Die Philippinen

Die Philippinen liegen im westlichen Teil des Pazifik, hier Philippinisches Meer genannt und sind im Westen durch das Südchinesische Meer von der hinterindischen Halbinsel getrennt. Im Süden liegen Borneo und Celebes (Sulawesi) und die Molukken, durch die Celebes-See vom philippinischen Mindanao, Palawan und dem Sulu-Archipel getrennt. Das südostasiatische Inselreich umfaßt über 7000 Inseln (20 % bewohnt), die aus 3 geografischen Teilen bestehen: der Hauptinsel Luzon (105.000 qkm) im Norden, der inselreichen Visayas-Region im Zentrum (mit über 6000 Inseln) und der zweitgrößten Insel Mindanao (95.000 qkm) im Süden, die wiederum von über 400 Inseln umgeben ist. Nördlichster Punkt der sich über 1850 km ausdehnenden Philippinen ist Y’ami, auf den Batanes-Inseln (240 km südlich von Taiwan), südlichster Sibutu, aus der Tawitawigruppe der Sulu-Inseln (15 km nördlich Borneos). Die ursprünglich weitgehend von tropischem Regenwald (heute noch etwa 50 %) bedeckten Inseln sind heute weitgehend von Savannen und Sekundärwäldern bestanden. Die Inseln sind überwiegend vulkanisch gebirgig, buchtenreich und teils von Korallenriffen umgeben. Lange vor den Europäern hatten Chinesen, Araber und Inder die Inseln für sich entdeckt. 1521 entdeckte der Portugiese Magellan die Inselwelt für Spanien. Er wurde im selben Jahr auf der Cebu-Insel Mactan von Eingeborenen getötet. Nachdem die Spanier von 1565 bis 1898 die Inseln besaßen, mußten sie an die USA abgetreten werden (als Ergebnis des spanisch-amerikanischen Krieges). Die Philippinen werden nicht in die Unabhängigkeit entlassen. 1941-45 werden die Inseln japanisch besetzt, nach der Befreiung durch die USA 1946 unabhängig. Die Bevölkerung ist überwiegend malayischen Ursprungs, rund 80 % sind Katholiken, 15 % Moslems (Mindanao, Sulu). Das Klima ist tropisch äquatorial, mit ganzjährig gleichbleibend hohen Temperaturen und einer Regenzeit zwischen Mai und November. Die Tierwelt besteht im wesentlichen aus exotischen Vögeln, Insekten, Affen (der kleinste der Welt, der Tarsius-Affe, lebt auf Bohol), Echsen und Krokodile. Der Tourismus der Philippinen ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Für Europäer überraschend ist es wohl, ein spanisch-geprägtes asiatisches Inselreich vorzufinden, das Fiestas und katholische Feste mit religiöser Inbrunst feiert. Landschaftliche Sehenswürdigkeiten sind die zahlreichen Wasserfälle, Seen, Sandstrände, Tauchparadiese, Trauminseln und Vulkane, besonders aber das sogenannte 8. Weltwunder, die schon teilweise vor 2000 Jahren angelegten Reisterrassen bei Baguio auf Luzon. Überall finden sich historische Bauten (Kirchen, Herrenhäuser, Festungen) aus der spanischen Kolonialzeit. Die Philippinen bieten alle Sport- und Freizeitmöglichkeiten (Bergsteigen, Golf, Höhlenforschen), die Top- Hotels haben amerikanischen Standard, der Einfluß des “american way of life” ist deutlich spürbar.
Luzon-Region:
Die Metropole Manila, in der südlichen Manila Bay der Nordinsel Luzon, ist moderne Weltstadt westlicher Prägung. Der Stadtteil Eremita, mit Hotels und Nachtclubs, steht der Amüsiermeile Bangkoks in nichts nach (Prostitutionstourismus für die überwiegend männliche Klientel aus aller Herren Länder!). Neben dem schlechten Image, das die Philippinen aus diesem Grunde erworben haben, hat die Stadt allerdings einiges mehr zu bieten. Zahlreiche Kolonialbauten (Kirchen, Paläste) aus spanischer Zeit stehen in der Hauptstadt Metro- Manila (zusammengesetzt aus den umliegenden Städten einschließlich der Ex-Hauptstadt Quezon City). Sehenswert ist die ummauerte spanische Altstadt Intramuros, 1571 erbaut, mit dem Fort Santiago, der Manila-Kathedrale, der San Agustin-Kirche und dem Casa Manila (Möbel des 16.-19. Jh.). Der Rizal-Park ist Manilas Freizeit-Oase (nach dem Nationalhelden Rizal, des 19. Jh.). Des weiteren hat Manila zahlreiche Museen und Freizeitmöglichkeiten in der Umgegend zu bieten. Größter See der Philippinen ist die südlich Manilas gelegene Laguna de Bay (Bootsfahrten, Wasserfälle, heiße Quellen in der Umgebung). Nord-Luzons Landschaft bietet Seen, Wasserfälle, Höhlen und spanische Herrenhäuser in herrlich grüner Landschaft. Baguio, die “Sommerhauptstadt” der Philippinos (20 °C Jahresdurchschnitt), in den Cordillera-Bergen, hat zahlreiche Freizeitparks (Golf, Wandern), sehenswert sind die Märkte der Stadt. Nicht weit von Baguio sind die Banaue-Reisterrassen vom Bergvolk der Ifugaos berühmtes Postkartenmotiv. Ihre Gesamtlänge wird auf knapp 22.500 km geschätzt! Sehenswert sind auch die übrigen Regionen der Insel Luzon, der “spanischsten” Insel (Laoag, im Nordosten, mit Ferienresorts, San Fernando zum Baden und Tauchen). Der Westen Luzons, von der knapp 2000 m hohen Sierra Madre begrenzt, ist felsige Steilküste. Die Calabarzon-Provinzen um Metro-Manila (Cavite, Laguna, Batangas, Rizal, Quezon) sind für die Hauptstädter ideale Tagestouren. Hier gibt es heiße Quellen (Laguna), Vulkane, Gelegenheiten zum Bergsteigen, Baden, Tauchen, Windsurfen, die vorgelagerten Inseln von Batangas (im Süden) gelten als Holidayresort- und Taucherparadiese.
Vlsayas-Region:
Die Provinz Cebu auf der gleichnamigen Insel hat mit der ehemaligen, gleichnamigen Hauptstadt der spanischen Kolonie, die älteste Stadt des Landes. Auf Mactan Island findet man die meisten Hotels und Freizeitanlagen von Cebu. Cebus Nachbarinsel Bohol ist berühmt für ihre (1000) Chocolate Hills, grasbewachsene Kegelbuckel, die aus dem Tropenwald herausragen. Die westlichen Inseln Panel und Negros sind ebenfalls touristisch erschlossen, es gibt zahlreiche historische Sehenswürdigkeiten (Kirchen) Negros ist die Zuckerinsel des Landes. An der Nordspitze von Panay Island findet in jeder dritten Januarwoche eines Jahres das wilde, karnevalsähnliche Ati-Atihan-Fest statt. Die vorgelagerte Insel Boracay gilt als schönstes Urlaubseiland der Philippinen.
Mindanao:
Auf der südlichsten Insel Mindanao wurde in den 70er Jahren das Steinzeitvölkchen der Tabatay im Urwald entdeckt. Der höchste Berg der Philippinen, der Vulkan Apo (2965 m) nahe Davao City (zweitgrößte Stadt des Landes), ist für die Eingeborenen ein heiliger Berg. Die Sehenswürdigkeiten reichen von Museen der Urbevölkerung, über buddhistische und taoistische Tempel, Orchideengärten, bis zu Dschungelwanderungen. Zamboanga war einst letzter Außenposten der Spanier vor den kriegerischen, moslemischen Sulu-Inseln. Sehenswert ist das Fort Pilar, sowie die Märkte mit dem bunten Bevölkerungsgemisch. Die Küche des Landes reicht von asiatisch bis europäisch-amerikanisch, ist aber vor allem eine Mischung der zahlreichen Kulturen des Landes. Beliebte Souvenirs sind Schnitzereien, religiöse Ikonen, Schmuck (Gold, Silber, Perlen), Bambusmöbel (Rattan). Verkehrstechnisch wichtig sind vor allem Fähren (speziell in der inselreichen Visayas-Region) und Flugzeuge im Reich der Inseln. Das Land hat 3 internationale Airports, Manila (NAIA), Flugdrehscheibe des Ostens, Mactan, Davao. Manila, Mactan auf Cebu und über 300 nationale Flugplätze. Straßen sind in mäßigem Zustand, aber wichtigster Verkehrsträger. Es gibt überall Busverbindungen. Größter Beliebtheit (als touristisches Fotomotiv) erfreuen sich die Jeepneys. Diese zu Kleinbussen umgebauten und bunt bemalten Jeeps haben sich nach dem II. Weltkrieg aus den übriggebliebenen Militärfahrzeugen der Amerikaner entwickelt.

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