Jun 20

Taiwan, “Terrassengestade”, früher auf portugiesisch Formosa, “die Schöngestaltige”, genannt, oder auch Republik China, liegt vor der Südostküste des chinesischen Festlandes, durch die Formosastraße getrennt. Die Insel liegt im Süden des Ostchinesischen Meeres, an der Grenze zum Südchinesischen Meer. Zu Taiwan gehören die 64 Pescadores-Inseln (127 qkm) in der Formosastraße, mit der Hauptstadt Makung, sowie einige Inseln vor der Nord- und Südostküste. Vor dem chinesischen Festland liegen die südlichen Chinmen (Jinmen, Quemoi) -Inseln und Tunkin Tao, die Wuchlu-Inseln, sowie der Matsu-Archipel im Norden. Rund 400 km südwestlich liegt der Pratas- Archipel (Tungsha Tao). Außerdem erhebt Taiwan Anspruch auf einige der Spratly-Inseln (siehe Spratly). Die Insel Taiwan ist im Osten von einem Nord- Südgebirge durchzogen, das in Zentraltaiwan bis auf 3997 m aufragt (Yushan). Im Westen liegt ein bis zu 50 km breiter Küstenstreifen. Rund die Hälfte der Insel sind bewaldet, in tieferen Lagen Mangroven und subtropischer Wald (Palmen), in höheren Lagen Bambus und Mischwälder, in Hochlagen Nadelwälder. Die Tierwelt besteht aus Bären, Leoparden, Affen, Rotwild, Wildschweinen und einer reichen Vogelwelt. 1590 wird Taiwan von den Portugiesen entdeckt. 1624- 1662 besetzen die Holländer die Insel, nach dem chinesisch-japanischen Krieg kommt Taiwan 1895 zu Japan und wird erst Ende 1945, nach Japans Kapitulation, zurückgegeben. Die Nationalchinesische Regierung unter Chiang-Kaischek verlegt ihren Sitz vom Festland nach Taiwan. Mit Hilfe der USA entwickelt sich Taiwan zu einer bedeutenden Industrienation in Ostasien. Das Klima ist tropisch feuchtheiß, mit tropischen Regenfällen im Sommer (Taifungefahr) und gemäßigten Temperaturen im Winter. Das Hochland (2000-3000 m) hat angenehm kühle Temperaturen. Taipeh ist eine Großstadt westlichen Zuschnitts, mit Hochhäusern, Boulevards, internationalen Geschäften und Luxushotels. Sehenswert sind die Märkte in den Altstadtvierteln, sowie zahlreiche Tempelanlagen (berühmtester ist der mit geschnitzten Drachengestalten versehene Lung- Shan-Tempel). Gewöhnungsbedürftig für Westtouristen sind die vielen Essenzen, Mittelchen und Mixturen, die auf den Märkten angeboten werden (frisches Schlangenblut zu trinken!). In der Umgebung Taipehs finden sich zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten und alle erdenkbaren Freizeitmöglichkeiten (Themenparks, Orchideengarten, malerische Landschaft). Taipeh ist auch ein Zentrum der chinesischen Oper. Zweitgrößte Stadt und wichtigster Hafen des Landes ist das südliche Kaohsiund, im Süden liegt der Kenting- Nationalpark. Südlich liegt Tainan, älteste und Stadt der “tausend Tempel”. An der Küste vor Tainan liegt das holländische Fort Zeelandia aus der Zeit der Besiedelung durch die Niederländer im 17. Jh. Das Wahrzeichen der drittgrößten Stadt des Landes, Taichung, ist der sitzende, lächelnde und 22 m hohe Buddha. Ausgangspunkt für Fahrten ins Gebirge ist Chial, im östlichen Zentraltaiwan. Von hier aus erreicht man zahlreiche Gebirgserholungsorte. Beliebt ist die malerische Bahnstrecke nach All-Shan. Nördlich liegt der berühmte Sonne-Mondsee, Taiwans erstrangiges Ausflugsziel, das von Tempeln und sanften Hügeln umgeben ist. Atemberaubend ist eine Auto- oder Busrundfahrt durch oder um die Insel. Vorbei an Reistälern, Gänsefarmen und Teeplantagen führt die Ost-West-Verbindung durchs Gebirge (200 km, 85 Tunnels, 112 Brücken) an die malerische Ostküstenstraße. Im östlichen Teil der Gebirgsstraße liegt die berühmte 30 km lange Taroko-Schlucht. Das Verkehrsnetz ist gut, von Taipeh gibt es mehrmals täglich Flüge in den Süden (Kaohsiung). Von beiden Orten tägliche Flüge nach Hongkong, 6 nationale Fluggesellschaften bedienen den Inlandverkehr. Matsu-Inseln (26 qkm, 8.500) Die Matsu-Inseln, auch Nankan genannt, gehören zu Taiwan und liegen im Osten des Ostchinesischen Meeres, unmittelbar vor der chinesischen Küste, auf der Höhe der chinesischen Stadt Futschou (Fuzhou). Matsu ist die Hauptinsel einer Gruppe von 19 Inseln, die zum taiwanesischen Bezirk Lien-kiang gehören. Die Insel hat hügeliges Terrain, von zerklüfteten Felsen durchsetzt. Die Bevölkerung lebt vom Fischfang und von der Landwirtschaft, hier vor allem von Gemüse-, Weizen-, Maisanbau sowie Hühnerzucht.