfer. Seit 1546 ist Ponta Delgada die Hauptstadt
der Insel und der Azoren. Die dritte Insel, die besiedelt
wurde, war die Insel Jesus Christus, die später den Namen
Terceira (= die Dritte) bekam. Terceira spielte immer eine
wichtige Rolle als Hafen für die portugiesischen
Handelsschiffe. Graciosa wurde um 1450 entdeckt, später folgte
die Besiedelung. Santa Cruz wurde 1486 zur Hauptstadt.
Exportprodukte im 15. Jh. waren Weizen, Gerste, Wein und
Brandy. Säo Jorge soll 1439 entdeckt worden
die Besiedelung begann 1443. Velas wurde noch im 15. Jh.
Stadt. Hauptexportprodukte waren Wein, Weizen, Pastellfarben
zum Färben von Stoffen und Torf. Pico wurde 1460 besiedelt,
Lajes wurde der Hauptort. Beliebtes Exportprodukt war der Wein
Verdelho do Pico. Faial, auf alten Seekarten als risikoreiche
Insel bekannt, wurde in der ersten Hälfte des 15. Jh.
entdeckt, die Besiedlung begann in Cedros an der Nordküste.
1876 wurde in Horta der große Hafen gebaut. Die beiden
östlichen Inseln Flores und Corvo wurden 1452 von Diogo de
Teive entdeckt. Flores wurde zunächst St. Thomas bzw. St. Iria
genannt, später wegen der gelben Blütenpracht Blumen-Insel (Flores).
Corves hieß zunächst Insula Corvi Marini. Im 18. und 19. Jh.
waren es vor allem die Männer aus Corvo, die von
amerikanischen Walfangschiffen als Seeleute und Walfänger
angeheuert wurden. Die Azoren sind Bauernland mit Viehhaltung
und Milchproduktion. Seit Beginn der Besiedlung wird Tee
angepflanzt, seit dem letzten Jh. Ananas. Der Tourismus wird
zum wichtigsten Wirtschaftsfaktor. Der Atlantik um die Inseln
ist sehr fischreich, früher lebten die Inseln vom Walfang in
der fairen Form. Vom Segelschiff wurden Ruderboote mit
Harpunen ausgeschickt, es war ein unentschiedener Kampf "Mann
gegen Mann" wie in Melvilles Roman "Moby Dick". Das
Kunsthandwerk des Schnitzens und Bemalens von Walzähnen greift
heute auf Ochsenknochen und Kunststoffe zurück. In Europa
bekannt sind die Azoren als Wetterküche, in dieser Region
liegt in der Regel das "Azoren-Hoch", das bei gewonnenem
"Kampf" gegen das "Island-Tief" für das warme Wetter bei uns
sorgt. Das Klima der Azoren ist maritim, zumeist sieht man
dichte Wolkenbänke über den Inseln, aus denen die Spitze des
Pico herausragt. Es gibt trockene Inseln wie Graciosa, im
allgemeinen fallen gleichmäßig im Jahr Niederschläge von 1130
mm. Es gibt weder Frost noch Hitze auf den Inseln, die
Durchschnittstemperaturen liegen im Winter bei 15°, im Sommer
bei 23°. Die Wassertemperaturen liegen im Winter bei 14°, im
Sommer bei 21°, man kann das ganze Jahr über baden. Besonders
im Winter weht ein ständiger Wind. Die Bevölkerung ist
katholisch, religiöse Feiern spielen im Brauchtum die größte
Rolle. Die wichtigsten Feste sind die "Heilig-Geist-Feste" zu
Pfingsten, der größte Teil der Kirchen hat den entsprechenden
portugiesischen Namen "Espirito Santo".
Von Lissabon bestehen Flugverbindungen (ca. 2.00 h) mit der
TAP-Air Portugal nach Säo Miguel, Faial und Terceira, ebenso
von einigen
europäischen Hauptstädten. Außer Corvo besitzt jede
Azoreninsel einen eigenen Flugplatz, den die
Propellermaschinen der innerazoreanischen Fluglinie SATA-Air
Acores regelmäßig anfliegen. (Faial-Flores 60 min, Säo
Miguel-Terceira 40 min, Säo Miguel-Santa Maria 25 min,
Terceira-Pico 40 min)
Fährverbindungen bestehen zwischen den Inseln Faial, Pico, Säo
Jorge, Graciosa und Terceira (zentrale Inselgruppe), zwischen
Santa
Bucht und Hafen von Horta
Maria und Säo Miguel (östliche Inseln) und zwischen Corvo und
Flores (westliche Inseln), allerdings sind sie nur in der
zentralen Gruppe regelmäßig nach Fahrplan, bei den östl. und
westl. Inseln nach Bedarf, vor allem während der Saison Juni
bis September.
Die Azoren bieten vielfältige Sportmöglichkeiten,
Segelbootverleih auf Faial, Säo Miguel und Terceira, dort auch
Verleih von Tauchausrüstungen, Surfboardverleih auf Faial und
Säo Miguel, Bootsfahrten zum Hochseeangeln auf den drei
erstgenannten Inseln, Golfplätze auf Säo Miguel und Terceira,
Wasserskifahren auf Säo Miguel und Jagd- und Sportschießen auf
Säo Miguel und Terceira. Auf den meisten Inseln kann man
mittlerweile Boote zum Wale- Beobachten chartern.
In den letzten Jahren ist das Angebot an guten Hotels auf den
Inseln stark erweitert worden, z.Zt. gibt es ca. 5200 Betten.
Drei- und Viersternehotels gibt es mittlerweile auf allen
Inseln, Fünfsternehotels nur auf Säo Miguel, Faial und
Terceira, auf S. Miguel entfallen alleine 50% aller
Hotelkapazitäten.
Corvo
Corvo (6,5 x 4 km, Umfang 3.400 m) liegt wie Flores weit
draußen im Atlantik.
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