Last Minute Dalmatinische Küste Die Küste des früheren Vielvölkerstaates Jugoslawien teilen sich heute drei souveräne Staaten: Slowenien (Slovenija), Kroatien (Hrvatska) und das zur Bundesrepublik Jugoslawien gehörende Montenegro (Crna Gora). Thema ist der slowenische und kroatische Teil dieser Küste, das sind die große Halbinsel Istrien, das Kroatische Küstenland, Dalmatien und die vorgelagerten Inseln. Außerdem aufgenommen wurden auch einige herausragende Reiseziele im Hinterland der Küste. Durch die Halbinsel Istrien verläuft die slowenisch-kroatische Grenze; die Nordküste ist slowenisches Staatsgebiet, der überwiegende Teil von Istrien sowie das Kroatische Küstenland und Dalmatien gehören zu Kroatien - ausgenommen der etwa 15 km breite Korridor von Bosnien-Herzegowina bei Neum. Die Bucht von Kotor ist bereits montenegrinisches Staatsgebiet und somit nicht mehr Thema dieses Reiseführers.Obgleich nachfolgend aus praktischen Gründen nur von Istrien und Dalmatien die Rede sein wird, teilt sich die östliche Adriaküste zwischen Koper und Cavtat streng genommen in drei historische und geographische Räume: die Halbinsel Istrien, die nordkroatische Küste (im weitesten Sinne die Kvarner Bucht, auch Kroatisches Küstenland genannt) und Dalmatien. Istrien ist mit rund 4000 km2 die größte Halbinsel der Adria. Von Nord nach Süd mißt sie maximal 100 km, von Ost nach West höchstens 75 km. Die Länge der slowenischen Küstenlinie macht nur knapp 46 km aus.Zwischen der Ostküste Istriens und der Küste Dalmatiens vermittelt die Kvarner Bucht mit der Hafenstadt Rijeka, im weiteren Sinne das Soge., nannte Kroatische Küstenland. In der Bucht liegen neben zahlreichen kiel’., nen Eilanden die großen Inseln Krk, Cres, Loäinj und Rab.Die langgestreckte Insel Pag markiert den Übergang zu Norddalmatien mit seiner Hauptstadt Zadar. Auf dem Festland läßt sich die Grenze zwischen nordkroatischer Küste und Dalmatien weniger präzise ziehen; sie liegt in Zwischen Karlobag und dem Ort Starigrad. Die Fläche Dalmatiens t 12 000 km2, davon entfallen mehr als 2000 km2 auf die Inseln. Alle erten Inseln miteinbezogen, kommt man auf eine Gesamtküsten- Von rund 5800 km, davon sind etwa 1000 km Festlandsküste. Als gemessen beträgt die Entfernung zwischen Rijeka und der Halbrevlaka südlich von Dubrovnik ungefähr 400 km, die kurvenreiche fraß° zwischen diesen Bezugspunkten ist etwa 650 km lang.Fruchtbares Hügelland, dessen Erdtöne zwischen gelb-braun und grau schwanken - das sogenannte `Gelb-Istrien’. Hier entspringen die beiden größten Flüsse der Halbinsel, die Mirna, die bei Novigrad ins Meer mündet, und die RaSa, die an der Ostküste bei Labin in die Adria tritt. Die nahezu 1400 m hohen Gebirgszüge des üibarija-Massivs, wegen ihres hellen Kalksteins ‘Weiß-Istrien’ genannt, riegeln die Halbinsel nach Nordosten hin ab. Ein Ausläufer dieses Massivs ist das Uöka-Gebirge, das direkt hinter der nördlichen Ostküste, der sogenannten Opatija-Riviera, aufsteigt.Die kulturelle Eigenständigkeit der Küsten- und Inselbewohner gegenüber der Kultur im Binnenland hängt unter anderem damit zusammen, daß die gesamte dalmatinische Küste von Rijeka bis Dubrovnik nach Osten bzw. Nordosten durch das mächtige Dinarische Gebirge abgeschirmt wird, das von den südöstlichen Alpen bis zu den nordalbanischen Alpen verläuft. Es steigt verhältnismäßig schmal zwischen Triest (Italien) und Ljubljana (Slowenien) an und verbreitert sich nach Südosten. Das Dinarische Bergland ist ein überwiegend aus Kalkstein und Dolomit gebildetes, durch Korrosion geformtes Karstgebiet. Das steinige Gelände ist stellenweise unbewachsen, an anderen Stellen bewaldet. Fruchtbaren Boden gibt es im allgemeinen nur dort, wo auf durchlässigemFelsgestein Senkungen entstanden sind. Die markantesten Erhebungen des Dinarischen Berglandes sind der hinter Rijeka aufragende Gorski Kotar und, etwas weiter südlich, das Velebit-Gebirge, dessen höchste Gipfel fast 1800 m hoch sind. Der einzige größere Fluß, der bei Mostar (Bosnien-Herzegowina) den Dinarischen Gebirgsblock durchbricht, ist die Neretva.Der dalmatinische Küstenstreifen ist großenteils sehr schmal. Zwischen Rijeka und der Mündung des kleinen Flüßchens Zrmanja nahe Zadar fallen die Berge des Velebit-Massivs direkt ins Meer ab. Zwischen Zrmanja- und der Cetina-Mündung bei Omis weitet sich der Küstensaum zur sogenannten Dalmatinischen Platte aus. Die fruchtbare Hochebene hinter Zadar, Ravni kotari, wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Schließlich erfährt der ansonsten auch in Süddalmatien schmale Küstensaum noch einmal eine größere Ausdehnung an der Neretva-Mündung, dort, wo sich Bosnien-Herzegowina der Küste nähert und sogar einen Zugang zur Adria hat. Das ehemalige Sumpfland ist heute ebenfalls ein wichtiges Agrargebiet. Die an der ostadriatischen Küste herrschende Bodenbeschaffenheit bringt es mit sich, daß auch die Strände meist felsig beschaffen sind. Neben Felsstränden gibt es auch Buchten mit feinem oder grobem Kies, Sandstrände sind kaum anzutreffen.Typisches Merkmal der nordkroatischen wie auch der dalmatinischen Kü- Inseln und Elfe sind die vielen kleinen, zum Teil fjordartigen Buchten und die große ‘ertrunkene’ Täler Zahl von Inseln und Inselchen, die oft in Ketten aufeinanderfolgen und in Ihrer Vielgestaltigkeit den Küstensaum noch weiter zergliedern. Die aus dem Wasser ragenden Kalkrücken der Inseln sind die Gipfel eines Hügel- und Berglandes, das unter dem Meeresspiegel versank. Dies ist auch der Grund dafür, daß sämtliche Inseln in nordwest-südöstlicher Richtung, d. h. parallel zum Dinarischen Festlandsgebirge, verlaufen. Bei den Kanälen zwischen dem Festland und den Inseln handelt es sich um Senken, die durch den Anstieg des Meeres nach der letzten Eiszeit mit Meerwasser gefüllt wurden und ‘ertranken’. Ursprünglich waren große Teile der Inseln und des Küstensaums bewaldet. Doch bereits die Römer schlugen Wald, um Platz für Ackerland zu schaffen. Später wurde gerodet, weil die jeweilige Bevölkerung das Holz als Brennmaterial oder für den Bau von Schiffen benötigte. Die Venezianer bauten - so heißt es - angeblich weite Teile ihrer Stadt auf den Eichenpfählen aus Dalmatien. Angesichts der schwindenden Waldgebiete verbot bereits 1319 der Stadtrat von Dubrovnik den Holzverkauf an Fremde. Doch obwohl die Folgen des Raubbaus schon früh erkannt wurden, wurde er bis ins späte Mittelalter betrieben. Die Folge: Der ungeschützte Boden wurde von der Bora (siehe Klima) weggefegt, so daß der weiße Kalkstein an die Oberfläche treten konnte und der ‘nackte’ Karst zum Vorschein kam.Naturräumlich bedeutende Gebiete stehen auch in Slowenien und Kroatien unter besonderem Schutz. In Slowenien gibt es neben einigen Natur- und Regionalparks den Nationalpark Triglav. Kroatien hat folgende Regionen als Nationalparks ausgewiesen: Das im Hinterland von Rijeka aufragende Gebirgsmassiv Risnjak, die Pula vorgelagerten Brijuni-Inseln, die Plitwitzer Seen nahe der Grenze zu Bosnien-Herzegowina, ein Teil des Velebit-Gebirges (Paklenica), die Krka-Wasserfälle bei Sibenik, die Kornaten-Inseln sowie ein kleiner Teil der süddalmatinischen Insel Mljet.Die Umweltbedingungen an der kroatischen Küste sind deutlich besser als anderswo im Mittelmeerraum. Dies hängt weniger damit zusammen, daß Umweltverschmutzung dort kein Problem wäre - im Gegenteil, es gibt sicher zu wenig Kläranlagen, und auch das Bewußtsein ist nicht etwa höher entwickelt als beispielsweise in Italien oder Frankreich. Allerdings wirkt sich die dünne Besiedlung positiv auf die Umwelt aus: An der Küste liegen nur wenige größere Städte mit entsprechenden Industrien, weite Landstriche sind karg und menschenleer. Vor allem die Wasserqualität ist im allgemeinen wesentlich besser als an der gegenüberliegenden italienischen Küste.Im gesamten Küstengebiet und auf den Inseln von Istrien und Dalmatien herrscht ein ausgeprägt mediterranes Klima. Im allgemeinen sind die Winter mild und feucht, die Sommer trocken und warm, Regen fällt vornehmlich im Herbst. Im Hinterland der dalmatinischen Küste ist das Klima submediterran, d. h. die Winter sind kälter und die Sommer heißer, während im Landesinneren von Istrien gemäßigt kontinentales Klima herrscht.Im Sommer steigen die Temperaturen an der Küste auf durchschnittlich 25 bis 30°C, im Süden Dalmatiens sind zwischen Juni und Oktober auch Temperaturen über 30°C keine Seltenheit. Spitzenreiter im Hinblick auf die Sonnenscheindauer ist die Insel Hvar: Über 2700 Sonnenstunden im Jahr - und damit mehr als beispielsweise in Nizza - werden hier gezählt. Auch am süddalmatinischen Festland liegt die Sonnenscheindauer mit 2600 Stunden wolkenlosen Himmels noch verhältnismäßig hoch. Das istrische bzw. dalmatinische Hinterland ist vor allem im Herbst und Winter verhältnismäßig regenreich, während die Niederschlagsmenge auf den Inseln deutlich niedriger liegt. Im Winter fällt die Temperatur an der Küste und auf den Inseln nur äußerst selten unter die Null-Grad-Marke. Der Schnee, der im Winter 1995/1996 auf einigen Inseln kurzzeitig liegenblieb, war eine seltene Ausnahme. Die Gipfel des Dinarischen Gebirges können allerdings durchaus über mehrere Monate hinweg schneebedeckt sein.Die Wassertemperatur der östlichen Adria steigt gewöhnlich bereits im Juni auf Werte um 20°C. In den Sommermonaten erwärmt sich das Wasser auf 20 bis 25°C, und in Süddalmatien kann man selbst im Oktober und November noch mit einem 20°C warmen Meerwasser rechnen.Unter den Winden ist die Bora (oder Bura) der eindrucksvollste. Es handelt sich um einen trockenen, kalten Wind, der vom Landesinneren, also gewöhnlich aus nordöstlicher Richtung, weht und im Winter häufiger auftritt als im Sommer. Vor allem im Winter sind die heftigen Windstöße der Bora für Autofahrer und Segler nicht ungefährlich - besonders dann, wenn sie mit einer Geschwindigkeit von mehr als 120 km/h vom Gebirge herabfegen. Der feucht-warme Wind Jugo bläst zumeist aus südöstlicher Richtung. Er ist gewöhnlich von Wolken und auch von Niederschlägen begleitet. Der Maestral, ein typischer Tageswind, ist der angenehmste Vertreter Klima, Winde unter den Winden an der Küste. Er weht aus westlicher oder nordwestli- (Fortsetzung) cher Richtung und bringt in der Regel klaren Himmel und schönes Wetter.Ihm ist es außerdem zu verdanken, daß die hochsommerliche Hitze als erträglich empfunden wird.Charakteristisch für die mediterrane Küstenregion sowie die vorgelagerte Macchia Inselwelt sind immergrüne Strauchpflanzen, die der sommerlichen TrakIonheft optimal angepaßt sind. Auf den landwirtschaftlich nicht genutzten Flächen hat sich vor allem die Macchia ausgebreitet. Die grünen, oft niedrigen Macchia-Büsche bilden häufig ein undurchdringliches Dickicht. Im Frühjahr verwandelt sich die Macchia in ein prächtiges Blütenmeer. Die häufigsten Pflanzen der Macchia sind Ginster, Erika, Lorbeer, Salbei, Erdbeerbaum, Wacholder, Mastixsträucher, Myrte und Pistazie. Zahlreiche Arten enthalten ätherische Öle und aromatische Harze.An der Küste, vor allem aber auf den Inseln gedeihen Lavendel und Ros- Mediterrane Flora marin, wachsen Mandel- und Olivenbäume, Feigen-, Zitronen-, Granatäpfel-, Johannisbrot- und Orangenbäume. Darüber hinaus sind zahlreiche gezüchtete oder eingeführte Pflanzenarten aus subtropischen Gefilden heimisch geworden: Agaven, Aloen, Palmen, Bougainvillea, Oleander und viele andere. Je weiter man ins Hinterland der Küste vordringt, desto mehr verändert sich auch die Pflanzenwelt. Im Biokovo-Gebirge zum Beispiel treffen eine mediterrane, eine mitteleuropäische und sogar eine alpine Vegetation aufeinander.Die ursprünglichen Wälder an der Küste und auf den Inseln sind zum großen Teil Rodungen zum Opfer gefallen. Heutige Waldgebiete entstanden vor allem durch Wiederaufforstung. Verbreitet sind heute insbesondere verschiedene Kiefernarten (z. B. Aleppokiefer), Pinien und Zypressen (vor allem im Süden). Unter den Laubbäumen finden sich am häufigsten Eschen, Hainbuchen, Steineichen und Kastanien. Die großen Waldgebiete in Istrien und Dalmatien stehen heute in der Regel unter besonderem Schutz. Für ihren Artenreichtum bekannt sind die Wälder um die Plitwitzer Seen ( • Hitwitzer Seen). Fast zwei Drittel des Nationalparks Paklenica ( -• Paklenica) sind von Wäldern bedeckt, in denen Buchen und Schwarzkiefern vorherrschen. Der Nationalpark Risnjak ( • Rijeka, Umgebung) besteht ebenfalls großenteils aus Waldgebiet (Buchen, Tannen).
Tiere
Ideale Lebensverhältnisse finden in der gesamten Küstenregion sowie im karstigen Hinterland von Dalmatien Eidechsen und Schlangen vor. Von letzteren sind die meisten ungefährlich - bis auf zwei giftige, die Hornviper und die Kreuzotter. Verbreitet sind im Hinterland auch Hasen, Igel, Dachse, Marder, Füchse, in den Gebirgsregionen bzw. in den Nationalparks sogar Luchse, Gemsen, Wölfe und Braunbären. Auf der Halbinsel Pelje’Sac sowie auf den Inseln KorCula und Mljet gibt es noch vereinzelt Schakale. Auch der graue Mungo, den man ursprünglich zur Bekämpfung der Schlangen eingeführt hatte, ist auf einigen Inseln heimisch geworden.
Als Haustiere werden v. a. Schafe, Ziegen und Maultiere gehalten.
An der Adriaküste finden sich noch einige Tierarten, die in anderen Gegenden längst ausgestorben sind oder verdrängt wurden. Das gilt besonders für die Bergwelt im Hinterland der dalmatinischen Küste, wo sogar noch Adler und Königsgeier nisten. Auch Fasane, Rebhühner und - seltener - Birkhühner kann man in Istrien noch beobachten.
Zu den häufigsten Meeresfischen vor der Küste Dalmatiens gehören Sardellen, Thunfische und Makrelen, außerdem Dorsche, Meeraale, Peter- fisch, Schollen, Drachenköpfe, Zahnbrassen und Seebarsche. Auch Hummer, Langusten und Tintenfische werden gefangen. Mit etwas Glück kann man bei Boots- oder Schiffahrten Delphine beobachten.
In den Flüssen und Bächen des Hinterlandes gibt es vor allem Aale und Forellen. In den unterirdischen Karstgewässern ist der Grottenolm sehr verbreitet.
Istrien und Dalmatien sind historisch gewachsene Regionen, die heute Zum Staatsgebiet von Slowenien bzw. Kroatien gehören. Das slowenische
istrien, d. h. der schmale, etwa 50 km lange Küstenstreifen im Norden der, halbinsel, ist Teil der Verwaltungsbezirks Primorska mit Hauptstadt Koper.
Verwaltungsbezirke in Kroatien, insgesamt 20 an der Zahl, heißen
panija, zu deutsch Gespanschaften. Das kroatische Küstengebiet mit nterland ist folgenden Gespanschaften zugeteilt (von Nord nach Süd; uptstädte in Klammern): Istrien (Pazin), Primorsko-Goranska (Rijeka), -Senj (Senj), Zadar-Knin (Zadar), Sibenik (Sibenik), Dalmatien-Split it) und Dubrovnik-Neretva (Dubrovnik). Die Gespanschaft Dubrovniktva wird durch einen mehrere Kilometer langen Zugang Bosnien-Herowinas zum Meer (bei Neum) in zwei Hälften geteilt. Nicht in jedem Fall die Verwaltungshauptstadt auch die wichtigste Metropole der Region. ohl die Istrier von dem kleinen, im Binnenland gelegenen Städtchen n aus regiert werden, ist Pula, an der Südspitze der Halbinsel gelegen, orisch, kulturell und wirtschaftlich das Zentrum der Halbinsel.In Istrien und Dalmatien leben knapp 1 Millionen Menschen. Der sloweni- Bevölkerung und e Teil von Istrien ist dichter besiedelt als der kroatische. Besonders Besiedlung ist die Bevölkerungsdichte an der slowenischen Riviera, wo die Genden Koper, Izola, Piran und Portorot beinahe nahtlos ineinander übergehen. Im Norden der Kvarner Bucht entwickelte sich die Hafen- und Indulindestadt Rijeka zu einem Ballungszentrum, während der Süden der Bucht extrem dünn besiedelt ist. In der Umgebung von Zadar, vor allem im fruchtbaren Hinterland Ravni kotari, wird die Besiedlung wieder dichter. In Mittel- und Süddalmatien weisen die Großräume von Split und Dubrovnik die höchste Bevölkerungsdichte auf. Von den mehr als 1000 Inseln und Eilanden vor der kroatischen Küste sind knapp 60 ständig bewohnt. Die meisten Siedlungen in Istrien und Dalmatien sind Dörfer und Kleinstädte; allein Rijeka und Split zählen mehr als 100 000 Einwohner. Die Siedlungsstruktur wird bis zum heutigen Tag und trotz der touristischen Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten stark durch ein Stadt-Land-Gefälle bestimmt: Im Umkreis der großen Zentren (speziell Rijeka und Split) haben sich regelrechte Trabantenstädte gebildet; dagegen drohen manche Küstenregionen und viele kleine Inselorte durch die Abwanderung der Bevölkerung auszusterben.In Slowenien und Kroatien ist die Bevölkerung überwiegend römisch-katholischen Glaubens. Die Bedeutung der Kirche hat nach dem Zerfall von Titos sozialistischem Jugoslawien stark zugenommen. Vor allem in Kroatien ist die katholische Kirche heute wieder ein bedeutender Faktor im gesellschaftlichen Leben.Slowenien ist ein ethnisch weitgehend homogener Staat. Die größte Minderheit bilden - bedingt durch die lange Zugehörigkeit zu Venedig und später zu Italien - die Italiener, die besonders in der Region Primorska überdurchschnittlich vertreten sind. Auch im kroatischen Istrien leben noch mehrere zehntausend Italiener, weswegen viele Ortsnamen bis heute zweisprachig ausgewiesen sind. Der Anteil der Serben in der kroatischen Küstenregion - schon vor dem Krieg im früheren Jugoslawien nur bei wenigen Prozent - ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.
Sowohl Slowenien als auch Kroatien, beide formal Mehrparteiensysteme, sind inzwischen Mitglieder des Europarats.