Der zu Brasilien gehörende Archipel Fernando de Noronha liegt im Südatlantik nahe des Äquators, 345 km nordöstlich des Cabo Calcanhar (zwischen Fortaleza und Natal). Zu Fernando de Noronha gehört auch das 170 km weiter westlich gelegene Atoll das Rocas. Die Inseln wurden 1503 vom Spanier Gongalc Coelho entdeckt, ein Jahr später nochmal von den Portugiesen (Entdeckungen der einzelnen Länder waren Staatsgeheimnis) und vom portugiesischen Kapitän Fernando de Noronha in Besitz genommen. Für einige Jahre war Fernando de Noronha zwischen 1934 und dem 2. Weltkrieg wichtiger Stützpunkt des transatlantischen Postflugverkehrs. Die Post wurde mt einer HE-70 alle 14 Tage von Stuttgart über Marseille nach Sevilla befördert, von dort mit einer Ju-52 über Las Palmas (Kanarische lnseln) nach Bathurst (dem heutigen Banjul in Gambia). Hier wurde die Post umgeladen in das Flugboot WAL, das mit einem Zwischenstopp mitten auf dem Atlantik beim Stützpunktboot ‘Westlalen“ (der 5367 BRT große LloydDampter mit 125 m Länge wurde umgebaut und erhielt einen großen Flugzeugkran und eine Flugzeugschleuder, ein Katapult für 15 Tonnen Startgewicht des Flugbootes, UFA-Film mit Hans-Albers “FP 1 antwortet nicht“) nach Fernando de Noronha flog, von wo die Post weiter über Natal, Retife, Bahia nach Rio de Janeiro gebracht wurde. Die Inseln sind Teil eines unterseeischen Gebirgszuges, der bis zu den Felsen von Säo Pedro e Paulo reicht. Der Archipel selbst besteht aus 22 Inseln, wovon die größte und einzig bewohnte Insel Fernando da Noronha ist. Die Inseln sind felsig mit schönen Buchten und Sandstränden und kristallklaren Wasserquellen, die Vegetation ist tropisch. Das tropische Klima wird durch Seewinde gemildert. Die Temperaturen liegen übers ganze Jahr zwischen 26° und 32°, wobei die Zeit von August bis Januar trocken ist, in der übrigen Zeit z.T. starke Regenfälle zu verzeichnen sind. Hauptort ist Vila dos Remedios mit einem einzigen Hotel (°Pousada Esmeralda do Atlantico“). Sehenswert sind die Kolonialbauten aus dem 18. Jh., ‘Palacio Säo Miguel“, Regierungsgebäude, Nossa Senhora dos Remödios‘ (im 16. Jh. Getängnis(, das Fort über der Bucht °Morro da Bala de Santo Antonio“, der einzigen Bucht mit Ankerplötzen für Schiffe (hier werden die Passagiere an Land gebracht), mit Blick ist die kleinen, vorgelagerten Inseln Meio, Rata (bedeutende Guano-Vorkommen), Sela, Ginete und Rosa, und die Kirche aus dem Jahr 1772 °Nossa Senhora doa Rem4dios“. Wahrzeichen von Famando de Noronha ist der spitze Fels EI Pico (Fingerzeig Gottes, 323 m( mit seinem Leuchtturm. Eine feste Eisenleiter erleichtert den Aufstieg (offiziell verboten). Man hat von oben eine grandiose Aussicht auf malertsche Buchten und Strände. Die schönsten Strände sind Praia de Boldräo mit ihren Ritten und Tauchgründen, Cacimbo do Padre mit dem klarsten und reinsten Wasser des Archipels, Praia do Sancho, dem °Südseestrand“ mit weißem Sand und Palmen und 30 m hohen Sanddünen, mit herrlichem Blick auf die Inseln Dois lrmäos (Zwei Brüder). Eindrucksvoll ist ein Besuch der Baia dos Golfinhos (Delphinbucht) mit spielenden Delphinen. Inder Baia do Sudeste (Südostbucht( sieht man Kolonien von Seevögeln und Seeschildkröten. Die Küste der Insel hat wahre Tauchparadiese. Achtung: Die Strömungen zwischen den vorgelagerten Riffen und Inselchen können gefährlich sein. Fernando de Noronha ist gleichzeitig Militärstation (hier arbeiten die meisten Bewohner) und Naturschutzgebiet.Jeder Besucher erhält Plastiksäcke für seinen eigenen Müll, die beim Verlassen der Insel abgegeben werden. Die Anzahl der Touristen wird reglemenbert. Auskünfte über Cebitur, Rua Mariz e Barros, 13 ‚ 20270 Rio de Janeiro, RJ oder über Empetur, Av. Conde de Boa Vista 700, Recife. Der Archipel kann mit regelmäßig verkehrenden Schiffen und Flugzeugen von Recife in Brasilien erreicht werden. Zweimal wöchentlich fliegt die Regionaltluggesellschaft “Nordeste Vias Aöreas“. Das AtoII das Rocas ist das einzige Atoll des Atlantik. Es liegt 145km westlich von Femando de Noronha. Das unbewohnte Atoll ist flach mit weiten Sandstränden, die Küste säumen unzählige Korallenriffe. Die Insel ist übersäht von Vogelskeletten. Es gibt kein Wasser, einzige Veqetabon sind Kokospalmen, die das Bild einer “Südseeinsel“ komplett machen.
Trindade und Martim-Vaz-Inseln
Die Insel Trindade und die Martim-Vaz-lnseln liegen 1200km östlich der brasilianischen Küste von Espirito Santo. Sie sind vulkanischen Ursprungs und an-eichen Höhen bis zu 600 m. In den einsamen Buchten mit Sandstränden leben zahlreiche Vogelkolonien. Die Inseln unterstehen der brasilianischen Marine. Ein Besuch ist nicht erlaubt. Ausnahmen werden vom Verteidigungsministerium für Wissenschaftler erteilt.