Ägypten liegt im äußersten Nordosten des afrikanischen Kontinents. Die Hauptstadt Kairo ist die größte Stadt Afrikas. Im Westen liegt Libyen, im Süden der Sudan, im Osten das Rote Meer, die Sinai-Halbinsel grenzt an Israel. Im wesentlichen ist Ägypten um den Nil (Gesamtlänge über 6600 km) besiedelt, der das Land von der Südgrenze bis zu seinem Mündungsdelta be. Alexandria durchzieht. Im Norden ist das Klima mediterran, im Süden wechsel es von subtropisch bis zum Wüstenklima mit ganzjährig sehr heißen Temperaturen. Über 90 % des Landes sind Wüste mit vereinzelten Oasen wie Siwa und Dhakla. Etwa 200-600 km parallel zum Nil ziehen sich eine Vielzahl von Oasen von Nord nach Süd. Hier finden sich auch Zeugnisse altägyptischer Vergangenheit (Pyramiden, Tempel, Brunnen, Kirchen, Festungen). Der “Garten Ägyptens” ist die Oasenlandschaft des Faijum, südlich von Kairo gelegen, Lieferant für Obst, Gemüse, Blumen und die Grundstoffe für Parfüm. Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Tourismus. Ägyptens Landschaft bietet überreichlich Zeugnisse der 5000-jährigen Kulturgeschichte, für die zahlreichen historischen Stätten entlang der Lebensader Nil und den Oasen der Westlichen Wüste bräuchte der interessierte Studienreisende schon ein halbes Leben. Sehenswürdigkeiten ersten Ranges sind die Pyramiden von Gizeh mit der Sphinx, das Tal der Könige, Luxor, die Tempelanlage von Abu Simbel, sowie zahlreiche Tempel und Pyramiden verschiedener Zeit- und Stilepochen (es gibt etwa 70 Pyramiden im Land). Ebenso die Oasenstädte und zahlreichen Klöster (Sinai, Küste des Roten Meeres). Das Ensemble der 3 Pyramiden der Könige Cheops (137 m hoch, einst 146 m), Chefren (143 m hoch) und Mykerinos (62 m hoch, einst 67 m) ist mit der Sphinx (74 m Länge, 20 m Höhe), der Löwenfigur mit dem Pharaokopf, das wohl weltweit berühmteste antike Monument. Um 2690 v. Chr. entstand die CheopsPyramide als Grabmal für den gleichnamigen Pharao. Das Tal der Könige, Grabstätte von über 60 Pharaonen (1520-1080 v. Chr.) und das Tal der Königinnen (über 80) sind legendär, einzig Tut-ench-Amuns Grab war von Grabräubern verschont geblieben. Am ägyptischen Ende des Nasserstausees (über 500 km Länge) liegt die monumentale, 1964-69 knapp 70 m höher versetzte, Tempelanlage Abu Simbel (Ramses II, um 1290-24 v. Chr.). Vier 22 m hohe Sitzfiguren bewachen den Tempeleingang. Der Sinai, die dreiecksförmige Halbinsel im Osten Nordägyptens, ist einsames Wüstengebirgsland, mit Sandstränden und Ferienorten im Nordteil (Mittelmeer) und historischen Stätten, sowie Strände mit Korallenriffen im Süden (Rotes Meer). Berühmteste Orte sind das sagenhafte, festungsartige Katharinenkloster aus dem 6. Jh. und der Berg des Moses, Jabal Musa (Berg Sinai, 2285 m). Den Sinai verbindet ein Straßentunnel unter dem Suez-Kanal (nördlich von Suez). Sharm el-Sheik, in einer Bucht an der Südspitze des Sinai gelegen, ist Winter- und Sommerferienort (Tauchgründe), der Touristenort Taba wurde Ägypten laut Vertrag von Israel zurückgegeben (nach dem 6-Tage-Krieg von 1967 israelisch besetzt). Hurghada, an der Westküste des Roten Meeres, ist Ägyptens Touristen- und Taucherparadies. Kairo, größte Stadt Afrikas bietet pulsierendes westliches Leben, neben dem Zauber orientalischer Viertel und Basars. Markanteste historische Stätten sind Moscheen, wie die Al-Azhar-Moschee (971), älteste islamische Universität, die Kathedrale des HI. Markus mit dessen Gebeinen und die Zitadelle. Alexandria, wichtigster Hafen am Mittelmeer, hat hervorragende Sandstrände. Hier stand der legendäre Leuchtturm von Pharos, eines der 7 Weltwunder der Antike (weitere Sehenswürdigkeiten sind Moscheen, Kirchen, die Qa’itbay-Festung aus dem 15. Jh.). Der 173 km lange Suez-Kanal, die schleusenlose Verbindung vom Roten Meer zum Mittelmeer, wurde 1859-69 vom Franzosen Ferdinand de Lesseps (1805- 94) konzipiert und gebaut. Später scheiterte er am Panamakanal mit dieser Bauweise . Schon zu Zeiten der Pharaonen und der Römer (um 2000 v. Chr. - 100 n. Chr) waren Kanal- anlagen gebaut worden, Überreste können im Norden des großen Bittersees besichtigt werden. Eisenbahn und Straße führen den Nil entlang, wobei der Strom selbst wichtigster und ältester Verkehrsweg ist. Beliebt sind Fahrten mit Feluken (Holzboote mit Dreieckssegeln) und auf luxuriösen Ausflugsbooten zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Es gibt über 4000 km Eisenbahnstrecken, von Alexandria über Kairo verläuft die transkontinentale Bahnstrecke nach Assuan. Der Assuan-Stausee (Nasserstausee) stellt die südliche Verkehrsverbindung (für Auto- und Zugreisende in Richtung Südafrika) nach Wadi Haifa in den Sudan dar. Kairo ist Drehscheibe für nationale und internationale Flüge.