Kanada Teil 1

Kanada ist der zweitgrößte Flächenstaat der Erde, das Riesenland ist dünn besiedelt und umfaßt den Großteil des nördlichen Kontinents. Im Westen liegt der Pazifik, im Norden das Nordpolarmeer, im Osten der Atlantik, die Südgrenze bilden die USA. Über 5500 km beträgt die größte Ost-West-Ausdehnung, von Norden nach Süden sind es maximal 4700 km. Drei Landschaftsformen bilden die geografischen Hauptmerkmale: Östlich des St.-Lorenz-Stroms liegen die Nordausläufer der Appalachen und die Inseln Nova Scotia, Prinz-Edward sowie New Foundland. Bis zu den Rocky Mountains, dem dritten Teil, reicht der Kanadische Schild mit der großen Seenplatte (ehemalige Gletscherbecken) und weiten Prärien (Great Plains). Das westliche Küstengebirge (Coast Mountains) hat mit dem Mount Logan, 5951 m, den höchsten kanadischen und zweithöchsten nordamerikanischen Berg. Kanada ist reich an Bodenschätzen, Erze, Mineralien, Öl, Ölschiefer, Erdgas, Kohle. Es ist umgeben von Inseln, von den pazifischen (Hochgebirgsgipfel, Fortsetzung der Rockies) über die Polarmeerinseln (deren größte Baffin ist), bis zu den Inseln im Golf von St. Lorenz (New Foundland, Nova Scotia, Prince Edward, D’Anticosti, Magdalen). Dazu kommen noch zahlreiche in der riesigen Hudson Bay (Belcher, Akimiski u.a.). Kanada hat 6 Zeitzonen (Standard Time Zones), beginnend im Osten mit der Newfoundland Standard Time Zone, zur Atlantic, Eastern, Central, Mountain und Pacific Standard Time Zone.Das Klima ist vorwiegend kontinental mild mit teils heißen Sommern und kalten Wintern, regenreich sind nur die westlichen Gebirge. Das südliche Kanada hat hauptsächlich Nadel-, Laub- und Mischwälder. Im Osten Mischwald, östlich der Rockies findet man weite Prärien (Grasland). Im Norden der südlichen Provinzen (die alle zum Breitengrad reichen, Ausnahmen: Ontario, Quebec, New Foundland) beginnt die Waldtundra, mit teilweisem Dauerfrost. Der Norden und die polaren Inseln sind Permafrostgebiet (Auftauen an der Oberfläche nur bis in etwa 1 m Tiefe). Typische Vertreter der kanadischen Tierwelt sind Bären (Schwarzbär, Grizzly), Rotwild (Wapiti), Schakale und Wölfe, Rentiere (Karibu) sowie Bisons und Elche (Mousse, amerikanischer Großelch). Daneben gibt es die Vertreter der Gebirgsregionen wie Wildschafe und -ziegen, Pelztierarten und Pumas. Eisbären verschlägt es bisweilen bis in die südliche James Bay der Hudson Bay: Auf einigen Nordinseln gibt es die wetterfesten Moschusochsen. Touristisch bietet Kanada vor allem Naturerlebnisse in weiten Landschaftsräumen. Ausgangspunkte für Touristen sind meist die großen Städte des Ostens (Montreal, Toronto, Ottawa, Quebec), von hier aus erreicht man die Großen Seen, St. Lawrence, die Ostküste und die Ostküsteninseln. Kanadas Hauptstadt Ottawa liegt am rechten Ufer des Riviäre des Outaouais (Ottawa River) innerhalb der englischsprachigen Provinz Ontario und an der Grenze der französischsprachigen Provinz Quebec. Die Hauptstadt wurde erst 1857 gegründet. Sehenswert ist das neugotische Ensemble der Regierungsgebäude auf dem Pa’rlamentshügel. Weitere touristische Attraktionen sind zahlreiche Museen und Galerien sowie der malerische Rideau-Kanal (Uferpromenaden, Wassersport, Schiffstouren, Eislauf im Winter). Kanada hat zahlreiche Nationalparks und Naturparks (Wald- und Wasserwildnis Zentralkanadas Bergregionen des Westens). An Sportmöglichkeiten besteht kein Mangel (Wassersport überall, Fischen und Jagen im Westen und Norden). Die nördlichen Gebiete des Landes sind z.Teil nur mit Flugzeugen (oder Boot) erreichbar. Die Wintersportgebiete sind mittlerweile auch in Europa kein Geheimtip mehr (Heli-Skiing, Alpin-Ski, Langlaufen, Snowmobil fahren). In Kanada wie in den USA gibt es unzählige Festivals, Paraden, sportliche und kulturelle Veranstaltungen rund ums Jahr. Kanada erfährt man am besten per Auto oder Camping- Mobil (größere Strecken per Flugzeug). Wer Zeit hat, kann eine der Eisenbahnrouten nehmen (im Osten dich- tes Bahnnetz, Trans-Kanada, von Quebec, über den Knotenpunkt Osten bis Vancouver am Pazifik). Die nachstehenden Provinzen und Territorien haben als Überschrift den jeweiligen Spitznamen oder einen Slo- gan (auch meist auf den Autoschildern zu finden). In den USA und Kanada wartet man gewöhnlich in Restaurants, bis man plaziert wird (Schild: Wait to be seatet), Trinkgelder (15-20% des Betrags vor der “State Tax”) sind unerläßlich, sonst wird’s peinlich! Zum WC sagt man “Restroom”. Die längste Autoroute (Trans Canada, Nr.1, ca. 7700 km) im Süden, führt quer durchs Land, beginnend in St. John’s auf Neufundland bis nach Victoria, der Hauptstadt British Columbias, auf Vancouver Island am Pazifik.

Alberta
Welcome to the Majesty - Alberta, die viertgrößte kanadische Provinz, liegt im Westen am Fuße der Rocky Mountains. Das Landschaftsbild prägen die majestätischen bis knapp 4000 m ansteigenden Rockies, die Südwestgren- ze zu British Columbia, weite Prärien im Osten und große Wald- und Seengebiete im Norden. Zahlreiche National- und Naturparks wie der Rocky Mountains Forest mit den Banff und Jasper National Parks (höchster Berg der kanadischen Rockies, Mt. Robson, 3954 m), dem Kananaskis Park sowie der nördliche Wood Buffalo N.P. Sie zeigen die landschaftliche Schönheit dieser Gebirgs-, Wald- und Prärieprovinz. Die Tierwelt reicht von Rotwild, Bergziegen, Pumas, Bären bis zu Bisons, Mousse (kan. Elch) und Wölfen im Norden. Das Klima ist mitteleuropäisch (heiße Sommer), das ganzjährige Urlaubsangebot umfaßt Sommer-, wie Wintersport (Ski- und Erholungsgebiete in Banff und Lake Louise, westlich von Calgary, Wassersport überall, Wildwasser-Flüsse und Seen für Sportfischer). Banff und Lake Louise haben zwei der wohl eindrucks- vollsten, burgenähnlichen Hotels in malerischer Gebirgskulisse (der 27-Loch-Golfkurs von Banff zählt zu den schönsten der Welt). Der 230 km lange lcefields Parkway von Lake Louise nach Jasper führt an Gletschern und Wasserfällen vor- bei. Die Gondel zum Whistler Mountain in Jasper bietet Top-Aussicht auf 2464 m. Bei Europäern immer beliebter werden die eleganten und schneesicheren Skigebiete um Banff, Lake Louise, Jasper mit ihren Hotels, Chalets, Blockhäusern und Berghütten. In Drumheller, nordöstlich von Calgary steht das Tyrrell- Museum (größtes Saurier-Museum der Welt), das seine Funde aus den umliegenden “Badlands” im Red Deer River-Gebiet bezieht. Bei Fort Macleod, südlich von Calgary, liegt die unter UNESCO-Denkmalschutz stehende “Head-Smashed- In”, eine Felsklippe, über die die Indianer Bisons jagten. Calgary hat mit der “Stampede” (Juli), das größte Rodeo Kanadas, sowie zahlreiche Museen und Ausstel- lungen (”Heritage Park”, das Wild-West-Museum). Albertas Hauptstadt Edmonton hat mit der West Edmonton Mail das größte Einkaufszentrum der Welt (44 ha, 800 Läden, 11 Kaufhäuser, 110 Lokalitäten, 19 Kinos, Hotel und Vergnügungspark). Die Stadt heißt auch “Festival City” (im Sommer steigen Jazz-, Kunst-, Klondyke Days-, Sommer- und Volksfeste). Im Novem- ber findet das jährliche kanadische Rodeo-Finale statt. Behebt sind Reitausflüge nach Cowboy-Art im Ranchge- biet der Prärien und Vorgebirge der Rockies.

British Columbia
Fjordland - British-Columbia ist die westlichste und drittgrößte Provinz Kanadas.
Die Landschaftsformen reichen von rauher Hochge- birgsgegend über geschützte Täler, bis zur stark gegliederten, buchten- und fjordreichen Küste am Pazifik. Fruchtbares Farmland wechselt immer wieder mit riesigen Wäldern, tausenden von Seen und Flüssen und einsamen Stränden. B.C. hat 6 Nationalparks und zahlreiche Historic Sites. Das Fährensystem von B.C.ist eines der umfassend- sten der Welt (38 Schiffe laufen auf 25 Routen 42 Häfen an. Meistbefahrene Route ist Vancouver nach Vancouver-Island).
Der Südosten ist Rocky-Mountains-Gebiet (mit dem typischen Bavarian village Kimberley und der größten Kuckucksuhr der Welt!), Fort Steele bietet “living history” mit restauriertem Jahrhundertwende-Ambiente. Kooten- ay Country, mit den westlich gelegenen Selkirk (der Gla- cier National Park hat über 400 Gletscher) und Monas- hee Mountains, bietet international berühmtes Heli-ski- ing. Im Slocan Valley gibt es Ghost Towns, Nelson hat historische Architektur (Silber-Rausch von 1890). Das Okanagan-Lake-Gebiet hat im Oktober seine Weinfeste. Das nördlich anschließende High Country hat die Rockies, die Monashees (heli-skiing, Wildwasser-Raf- ting) sowie einen der schönsten Hausboot-Seen (Shus- wap). Südwest-B.C. hat malerische Gebirgs- und Küstenland- schaften (höchster Berg, Mt. Waddington, 4016 m). Im Garibaldi Prov. Park liegt das berühmte Ferien-Resort Whistler. Von North Vancouver nach Squamish führt der “Royal Hudson” (Dampflok) den Fjord hinauf (malerische Strecke).Die moderne, internationale Stadt Vancouver hat auch malerische Winkel (historic Gastown, Galerien, Shops, Cafes, Restaurants). Die Stadt hat auch einen der welt- größten Häfen für Kreuzfahrtschiffe. Vancouver Island mit der Provinzhauptstadt Victoria (seit 1871, enge Sträßchen im Zentrum, historische Gebäude am kleinen Hafen, Royal B.C. Museum mit Indianer-Totem-Pfählen) ist eine Mischung von rauher Abenteurer-Landschaft und gemütlichen Hafenstädt- chen. Wale-beobachten in der Robson Bight (im Nordo- sten) und Oak Bay (bei Victoria, Killer-Wale, Seelöwen). Ruhige Sandstrände hat die Ostküste, hier stehen 600- jährige Douglas-Fichten (Cathedral Grove, MacMillan Prov. Park). Der Campbell River und Port Aberni, auf der Westseite, bezeichnen sich beide als “Salmon Fishing Capital of the World”. Die Gulf Islands vor der Südwestküste, sind Urlaubsin- seln, die mit dem Rad “erfahren” werden wollen.Im historischen “Friendly Cove” ankerte Captain Cook 1778. Im Süden der nördlichen Queen Charlotte Islands findet man Totem-Pfähle von einem Meister der Haida (Indianer), die unter UNESCO-Schutz stehen, außerdem primären, nichttropischen Regenwald. Klassisches Cowboy Country ist Cariboo Chilcotin Coast. Nördlich von Williams Lake liegt der Historic Park von Barkerville (1870).
Der Nordosten, Peace River und Alaska Highway, hat die majestätischen Stone Mountains und Muncho Lake Park. Hier kann man bereits das Naturphänomen “Polarlichter” sehen. Mt. Fairweather, mit 4663 m höchster Berg der Provinz, trohnt in der Nordwestecke über dem Glacier Bay National Park, der bereits zu Alaska gehört. In Hazelton und Kitwanga findet man die ältesten stehenden Totems und rekonstruierte Langhäuser. In Victoria endet der 7700 km lange Trans-CanadaHighway (längster der Welt).

Manitoba
Canada’s Heartland
Manitoba liegt in Zentralkanada und ist knapp zweimal so groß, wie Deutschland. Ein Blick auf die Landkarte zeigt die Dominanz der beiden großen Seengebiete im Süden, Lake Winnipeg und die Seenplatte vom Lake Manitoba, Lake Winnipegosis. Der gesamte Nordteil besteht aus Flüssen, Seen und Wäldern (z.T. Tundra), der Nordosten grenzt an die Hudson Bay. Die Zentralregion ist hügeliges Wald-, Busch- und Grasland, der Süden rechtfertigt den Namen Prärie-Provinz (Getreide), es gibt sogar wüstenartige Gebiete mit Kakteen und seltenen Reptilien (Spruce Woods Park im Südwesten).Im Süden finden sich die meisten Urlaubsgebiete (Seen für Wassersport, Skigebiete). Überall im Staat verteilt gibt es Indianerreservate (im Norden nur per Flugzeug zu erreichen), Nationalparks und -Forests. Nur 2 Straßen führen in den Norden, Lynn Lake (im NW) und Amery (im NO) sind die nördlichste, per Straße erreichbaren Orte. Churchill, an der Hudson Bay, ist Endpunkt der Canadian National Railway, die den Norden Manitobas, aus Saskatchewan kommend, durchquert. (Churchills Müllhalden werden regelmäßig von Eisbären durchstöbert!). Die Hälfte der Bewohner leben in und um Winnipeg (Hauptstadt), neben Briten und Deutschen (auch Mennoniten) bilden Ukrainer die drittgrößte Volksgruppe. St. Boniface( Winnipeg) ist die größte französische Gemeinde westlich Quebec. Hier findet das Winterfest “Festival du Voyageur” statt mit Schneeskulpturen, Kanurennen, Straßentanz, Kostümbällen. Winnipeg empfängt seine Besucher mit Drei-SterneLokalen, Musik-, Theater-, Ballettangeboten und restaurierten, historischen Gebäuden. Der Lake Winnipeg hat .sehenswerte, weiße Bade-Sandstrände.
Im Morris, südlich von Winnipeg, findet Kanadas zweitgrößtes Rodeo statt (nach Calgary, Alberta), die Manitoba Stampede. Die Central Plains, südlich des Lake Manitoba, sind, neben fruchtbarstem Ackerland, weltberühmte Jagd- und Fischgründe sowie Wassersportgebiete (Assiniboine River). Die Ostregion, das Parkland (3 große National- und Provinz-Parks) westlich des Lake Manitoba und Lake Winnipegosis und das Gebiet zwischen den großen Seen sind Natur- und Freizeitgebiet (Wassersport, Camping, Ski, Golf, Jagen, Fischen). Das Ukrainische National Festival findet im August südlich von Dauphin (Selo Ukraina) statt.
Die Nordregion hat in The Pas Kanadas ältestes Winterfest (N. Manitobas Trapper Fest., im Februar), u.a. mit dem World Champ. Dog Sled Race. Im August ist das Opasquia-Indianer-Fest. Überall finden hier Angelmeisterschaften, Kanu- und Schlittenhunderennen statt (Snow Lake, Flin Flon).Kanadas einziger arktischer Seehafen Churchill, “Polar Bear Capital of the World”, an der Hudson Bay (in 3,60 m hohen Tundra Buggys können je 28 Pers. auf Eisbärentour fahren), bietet arktische Flora und Fauna (200 Vogelarten, weiße Belugawale, Robbenarten, Karibus).

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