Kleine Antillen - Karibik

Belize, das frühere Britisch-Honduras, liegt in Zentralamerika am Karibischen Meer, südlich von Mexiko, nördlich und östlich von Guatemala. Die Landschaft ist im Norden flach und sumpfig, im Süden erheben sich die Maya Mountains mit Regenwäldern und zahlreichen, großartigen Wasserfällen. Der karibischen Küste vorgelagert liegen eine Vielzahl von Inseln, deren nördlichste, Ambergris Caye, an Yukatan anschließt. Von Ambergris Caye zieht sich parallel zur Küste das Barrier Reef, nach Australiens Great Barrier Reef das größte der Welt. Weitere drei Inselgruppen, Turneffe Islands, Glover’s Reef und einige Inseln und Riffe um das berühmte, von Cousteau erst in den 60er Jahren entdeckte, Blue Hole. Ein 140 Meter tiefes, kreisrundes Loch mit Tropfsteinbildungen liegt hier in der Lagune des Half Moon Bay genannten Naturparks.Rund 600 bedeutende Mayakulturdenkmäler, viele noch nicht vollständig erforscht und ausgegraben, zeugen von der präkolumbianischen Vergangenheit Belizes. Auf der “Ruta Maya”, einem von den Mayas angelegten Verkehrsweg, kann man heute noch bis in die benachbarten Länder Mexiko, Honduras, Guatemala und El Salvador wandern. Die Pyramiden von Xunantunich und Altun sowie der Tempelbezirk von Caracol, nahe der guatemaltekischen Grenze, einst Rivalenreiche Tikals (Guatemala), sind noch wenig restauriert und vom Dschungel überwuchert. Das Klima ist subtropisch, im Süden und im Dschungel tropisch. Trockenzeiten gibt es von März bis Mai und im August/September. Die Küste hat ständig Seewind, im Spätsommer treten immer wieder Hurricanes auf. Hauptindustriezweige sind der Anbau von Zuckerrohr, Bananen, Zitrusfrüchten, Mais, Reis und Bohnen. Die Forstwirtschaft erbringt Mahagony und andere Edelhölzer, der Fischfang vor allem Seemuscheln und Hummer. Die Bevölkerung besteht aus einem Gemisch von Abkömmlingen der spanischen Eroberer, früheren afrikanischen Sklaven sowie Ureinwohnern. Neben englisch werden hier deshalb auch noch Spanisch, Kreolisch, Garifuna und sogar die Sprache der Mayas gesprochen. Am Barrier Reef und den weiteren, vorgelagerten Inseln zeigt sich die noch weitgehend unberührte Unterwasserwelt der Karibik mit Korallenbänken und Unterwasser-Tropfsteinhöhlen. Die Flüsse, Regenwälder, Savannen und Mangrovewälder des Landes sind Heimat von Brüllaffen, Jaguaren, exotischen Schmetterlingen und über 500 Vogelarten. In den Dschungeln hat man bis heute weit über 250 Orchideenarten gezählt. Der Tourismus hat Belize erst in jüngster Zeit entdeckt. Vielerorts gilt dieses kleine mittelamerikanische Land, das als einziges eine überwiegend schwarze Bevölkerung hat, deshalb als Geheimtip. Ähnlich wie Costa Rica betreibt Belize eine vorbildliche und vorausschauende Politik bezüglich der Erhaltung seiner Naturreservate und -schätze. Tauch- und Wassersportmöglichkeiten bieten die vielen Inseln und Riffe, die alle mit Schiffen oder Kleinflugzeugen gut zu erreichen sind. Das Landesinnere lädt ein zur Besichtigung von Mayakultstätten, Grotten, Wasserfällen und Dschungeltrips zu Fuß oder per Pferd. Informationen über die Nationalparks und Mayaausgrabungen sind, mehrsprachig, beim Belize Tourist Board zu erhalten. Ob Flußexpeditionen, Jeepfahrten zu den zahllosen Grotten und Höhlen oder Strandurlaub an der Küste oder auf den Inseln, der hektische Hauch der karibischen Touristikzentren hat Belize bis jetzt noch nicht erreicht. Vorerst sind es in der Mehrzahl US-Amerikaner, die das Land schon vor längerer Zeit für sich entdeckt haben, aber langsam machen sich auch die Europäer auf. Belize-City (war vor Belmopan Hauptstadt des ehemaligen British Honduras) kann man sich getrost sparen. Armut, Kriminalität und zerstörerische Hurricanes haben hier ein wenig ansprechendes Klima für neugierige Touristen kreiert. Belize-City hat internationalen Flugverkehr, Inlandflüge und auf die Inseln werden mit Maya Air auf Kleinflugzeugen abgewickelt. Das Busnetz ist gut, ebenso der Schiffs- und Fährverkehr.

Bonaire mit der vorgelagerten Insel Klein-Bonaire ist die östlichste der sogenannten ABC-Inseln und gehört zu den Niederländischen Kleinen Antillen. Bonaire ist die am wenigsten dicht besiedelte ABC- Insel. Autorundfahrten empfehlen sich über die karge, buschlandbestandene Kakteenlandschaft mit ihren Korallenfelsen, in denen zahlreiche Höhlen und Grotten indianische Felszeichnungen bergen. Entdeckt wurde die Insel 1499 vom Namensgeber des Neuen Kontinents, dem Italiener Amerigo Vespucci, der die flache, nur im Norden hügelige Insel “Bonah” (Tiefland) nannte. Die Spanier wurden 1639 als Besitzer von den Holländern abgelöst, die die Insel wiederum 1805 an die Briten verloren. Nach wilden Zeiten als Piratennest von französischen und englischen Freibeutern eroberten die Holländer Bonaire 1816 zurück. 1954 wurde Bonaire autonomes Gebiet als Teil der Niederländischen Antillen. Das tropische und trockene Klima ist durch die ständig wehenden Passatwinde erträglich. Bonaire ist vom größten Touristenrummel noch weitgehend verschont geblieben, mehr und mehr wird die Infrastruktur jedoch dahingehend ausgebaut. Der in der Karibik besonders bunte Karneval orientiert sich zeitlich am europäischen. Trotz der geringen Größe der Insel und ihrer rund 100 km Entfernung zu Südamerika, gibt es hier eine Vielzahl von Vögeln und Echsen, die nur hier vorkommen. Beispielsweise hat der Parroquet, eine kleine Papageienart, auf Bonaire leuchtend orange gefärbte Brust- und Kopffedern, auf Curagao ist er überwiegend gelb gefärbt, auf Aruba ist sein Kopf, auf dem nahen Kontinent seine Kehle gelb. Ähnliche Eigenheiten zeigen einige Eidechsen- und Leguanarten.
Der nördliche Zipfel der Insel beherbergt den Washington-Nationalpark, mit dem höchsten Berg, dem Brandaris Hill und dem Flamingo-Schutzgebiet im am Goto-Meer. Zum Teil ist der Park auf einer Straße und Pisten befahrbar. Die Küste vor dem Park sowie die gesamte Westküste, hat hervorragende Tauchgründe.
Die gesamte felsige Ostküste ist ständig peitschenden Wellen ausgesetzt, außer im Norden in der Lagoen und in der Mangrove-Lagune Lac Bay (mit einem Beach Resort und einer Windsurfing-Schule) ist das Baden gefährlich. Im Süden führt der Weg zu den Sklavenhütten, deren Türen und lichte Höhe kein aufrechtes Stehen erlaubten, vorbei an den Salzfeldern der Antilles Salt Company am Pekel-Meer, dem zweiten FlamingoSchutzgebiet der Insel. Mit der Kamera bekommt man blaues Meer, türkisfarbenes Meer, rosafarbenes Pekel-Meer, schneeweiße Salzkegelberge und pinkfarbene Flamingos auf ein einziges Bild.
Die Hauptstadt Kralendijk (”Korallendeich”) ist ein noch verschlafenes Nest mit etwas Kolonialarchitektur und einigen schönen Restaurants (Hafenbar). Beste Verkehrsmittel auf Bonaire sind Taxi, Busse sowie Mietwagen für kleine Ausflüge. Flüge zu den anderen Inseln, international hauptsächlich über Aruba und Curacao. Tip: Schnorcheln an der gesamten Westküste und der vorgelagerten Insel Klein-Bonaire (heißt wirklich “Klein-Bonaire”). Wenn man an den herrlichen Sandstränden bis zu den Hüften im Wasser steht, kann man die zutraulichen Fische streicheln!

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