Mittelamerika und die Karibik (mit den Bahamas) liegen etwa zwischen 27° (Bahamas) und 7 ° (Panama) nördlicher Breite sowie 59° (Barbados) und 92° (Guatemala) westlicher Länge. Den Grundstein zur Entdeckung dieser Region für Europa legte Christoph Kolumbus, Italiener in Diensten der Spanischen Krone (Ferdinand und Isabella). Am 12. Oktober 1492 entdeckte die Dreiertlotte Pinta, Niöc und Sta. Maria die Bahama-Inseln (früher glaubte man, die erste Landung geschah in San Salvador oder Watling Island, heute glaubt man eher an Samana Cay). In Mittelamerika traten die Eroberer auf Ureinwohner vom Stamme der Azteken und Mayas, in der Karibik und Nord-Südamerika auf die kriegerischen caribe-Indianer (Koptjäger) und die friedlichen Arawaks. Während die Indianerbevölkerung in Mittel- und Südamerika zum Teil in der heutigen Bevölkerung aufgegangen oder mit ihr vermischt ist, sind die Verhältnisse auf den Antillen- Inseln anders. Nahezu alle Arawaks und Kariben (Ausnahme: Dominica) wurden ausgerottet, da afrikanische Negersklaven für die Zuckerrohrernte geeigneter waren. Die Nachfahren dieser Schwarzen sind nun die Hauptbevölkerung der Antillen-Inseln (Ausnahmen: Kuba, Dorn, Rep., Mittelamerika, außer Belize, einige französische und südamerikanische Inseln). 2-3 % beträgt der Anteil der weißen, europäischen, ‘Urbevölkerung“ durchschnittlich auf den Inseln. Im 16. Jh. waren die Spanier in dieser Region sozusagen unter sich, die Franzosen waren weiter nördlich (Golf von Mexiko, USA, Kanada) zu Gange, die Portugiesen südöstlich (östliches Brasilien, nach dem Vertrag von Tordesillas, 1494, der in etwa den 50. Längengrad als Trennungslinie Spanien/Portugal bestimmte). Erst ab dem 17. Jh. traten die Engländer und Franzosen in der Karibik verstärkt auf den Plan. Die meisten Befestigungsanlagen, die es praktisch auf jeder Insel gibt, stammen aus der Zeit der kriegerischen Auseinandersetzungen der beiden Seemächte (plus der Holländer).
Heute sind die Inselsprachen neben dem Pidgin-English und Patois (Französisch-Kreolisch) Englisch, Französisch, Spanisch, Holländisch. Die französischen Inseln, British Virgin Islands und Montserrat (engl.) sind EG-Mitglieder. Das Klima der Region ist allgemein subtropisdi bis tropisch feuchtheiß, an den Küsten durch Passatwinde gemildert. Beste Reisezeit im Winter, die Sommer sind drückend schwül und feuchtheiß. Einige der berühmtesten Strände der Welt gehören zur Karibik. Noch in den 70er Jahren ausschließlich Refugium des Jet-Set und von Amerikanern, werden die Kahbik und Mittelamerika mehr und mehr Ziele europäischer Touristen. Wer Wassersport jeder Art sucht, ist bestens beraten, die besten Segelreviere und das zweitgrößte Korallenriff der Welt (Belize) sind hier. Regenwälder, Urwälder und aktive Vulkane (in St. Lucia befahrbar), sowie Wasserfälle sind herausragende Naturschauspiele. Sowohl pauschal als auch auf gut Glück ist die Karibik zu empfehlen. Die kleineren Inseln haben trinkbares Wasser und bergen keine Malaria-Gefahr, das Leben ist europäisiert (Kolonialzeit). Berühmt sind die bunten Festivals In der Karibik, nahezu das ganze Jahr ist irgendwo Karneval (teils Tradition, teils touristisch bedingt, anfragen). Die Karibik ist auch ein beliebtes Heirataparadles. Ursprünglich von den Amerikanern schon in den 40ern und 50ern entdeckt, werden Karibikinseln als Hochzeitsplätze auch bei Europäern immer beliebter. Grund: die Inseln sind ein Honeymoon-Paradies. Die Hotellerie auf vielen Inseln ist darauf eingerichtet und die Werbung entsprechend danach ausgerichtet. In den nachfolgenden Inselbeschreibungen wurde, wo möglich, darauf hingewiesen. Das Flugnetz ist mittlerweile lückenlos und wird jedem Wunsch gerecht.
Anguilla - die aalförmige Koralleninsel
Anguilla, die aalförmige“ Koralleninsel, auch Snake Island genannt, ist die nördlichste Insel des Kleinen Antillen-Bogens. Noch nördlicher liegt allerdings ihre zugehörige Kleininsel Sombrero (wichtiges Leuchtfeuer). Weitere Inselchen und cays (Flachinseln, Ritte) sind vorgelagert. Die Insel ist flach und besteht aus Kalksandstein, mit zahlreichen Salzseen und Lagunen, bei einer Länge von 26 km und einer Breite von durchschnittlich 6,5 km. Die höchste Erhebung ist der Grocus Hill, mit 65 m, den man leicht zu Fuß oder per Auto erreichen kann. Die buchtenreiche Insel hat über 30 Strände aus tiefem, weichem Korallensand, ist hügelig und in der Hauptsache mit Büschen bestanden. Hauptstadt ist das verschlafene Städtchen ‘Th. ValIey.1650 wurde die Insel von Briten besiedelt und war bis 1825 selbständig. Danach erfolgte die Verwaltung vom nahen St. Kitts and Nevis, bis der Kronkolonie St. KittsNevis-Anguilla 1967 eine Teil-Unabhängigkeit gewährt wurde. Erst nach einem politischen Geplänkel (einseihge Unabhängigkeitserklärung, Fallschirmjägereinsatz der Red Devils‘, danach Aufbau einer ersehnten Infrastruktur) wurde Anguilla am Separation Day, am 19,12.1980, von St. Kitts-Nevis getrennt.
Das Klima ist trocken und mild, keine großen jahreszeitlichen Unterschiede. Der Tourismus beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf Tagesausflügler vom nahen St. Martin (Schnellfähren von Mahgot, sogar nachts). Die weißgelben Sandstrände Anguillas sind einmalig in dieser Region (Wassersport aller Art), die beschaulichen Strandbars (Shoal Bay ist beliebtester Platz für Tagesgäste und -restaurants vermitteln eine lockere °away-trom-it-aII“-Atmosphäre. Gelegenheiten zum Riff- und Wracktauchen (Sandy IsI., Dog IsI.). Auf Dog Island leben Vögel und Wildziegen, Sandy Island, 3km vor Road Bay, ist eine typische Inselwitz-Insel (Sand, Kokospalmen), ideal für Ausflüge (können gebucht werden). Wer aus der Ruhe kurz ausbrechen will, fährt mal eben nach St. Marfin/Sint Maarten zum Shopping oder Roulette. Ublicherweise findet der Karneval im Juli/August mit Umzügen, Bootsrennen statt (Hotels geben bis 40% Karnevals-Rabatt). Segler steuern für Formalitäten Blowing Point, den Fährhafen an, Flugverbindungen nach Puerto Rico, Antigua, St. Kitts, St. Mearten, US Virgin Islands (WINAIR, Anguilla). Wer hier heiraten will, muß sich mindestens 2 Tage (beide Parteien) auf Anguilla aufgehalten haben (210 US - Dollar, Geburtsurkunde, Pass, evtl. Scheidungspapiere.