St. Helena liegt im Südatantik, ca. 1950 km westlich der afrikanischen Küste (Angola/ Namibia) und ca 2900 km östlich von Südamerika (Brasilien). Die Insel ist 17,5km lang und 10,4 km breit, St. Helena ist gebirgig, vulkanischen Ursprungs, und präsentiert eine Küstenlinie von glatten, steilen Felsen und Kliffen, unterbrochen von wenigen engen Tälern und pittoresken Schluchten mit jähen Abhängen. Diese tiefen Täler verlaufen kreuz und quer von den zentralen Berghängen (bis 828 m, Diana‘s Peak) bis zum Meer.Nur ein kleiner Teil der Insel ist flach. Nördlich des zentralen Hauptkamms auf der Windschattenseite ist die Landschaft von sanften, zum Teil kahlen Hügeln durchsetzt. Hier liegen auch die Siedlungsgebiete. Kleine Bergflüsse sind die einzigen natürlichen Wasservorkommen. Gebüsch und suptropische Pflanzen wachsen an den Hängen des Zentralmassivs, weiter unten herrscht Grasland vor, Ein großer Teil der Landschaft unterhalb der 500 m-Linie ist unfruchtbar. Es gibt eine kleine und interessante endemische Flora, Riesenseeschildkröten nutzen die Insel zur Eiablage. Obwohl St. Helena in den Tropen liegt, ist sein Klima doch mild und gemäßigt durch den Südostpassat. Demgemäß liegen die Temperaturen an der Nordküste, hier liegt auch Jamestown, wegen seiner Lage im Windschatten ca. 5° wärmer als In den zentralen Bergen. Der Winter bringt Regen, Nebel und peitschenden Wind. Die Bevölkerung stammt von britischen Siedlern ab, die von der Ost-Indien-Kompagnie hier eingesetzt wurden. Später kamen Sklaven vom südasiatischen Kontinent, aus Ostindien und Madagaskar hinzu, außerdem eine kleine Zahl Chinesen und Afrikaner. Die Mehrzahl der Inselbewohner sind Protestanten, die zur Kirche von England gehören.
St. Helena wurde am 21. Mai 1502 vom Portugiesen Juan da Nova Castella entdeckt und erhielt ihren Namen zu Ehren der Mutter von Kaiser Konstantin, dem Großen. Die Insel diente den Portugiesen als Wasser- und sonstige Vorratsstation auf ihrem Weg nach Indien und den Fernen Osten. Die Engländer endeckten die Insel 1588, die Holländer 1589 (Strategisch wichtige Entdeckungen wurden in jener Zeit geheimgehalten, besonders wenn sie wirtschaftlichen Nutzen für das Land bringen konnten). Holland annektierte 1633 die Insel, ohne sie jedoch zu besetzen. Dies tat die englische Ost-Indien-Kompagnie 1659 mit der ersten Siedlung °Chapel ValIey“ (heute Jamestown). 1834 kam St. Helena unter die Direktverwaltung der Krone und ist seitdem britisches Schutzgebiet. Von hier werden die Inseln Ascension und Tristan da Cunha mitverwaltet, Bekannt gemacht hat St. Helena die Tatsache, daß hier Napoleon sein Exil verbrachte, von 1815 bis zu seinem Tode am 5.Mai 1821. Die Häuser, in denen Napoleon lebte, eines in The Briars und eines in Longwood, sowie sein Grab sind im Besitz des französischen Staates und werden auch von ihm unterhalten. Bis zum Bau des Suez-Kanals 1869 war St. Helena wichtiger Stützpunkthafen auf dem Weg nach Asien. Diese Bedeutung hat die Insel heute verloren. Industrie ist nicht vorhanden. Nachdem die Herstellung von Hanf aus neuseeländischem Flachs 1966 eingestellt wurde, basiert die Wirtschaft auf Landwirtschaft und Fischfang. Besonders in den letzten Jahren ist der Export von gefrorenem und Trockenfisch gewachsen. Alle anderen Exporte basieren auf Heimindustrie, wie Spitzen- und Stickwaren, Holz-Kunsthandwerk und Möbel. Die Wirtschaft wird vom Mutterland mit Finanzhilfen unterstützt. Dies dokumentiert sich auch darin, daß ca. zwei Drittel aller Beschäftigten in der Verwaltung arbeiten.
St. Helena hat keinen Flughafen. Die einzige reguläre Verbindung geschieht mit dem Schiff R.M.S. St. Helena (105 m lang, 6767 BRT, 128 Passagiere), das von Cardiff (Wales, GB) via reneriffe, Ascension, St. Helena, Tristan da Cunha nach Kapstadt (Südafrika) sechsmal im Jahr fährt. In Jamestown müssen die Passagiere ausgebootet werden, was bei stark rollenden Wellen oft schwierig ist. Der einzige Transportweg auf der Insel ist die Straße (ca. 97km). Hier fahren z.Zt. etwa 2000 Autos. Sehenswert sind die alten Kolonialgebäude. Es gibt ein Hotel (Consulate) und ein Restaurant (Anne‘s Place). Im Museum ist noch heute das Fernrohr zu bewundern, mit dem HaIIey hier °seinen Kometen 1682 entdeckt hat.
St. Helena - Südatlantik
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