Jun 8

Sudan ("Land der Schwarzen") liegt südlich von Ägypten im nordöstlichen Afrika. Im Nordosten grenzen Libyen, im Westen der Tschad, im Süden die Zentralafrikanische Republik, Zaire, Uganda, Kenia und im Westen Äthiopien an das flächenmäßig größte afrikanische Land. Erst 1956 wurde das Land, von 1899 an britisch-ägyptisches Kondominium, unabhängig. Im teils regen- und vegetationslosen Norden, in der Libyschen und Nubischen Wüste, herrscht Wüstenklima (bis über 50° am Roten Meer I), gegen Süden ändert sich die Landschaft zu Halbwüsten, Steppen, Savannen und Buschland bis hin zu tropischem Regenwald mit ganzjährigen Niederschlägen im äußersten Süden. Bis auf den Nil gibt es praktisch keine Flüsse in der Nordhälfte des Landes. Der Weiße Nil fließt aus Uganda in den Sudan und nimmt alle Flüsse des südlichen Landesteils auf. Er durchfließt den Sudd, in der Regenzeit ein schilf- und papyrusbestandenes Sumpfgebiet, das etwa 10% der Landesfläche bedeckt. In Karthoum vereinigt er sich mit dem aus Äthiopien kommenden Blauen Nil. Das Gebiet zwischen den beiden Flüssen ist mit seinen periodischen Überschwemmungen Lebensader für die Agrarwirtschaft des Sudan. Nach 3.500 km fließt der Nil über den Nasser-Stausee nach Ägypten. Durch die Überweidung, hervorgerufen durch Millionen Herdentiere (Rinder, Kamele, Schafe, Ziegen), schreitet die Wüste stetig nach Süden fort. Baumwolle und Gummiarabikum sind wichtigste Exportartikel. Eine Infrastruktur für Touristen existiert praktisch nicht, Hotels gibt es im wesentlichen nur in der Hauptstadt eines der ärmsten Länder der Erde. Kulturhistorische Sehenswürdigkeiten aus altägyptischer Zeit gibt es im Nordteil des Landes. Die Grenzstadt zu Ägypten Wadi Haifa liegt am Nasser-Staudamm und ist wichtigste Verkehrsverbindung per Fähre nach Norden. Hier wird die, durch den Stausee unterbrochene transafrikanische Eisenbahnlinie Kairo- Kapstadt wieder aufgenommen und führt bis Wau, 200 km vor der sudanesischen Südgrenze. Von hier aus muß man bis Kenia fliegen, um seine Bahnfahrt gen Kapstadt fortsetzen zu können (je nach der politischen Lage im Süden, geht die Bahnfahrt nur bis Karthoum). Weitere Eisenbahnlinien führen von Karthoum nach Nyala im Westen, Port Sudan, am Roten Meer und Damazine.
Karthoum, erst Anfang des 19. Jh. gegründet, hat wenig touristische Attraktion (Gouverneurspalast). Omdurman, das angrenzende kulturelle Zentrum der Moslems zeigt freitags den Tanz der Derwische. Südlich der Stadt findet sich die größte ägyptische Totenstadt-Anlage (dutzende Pyramiden, Tempel) bei Bagrawiya.
Port Sudan, wichtigster Hafen am Roten Meer, hat herrliche leere Strände und Korallenriffe. Die Altstadt der ehemaligen Hafenstadt Sauakin ist leider nur teilweise restauriert. Nördlich Karthoums liegen Merowe und Karimah mit altägyptischen Ruinen (Pyramiden, Tempel, Statuen, Königsgräber, Museum). Südlich der Stadt Dongulah gibt es Ausgrabungen aus der Zeit Tut-Ench-Amuns (14. Jh. v. Chr.). Das Vulkanland um den Jabal Marrah (3088 m hoch), im Westen, an der Grenze zum Tschad, ist ein noch unberührtes Trekking-Gebiet (Wälder, Felswände, heiße Quellen). Das riesige Land (7 x so groß wie Deutschland) hat hauptsächlich Pistenstraßen und deshalb auch keine ganzjährigen Verbindungen zu den Nachbarländern. Karthoum ist einziger internationaler Airport.

Jun 8

Sierra Leone liegt im Süden Westafrikas an der Atlantikküste. Die gesamte Nord- und Ostgrenze bildet Guinea, die Südgrenze der Staat Liberia. Das Gebirgsmassiv, das die östliche Hälfte des Landes einnimmt und bis knapp 2000 m aufragt, wurde bei der Entdeckung durch die Portugiesen 1460 "Sera Lyoa", "Löwengebirge" (Sierra Leone) genannt. Die an das Gebirge grenzenden Savannen und Wälder werden von zahlreichen Inselbergen durchsetzt. Die Küste ist stark gegliedert, vorwiegend aus Mangrovesümpfen bestehend und inselreich. An vielen Stellen der rund 300 km langen Küste laden unberührte, weiße mit Kokospalmen bestandene Sandstrände zum Baden ein. Freetown wird, nach seiner britischen Gründung 1787, im Jahre 1807 als Freihafen Zentrum der Befreiung von der Sklaverei. Lange Zeit war es Heimat für befreite Sklaven. Das Umland wurde 1896 britisch. 1971 wurde Sierra Leone Republik, nachdem es bereits 1961 unabhängiges Mitglied im Commonwealth geworden war. Das Klima ist tropisch feuchtheiß, die Savanne im Osten ist heiß und trocken. Tropische Wirbelstürme sind von April bis Juni und im September/Oktober üblich. Das Land ist reich an Bodenschätzen, wie Diamanten, Gold, Bauxit, Chrom- und Eisenerzen. Hauptagrargüter des wirtschaftlich rückständigen Landes sind Kaffee, Kakao, Palmenprodukte und Kolanüsse. Die Bevölkerung besteht aus einer Vielzahl verschiedener Stämme, über 50% gehören Naturreligionen an, 40% sind Moslems, rund 8% Christen. Im Süden des Landes ist noch Regenwald, der Norden besteht aus Savanne. Hier finden sich Afrikas Großwild, zahlreiche Affenarten, Büffel, Antilopen und Gazellen. Die sumpfigen und Mangroveküsten sind ein Dorado für die artenreiche Vogelwelt. Der Tourismus ist eher unterentwickelt. Erst im Jahre 1990 wurde das "National Tourist Board" gegründet. Außer dem Gebiet um die Hauptstadt ist das Verkehrsnetz mäßig ausgebaut und die Energieversorgung ist in miserablem Zustand. Das alles zu beheben, wird einige Anstrengung nötig machen. Das Tourist Board bietet verschiedene Aktivitäten, um Besucher ins Land zu locken: Strand- und Wassersporturlaub an den Küsten um Freetown und auf der Insel Sherbro (Bonthe Island). Expeditionstouren, Vogel-, Schmetterlingsbeobachtung und Campingtouren zum Outamba Kilimi Wildpark, und zum Lake Sonfon Vogelschutzgebiet, Trekking, Gold- waschen und Besuche in Eingeborenendörfern (mit Tanz und Musik).
Die meisten Hotels und Gästehäuser liegen in Freetown entlang der Halbinsel, auf der Freetown liegt, an den Stränden und auf Bonthe Island. Zum internationalen Flughafen in Lungi, nördlich der Hauptstadt, gibt es einen regelmäßigen Fährdienst. Diemels Tip: Mit afrikanischer Musik und Tanz ist man im Stadtteil Aberdeen, im Cultural Village, gut bedient. Im Stadtzentrum Freetowns steht der 500 Jahre alte, denkmalgeschützte Cotton Tree, wo sich einst befreite Sklaven versammelten. Sehenswert sind noch "King Jimmy Market", "Big Market" (für Souvenirs), sowie die ehemalige Sklaveninsel Bunce Island.