Die ältesten Zeugnisse menschlicher Besiedlung in Istrien und Dalmatien stammen aus der Steinzeit. Gefäße, Schmuck und Arbeitsgerät aus der mittleren Steinzeit kamen vor allem in der Umgebung von Zadar und Albenik sowie auf den Inseln Braö, Koröula, Vis und Hvar zutage, Relikte der jüngeren Steinzeit wurden insbesondere in der Nähe von Pula (ViZula, Verudica, Vröin bei Vodnjan) gefunden. Von etwa 3000 v. Chr. an gelangte von Kleinasien die Kenntnis der Bronze in den Adriaraum. Aus dem neuen Material - einer Mischung aus Kupfer und Zinn - wurden vor allem Schmuck und Waffen gefertigt und mit spiralförmigen Mustern verziert - ein Motiv, das auch bei Töpferwaren auftaucht. Träger der bronze- und eisenzeitlichen Kultur waren die Illyrer, von denen verschiedene Stämme den östlichen Adriaraum besiedelten Entlang der gesamten Küste errichteten sie Fluchtburgen (gradine), nach denen die gesamte Kultur auch Gradina-Kultur benannt wurde. In Istrien und in der Kvarner Bucht waren diese gradine von einem Befestigungsring in Trockenmauerwerk umgeben, d. h. die Steine dieser Mauern wurden ohne Verbindungsmaterial aufgeschichtet. Eine Vorstellung von dieser Bautechnik vermitteln übrigens heute noch die sogenannten kaiuni, kleine runde Hütten aus aufgeschichteten Bruchsteinen, die man auf dem Land als Lagerräume errichtete. Mauerreste von Fluchtburgen haben sich auf Brijuni und in Nesactium bei Pula erhalten. Da viele antike und mittelalterliche Siedlungen sich aus den illyrischen Burgen entwickelten und auch deren Struktur übernahmen, sind die gradine auch dort, wo sie nicht mehr existieren, noch erkennbar - so beispielsweise in Motovun, Barban oder Labin. Griechen und Römer. Im 4. Jh. v. Chr. setzte die Kolonisierung von Teilen Dalmatiens durch die Griechen ein, während gleichzeitig an der Küste noch verschiedene illyrische Stämme lebten. Nennenswerte griechische Kolonien entstanden auf Koräula, auf Vis und Hvar sowie in Trogir und Sohn (bei Split). Die wenigen Funde in Dalmatien, wie etwa der Bronzekopf der Artemis aus Issa (4. Jh.) oder das im 1. Jh. v. Chr. entstandene Kairos-Relief aus Trogir (heute im Nikolauskloster in Trogir zu besichtigen), veranschaulichen das vergleichsweise hohe Niveau der griechischen Kunst gegenüber der gleichzeitigen Kultur der Illyrer. Insbesondere das Kairos-Relief, das den jugendlichen Gott des , `günstigen Augenblicks’ zeigt, de- monstriert eindrucksvoll die Fähigkeit der griechischen Bildhauer, die menschliche Anatomie detailgenau wiederzugeben und durch die Andeutung von Bewegung der Darstellung des davoneilenden Gottes sogar eine zeitliche Dimension zu verleihen. Mit der Eroberung durch die Römer begann für die gesamte Küstenregion und das Küstenland eine neue Epoche, denn die Römer kamen nicht nur als Eroberer, sondern auch als Zuwanderer, Kolonisten. Sie bauten Städte, befestigten sie mit Mauern, Türmen und Toren, sie pflasterten Straßen, errichteten Tempel, Foren, Theater und Thermen, legten Aquädukte und Kanalisationssysteme an. Bei einigen Städten ist die römische Stadtanlage noch gut erkennbar, so beispielsweise in Zadar oder in Poreb, wo die römische Hauptstraße Decumanus bis heute die wichtigste Verkehrsachse der Innenstadt bildet. Auch das System des rechteckigen Straßenrasters, das sich in Zadar und Poreö beobachten läßt, ist ein Erbe der Römer.Des weiteren finden sich sowohl am Festland als auch auf den Inseln (z. B. auf Brijuni) an vielen Stellen noch Fundamente oder Mauerreste von römischen Landhäusern, sogenannter villae rusticae. Von der ehemaligen Hauptstadt der römischen Provinz Dalmatien, Salona (dem heutigen Sohn bei Split), sind allerdings nur Trümmer geblieben.Die meisten Funde aus römischer Zeit - darunter Skulpturen, Grabmale, Inschriften, Schmuck, Gebrauchsgegenstände und Waffen - werden heute in den großen archäologischen Museen von Pula, Zadar und Split aufbewahrt. Zwei Städte sind in besonderem Maße römisch geprägt - Pula und Split. Pula mit seinem gewaltigen, gut erhaltenen Amphitheater, dem Augustustempel sowie verschiedenen anderen römischen Denkmälern steht für die Zeit der klassischen römischen Kunst (1. und 2. Jh.), während Split mit dem monumentalen Diokletianpalast auf glanzvolle Weise die Blüte der römischen Spätantike repräsentiert.
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