Türkei - Alanya

Die auf einem zum Meer hin abfallenden Felsplateau liegende malerische Hafenstadt Antalya ist Zentrum des Fremdenverkehrs dieser Region. Wahrzeichen der Stadt ist das kannelierte Minarett aus der Zeit der Seldschuken. Westlich von Antalya liegen die Orte Kemer, die Ruinen des antiken Hafens Phaselis, Kekova und Kas, ostwärts von Antalya findet man Side, Alanya (Festung aus dem 13. Jh.) und am südlichsten Punkt Kleinasiens am Kap Anamur die mittelalterliche Kreuzritterfestung. Die Küstenstraße nach Silifke Ist beeindruckend (bei gutem Wetter kann man sogar Zypern erahnen). Auf dem Weg nach Mersin (typische Mittelmeerstadt, Fährdienst nach Magosa, Türk. Nordzypern( finden sich die römischen Städte Kanytelis und Pompeiopolis, weiter östlich liegt das Zentrum der türkischen Baumwollindustrie Adana (unter Hadrian erbaute und unter Justinian restaurierte Steinbrücke über den Seyhan). Das Gebiet weiter östlich war in der Antike als Ebene von Issos bekannt, wo Alexander der Große den Perserkönig Dahus besiegte (dreidreidrei-bei Issos Keilerei). Hier gründete Alexander die Hafenstadt Alexandretta, das heutige Iskenderun, Südlich von Iskenderun in Richtung Syrien liegt Antakya (Hatay), das biblische Antiochla, wo der Apostel Petrus die erste christliche Gemeinde gründete. In der Grotte außerhalb der Stadt wurden die ersten Predigten gehalten (heute Pilgerstätte). Das Hatay-Museum beherbergt die schönsten römischen Mosaiken der Türkei. Mittelanatolien ist das Herz des Landes, geographisch und politisch. Mustafa Kemal gründete als Atatürk (Vater der Türken) am 13. Oktober 1923 die Türkische Republik und machte Ankara wegen seiner zentralen Lage zur neuen Hauptstadt. Die Stadt macht einen modernen nach westlichem Vorbild geprägten Eindruck, ihr Ursprung geht aber weit zurück (die Hethiter herrschten im 2. Jahrtausend v.Chr., die Phryger, aus Thrakien kommend, im 1. Jahrtausend v.chr., die Galater, ein indogermanischer Volksstamm, gaben ihrer Hauptstadt im 3. Jh. v.chr den Namen Ancyra • Anker). Sehenswert sind Anit-Kabir (Atatürk-Mausoleum), Ankara Kalesi (Zitadelle von Ankara), Tempel des Augustus, die Moscheen Haci Bayram Camisi (15. Jh.), Aslanhane Camisi (13. Jh.) und Yeni Cami (die größte und schönste der osmanischen Moscheen aus dem 16. Jh.). Historische Stätten in der Umgebung von Ankara sind Hattusas. die Hethiterhauptstadt bei Bogazkale. Alacahöyük mit dem monumentalen Sphinxtor, bei Polati die phrygische Hauptstadt Gordion (nach der Weissagung würde Alexander der Große die Herrschaft über Asien erlangen nach Lösen des Gordischen Knotens(, Catalhöyük bei Cumra, eine der ältesten Städte der Welt (Lehmhäuser aus dem 8. Jahrtausend) und Beysehir (seldschukisches Zentrum). Die Landschaft der Anatollschen Hochebene ist von gelbbrauner Farbe, durch Schluchten zerklüftet und von vulkanischen Kegeln übersäht. Das Steppenland bedecken Weizenfelder, die Flußläufe sind von Pappeln umsäumt. Ein Naturwunder ist Göreme, eine einzigartige Landschaft mit steilen Schluchten, bizarren Pyramiden und Kegeln aus Fels, ockerfarbenen Fresken in byzantinischen Felskirchen. Die von Menschen geschaffenen Häuser und Kirchen In den Felskegeln harmonisieren ideal mit der Landschaft. Sehenswert sind außerdem Amasya (Felsengräber), Tokat (28-türmige Burg), Sivas (Kreuzungspunkt der Karawanenstraßen von Persien und Bagdad) und Kayseh (das antike Cesarea am Fuße des erloschenen Vulkans Erciyes, 3916 m, heute beliebtes Skizentrum). Bei Ürgup gibt es zwei Quadratkilometer große, unterirdische Katakomben (bis 8 Stockwerke), die ältesten sind 2000 Jahre alt. An der Schwerzmeerküste wechselt die Landschaft von dichten Pinienwäldern im Gebirge zu mit Tee bepflanzten Terrassen, Haselnußhainen und Tabakplantagen. Die Landschaft fällt zur See hin steil ab, Klippen und Vorgebirge wechseln mit sandigen Buchten. Die schönsten Ferienorte sind Kilyos, Silo, Agva, Akcakoca, das malerische Städtchen Alnasra, Sinop (Geburtsort von Diogenes). Um Samsun und Trabzon wachsen die meisten Haselnußbüsche (Türkei ist größtes Exportland für Haselnüsse). Überreste aus byzantinischer Zeit sind überall zu finden. Östlich von Trabzon liegt das türkische Teegebiet um das Zentrum Rize. Die Ost- und Südosttürkei reicht schließlich bis zu den schneebedeckten GipfeIn an den östlichen Grenzen. Die Entfernungen zwischen einzelnen Ortschaften sind groß. Man begegnet nur selten Menschen. Die Metropole ist des 1950 m hoch gelegene Erzurum (UIuMosche, 12. Jh., mit ihrem von zwei Minaretten flankierten Portal). Die Grenzstadt Kars wird von einer Zitadelle beherrscht. An der Grenze zur GUS (Armenien und Aserbeidschan) liegt Ani mit Ruinen seiner imposanten Stadtmauer und einigen Kirchen aus dem 1O. Jh. Wichtig für die Geschichte dieser Gegend ist der höchste Berg der Türkei, der Agri Dag (Ararat) mit 5137 m. Hier soll der Überlieferung nach die Arche Noah gelandet sein. Im Gebiet des Euphrat und Tigris, dem früheren Obermesopotamien, liegen die Städte Diyarbakir (massive Stadtmauer aus schwarzen Basaltsteinen und Altstadt mit mittelaltertichen Charakter), Mardin (traditionell helle Sandsteinhäuser schmiegen sich terrassenförmig an den Berg, Zitadelle und Ulu-Moschee) und Sanliurfa (Geburtsstadt Abrahams, Hehl RahmanKomplex mit dem reich der “Heiligen Karpfen‘). Nördlich von Adriyaman liegt eines der spektakulärsten Monumente der Türkei: das vor 2000 Jahren für den Kommagenekönig Antiochus 1. auf dem Nemrut Dag errichtete Grabmal, Riesenstatuen schmückten einst diese Stätte und ihre verstreut herumliegenden Häupter vermitteln noch heute einen Eindruck von der Größe und Bedeutung dieses Heiligtums.
Die Verkehrsverbindungen innerhalb der Türkei sind gut, die Frequenz nimmt natürlich nach Osten zu ab. Hauptzugverbindungen sind der Mavi Tren (Blauer Zug) von Istanbul zu den anatolischen Zentren und der Fatih Express zwischen Istanbul und Ankara. Private Buslinien verkehren überall im Land, ebenso wie Taxis und Dolmusch (Sammeltaxis). Es gibt Fährverbindungen zu allen griechischen Nachbarinseln, große Autofähren verkehren zwischen lstanbul Izmir und Piräus Nenedig, ebenso wie zwischen Mersin und Magosa (Türk. Nord- zypern). Regelmäßige Flugverbindungen bestehen zwischen der Türkei und Deutschland, Frankreich, Österreich und der Schweiz in Westrichtung, nach Süden und Südosten zum Irak, Iran, Jordanien, Syrien und Saudi- Arabien.

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