Lastminute Lima Die Landeshauptstadt (mit Vororten ca. 8 Millionen Einw.) wurde 1535 von Francisco Pizarro gegründet. 1542 wurde sie Hauptstadt des Vizekönigreichs Peru und entwickelte sich dann schnell zu einer sehr reichen Stadt, mit der selbst die wohlhabendsten Städte des spanischen Mutterlandes nicht wetteifern konnten. Verheerende Erdbeben (besonders 1687 und 1746) vernichteten den Reichtum und zerstörten zahlreiche prunkvolle Bauten.
Die Bauten in der heutigen Altstadt von Lima reichen nur zu einem kleinen Teil in die Zeit vor 1746 zurück. Sie liegt vor- wiegend am Südufer des Rio Rimac, gut 12 m von seiner Mündung entfernt. An die Altstadt schließen sich zahlreiche neue Viertel an, die die Verbindung mit den an der Küste gelegenen Vor- und Badeorten San Miguel, Magdalena del Mar, Miraflores, arranco und Chorrillos und mit der Hafenstadt Callao, die zu Groß-Lima gerechnet wird, herstellen. In Richtung Callao liegen die Villenvororte Bellavista und La Perla,
Sehenswürdigkeiten: Seit der Gründung der Stadt ist die Plaza de Armas der Mittelpunkt. Hier stehen der Regierungspalast (der 1938/39 völlig erneuerte ehemalige Pizarro-Palast), die Kathedrale (18. Jh.; im Innern in einem Glassarg die Mumie des Francisco Pizarro), daneben das Erzbischöfliche Palais (prächtige Balkone mit reichem Schnitzwerk), egenüber das Rathaus, ein 1943/44 errichteter Bau, und schließlich die Süd- und Westarkaden (elegante Geschäfte). Hinter dem Regierungspalast führt der Puente dc Piedra, eine über 300 Jahre alte Steinbrücke, über den Rio Rimac in den Stadtteil Rimac, der am Fuß des Cerro (Hügel) San Cristobal liegt.
Am Regierungspalast beginnt der Jirön Ancash, an dem, vom Palast nicht weit entfernt, die sehenswerte Kirche San Francisco (17. Jh.) mit weiten unterirdischen Begräbnisstätten steht. Von der Plaza de Armas führt der Jirön dc la Uniön, die Hauptgeschäftsstraße der Stadt, in südwestlicher Richtung zur Plaza San Martin, die ein Denkmal des Freiheitshelden Jos de San Martin schmückt. Am Jirbn de la Uniön steht die Kirche La Merced.
Östlich der Plaza de Armas liegt die Plaza de la Inquisiciön mit der Casa dc la Inquisiciön (16. Jh.), früher Senatssitz. Außerdem liegen in der Altstadt die Kirche San Pedro (erste Hälfte 17. Jhs.; prächtige Innenausstattung), der Palast Torre Tagle (1735; heute Außenministerium; wegen der herrlichen Holzschnitzereien einer der sehenswertesten Bauten Limas) und die Kirche de las Nazarenas (in ihr wird das wundertätige Bild des Seflor de los Milagros, des Herrn der Wunder, aufbewahrt, das im Vor einer Fahrt zu den historischen Stätten Perus sollte man dem Nationalmuseum für Anthropologie und Archäologie einen Besuch abstatten. Seine Sammlungen enthalten Funde aus allen Kulturepochen und
-räumen Perus und sind daher eine ausgezeichnete Einführung in die Vergangenheit Perus, auf die die Peruaner nicht wenig stolz sind. Das Museum und das eine Ergänzung darstellende Museo de Larco Herrera liegen an oder in der Nähe der Plaza Bolivar im Stadtteil Pueblo Libre.
In der Küstenregion, auch in Lima, tritt von Mai bis November das Garüa genannte Nebelnässen auf, das die Sicht erheblich behindert, aber auch einige Wüsten- pflanzen erblühen läßt.
AUSFLÜGE — (außer Cusco und Iquitns)
Pachacamac ist eine etwa 30 km südöstlich von Lima in der Nähe von Lurin gelegene Ruinenstadt, die teilweise restauriert worden ist. Die Stadt bestand schon vor der Eroberung des Landes durch die Inka. Die Tempelstadt von Pachacamac war in präkolumbischer Zeit eine der bedeutendsten heiligen Städte (Wallfahrtsziel) in den Andenländern.
Ancon liegt etwa 50km nördlich von Lima, inmitten der peruanischen Küstenwüste. Es ist ein sehr beliebter Ausflugsort mit einem herrlichen weißen Strand und allen Einrichtungen, die man von einem Badeort erwartet. Die Besucher dieses Badeorts kommen in erster Linie aus den wohlhabenden Gesellschaftsschichten in Lima.
Trujillo (500000 Einw.; Dauer des Ausflugs bei Benutzung des Flugzeugs zwei Tage) liegt inmitten von Zuckerplantagen. Es ist die am besten erhaltene Kolonialstadt Perus. Aus spanischer Zeit stammen ihre sehenswerten Kirchen und viele Bürgerhäuser. Etwa 6 km von Trujillo entfernt. Die Avenida 9 de Diciembre und der Paseo de la Repüblica, die an der Plaza Grau im rechten Winkel aufeinanderstoßen, gehören zu den repräsentativen Straßen Limas.
liegen die sich über 20 km² erstreckenden Ruinen von Chan-Chan, der einstigen Hauptstadt des Chimü-Reiches.Viele tausend Menschen lebten hier im 15. Jh.
Galera ist mit 4780 m die höchstgelegene Bahnstation der Erde. Auf der 156,6 km langen Strecke von Lima-Desamparados bis Galera überwindet die Bahn einen Höhenunterschied von 4627 m. Die Bahnfahrt ist von hohem technischem und landschaftlichem Interesse. Die an Kehren reiche Strecke führt über kühn gebaute Brücken und durch 68 Tunnels, von denen der längste 4789 m mißt. In wenigen Stunden steigt sie von den Klima- und Vegetationszonen der Küste zu denen der Sierra hinauf.
Ayacucho (2560 m; 75000 Einw.; 576 km Autostralle in Richtung Cusco; täglich Flugverbindung) ist eine altertümliche Stadt. die besonders im 17. Jh. große militärische Bedeutung hatte. Sehenswert sind die alten Häuser im Kolonialstil, die Kathedrale mit ihren schmucküberladenen und vergoldeten Altären, die Kirche Santa Damingo mit der Hinrichtungsstätte der Inquisition. Von Palmsonntag bis Ostern finden in Ayacucho Passiansfrierlichkelten statt, die zu den eindrucksvollsten in der ihero-amerikanischen Welt zählen.
Hinweis. Da Ayacucho das Zentrum von Aktivitäten der Guerilla-Organisation Sendera Lun,inoso (Leuchtender Pfad) ist und über die Region der Ausnahmezustand verhängt wurde, kann die Stadt nicht immer besucht werden. Cusco (3400 m; 250000 Einw.), das mit dem Flugzeug täglich von Lima aus zu erreichen ist, stellt zusammen mit Machu Picchu eine der großen touristischen Attraktionen Südamerikas dar. Die Stadt war die Hauptstadt des Inka-Reiches. An die Inka erinnern die mächtigen Mauern der oberhalb der Stadt gelegenen Festung Sacsayhuamän. das sogenannte Inka-Bad von Tamho Machay und das sogenannte Amphitheater von Quenco, ferner in der Stadt selbst außer den hervorragenden
Sammlungen des Archäologischen Museums die Grundmauern vieler Paläste. Klöster und Kirchen. Die Mauern der Kirche Santo Domingo sind zum Teil noch die Mauern des Sonnentempels der Inka.
Die Inka-Stadt brannte 1535 nieder. Auf ihren Trümmern entstand die spanische Kolonialstadt, deren Mittelpunkt die Plaza de Armas war und ist, An diesem Platz stehen die Kathedrale (nach dem Erdbeben von 1950 fast völlig erneuert; hinter den goldenen Gittern der Kapellen Gemälde aus der „Schule von Cusco), die Kirche El Triunfo, die älteste der Stadt, die Jesuiten- kirche La Compavlia. die schönste der Stadt, und daneben das ehemalige Jesuitenkolleg (heute Universität). Zur Kirche La Merced gehört ein stimmungsvoller Kreuzgang.
AUSFLüGE
Machu Picchu ist 119 km von Cusco entfernt und mit der Eisenbahn (Puente Ruinas, Bus) erreichbar. Es ist die legendäre „vergessene Stadt‘ der Inka, die von den Spaniern nie gefunden und erst 1911 von dem US-Amerikaner Hiram Bingham entdeckt wurde. Die im Urubamha-Ca4on auf einem fast unbezwingbar erscheinenden Berggipfel gelegene Stadt war ursprünglich wohl nur ein Bergheiligtum. um das herum
im Laufe der Zeit die mächtige Bergfestung entstanden ist. Die terrassenförmig angelegte Stadt mit ihren zyklopischen Mauern, ihren Treppengassen und Tempelanlagen ist noch recht gut erhalten und lohnt eine eingehende Besichtigung. Man sollte sich daher nicht mit einem Tagesausflug ab Cusco begnügen, sondern zwei Tage für den Besuch ansetzen (ein staatliches Touristenhotel ist vorhanden).
Pune — Titicacasee. Das am Westufer des Titicacasees in 3882 m Höhe gelegene Städtchen Puno (60000 Einw.) ist mit der Bahn von Cusco aus zu erreichen. In Puno und den benachbarten Orten leben hauptsächlich Ayvnarä. deren Vorfahren als die ersten Kartoffelanbauer und als die ersten Züchter von Lamas und Alpacas gelten. Auf den schwimmenden Wohninseln im Titicacasee leben die Aymarä, die auf Balsabooten zum Fischfang ausfahren. Neben dem Volksleben (viele Feste) fesseln im Raum von Puno der Titicacasee, die Ruinen aus präkolumhischer Zeit (z. B. die Chulpa — Grahturm — von Sillustani) und die reichverzierten Bauten aus der spanischen Kolonialzeit, so die Kathedrale von Puna, die Pfarrkirche von Pomata. die Kirche San Juan und das Haus Cuentas Zavala. Zwischen Puno und Guaquf verkehren täglich Schnellboote. Zwischen Guaqui und La Paz (Bolivien) besteht Eisenbahnverbindung.
IQuITOS
Iquitos (schätzungsweise 350000 Einw) ist die Hauptstadt der Provinz Loreto, eines Teils des peruanischen Amazonas-Gebietes. Es ist rund 1600 Flugkilometer von Lima entfernt und täglich in rund dreistündigem Flug von Lima aus zu erreichen. Die Stadt wurde 1863 an der Stelle eines Indianer- dorfes gegründet und erlebte ihre Blütezeit im Zusammenhang mit dem südamerikanischen Gummiboom im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, Die Stadt liegt rund 3700 km von der Mündung des Amazonas entfernt, und ihr Hafen ist der Endpunkt der Amazonas-Sch(fahrt.
In touristischer Hinsicht ist Iquitos eine Reise wert, weil man von hier aus auf dem Amazonas, auf seinen vielen Nebenflüssen, z. 8. dem Nanay, und auf den Seen eindrucksvolle Bootsfahrten durch den Dschungel unternehmen kann, Für einen Besuch von Iquitos ist zu beachten, daß es hier tropisch heiß und feucht ist und daß besonders in den Monaten Januar bis April täglich schwere Regenralle niedergehen.
Lima & Peru
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