Jul 9

Nauru ist der kleinste Inselstaat der Welt. Es liegt im Pazifik ca. 4000 km nordöstlich von Sydney (Australien), fast am Äquator. Die nächste Insel, Banaba, liegt in westlicher Richtung 280 km entfernt und gehört zu Kiribati, die Marshall-Inseln liegen 1100 km nördlich und die Gilben-Inseln von Kiribati 1500 km nordwestlich. Vom Engländer John Fearn 1798 (andere Quellen nennen ihn John Hunter) entdeckt war die Insel ab 1888 Kolonie des Deutschen Kaiserreiches, 1914 wurde sie von Australien besetzt, von 1920 wurde sie unter einem australisch-britisch-neuseeländischen Mandat des Völkerbundes verwaltet. Seit 1968 ist Nauru unabhängig. Bedingt durch sein einzigartiges Wirtschaftsprodukt, den Phosphatabbau (aus dem Guano-Vogelmist, der den Großteil der Insel bedeckt, dient der Düngemittelherstellung), hat Nauru eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen der Welt (ca. US$ 40.000). Die Kapazitäten werden aber in den nächsten Jahren erschöpft sein. So wird versucht, das Inselinnere, d.h. vier Fünftel der Insel, das völlig unbewohnbar und auch nicht für den Ackerbau geeignet ist, wieder fruchtbar zu machen. Mit jedem Frachter, der Phosphat abholt und nach Australien und Japan bringt, soll in Zukunft Muttererde auf die Insel gebracht werden. Die wirt- schaftliche Bedeutung Naurus dokumentiert das imposante Nauru House in Melbourne, Australien. Viele jun- ge Nauruaner gehen in Melbourne zur Schule, es besteht eine besonders starke Beziehung zu dieser Stadt, sie gilt als “home away from home”. Das Klima der Insel ist tropisch. Niederschläge fallen zwischen November und Februar. Die Einwohner des Staates sind fast wie eine große Familie. Schließlich leben alle vom Phosphat. Ein Teil der Staatseinkommen werden in einen Reservefond gelegt für die Zeit nach der Phosphatära. Sie sind eine Mischrasse aus Polynesiern, Melanesiern und Mikronesiern. Nur die Hälfte der Einwohner sind Nauruer, die harten Arbeiten, die mit dem Phosphatabbau zu tun haben, werden von Gastarbeitern aus den armen Inselrepubliken der Umgebung gemacht. Die Nauruer selbst leben wie im Schlaraffenland und sind nicht gerade von schmächtiger Gestalt. Mit ihren Dollarmillionen sind sie die großen Investoren des Pazifik und schaffen sich damit die Sicherheit für die “Nach-Phosphat-Zeit”. Da die Bewohner der Insel selbst reich genug sind, wird auf auf zusätzliches Einkommen aus dem Tourismus nicht viel Wert gelegt. Die entsprechenden Einrichtungen sind eher dürftig. Am Rand der fast kreisförmigen Insel führt eine fast 15 km lange Straße vorbei an Korallennadeln und - höckern, die bis zu 20 m aus dem weißen Sandstrand ragen, mit Blick auf das ringförmig die Insel umgebende Korallenriff. Palmen und Gebüsch bilden den Vegetationsgürtel im Küstengebiet, das Innere ist öde. Einen Besuch im Inselinnern lohnt allerdings die im Südwesten gelegene Buada-Lagune, ein Süßwassersee. Die Faune besteht hauptsächlich aus Seevogelarten, wie u.a. dem Fregattvogel. Neben der Ringstraße mit ihren Abzweigen zum Inselinneren befindet sich auch eine Schmalspureisenbahnlinie auf Nauru, die zur Phosphatbeförderung benutzt wurde. Die staatseigene Airline Air Nauru hat internationale Flugverbindungen nach Australien, Manila, Französisch-Polynesien, Fidschi, Guam, zu den Salomonen, Marshallinseln und nach Mikronesien.

Jul 9

Pohnpei (früher Ponape genannt) ist die größte Insel des Staates Mikronesien und liegt etwa auf halbem Weg zwischen Chuuk und Kosrae. Pohnpei ist Sitz der Regierung von Mikronesien, der in Palikir gelegen ist, ca. 5 Meilen südwestlich von Kolonia, der Hauptstadt von Pohnpei. Die Insel hat die Form eines fast kreisrunden Zeltes. Genau in der Mitte erheben sich zahlreiche Vulkane der höchste ist der Nanalaud mit 790 m, deren Spitzen fast immer hinter Wolken versteckt sind. Die Insel ist mi tropischem Urwald bedeckt, die Bergflüsse fallen in Kaskaden zu Tal, es gibt versteckte Buchten und zahlreiche kleine Inseln innerhalb des Korallenriffs.
Rund um die Insel führt eine 87 km lange Straße, das ist auf Pohnpei eine Tagestour, besonders nach Regenfällen. Im Norden der Insel liegt die Hauptstadt Kolonia, der Flugplatz liegt auf der Insel Dekehtik, die durch einen Damm mit Kolonia verbunden ist. Sehenswert sind der Spanische Wall (entstanden während der Besetzung durch Spanien 1850 - 1899), der Deutsche Glockenturm (Rest einer deutschen Kirche während der Besetzung vor dem 1. Weltkrieg), der Sokehs Rock, ein fast 200 m hoher, schwarzer Basaltfelsen, von dem man einen herrlichen Blick auf die Stadt und auf das Riff hat (der Aufstand der Sokehs (Eingeborene) wurde von den Seeleuten des deutschen Kreuzers Emden 1910 niedergefochten, das Grab der Deutschen liegt gegenüber dem Felsen gleich hinter der Bucht, die Eingeborenen wurden irgendwo verscharrt) und der alte japanische Hafen (hier rosten 18 japanische Panzer aus dem 2. Weltkrieg vor sich hin, größtenteils sind sie schon vom Dschungel bedeckt). Trinken muß man auf Pohnpei den Sakau (in Polynesien als Kaya bekannt), ein mild narkotisierendes Getränk aus der Pfefferwurzel. Diese Wurzel wird auf einem Stein zerstoßen (dieses Geräusch hört man jede Nacht, wenn Nachschub gebraucht wird), der Brei wird durch die Rinde eines Hibiskusbaumes gepreßt und getrunken wird der Sakau aus einer Kokosnußschale. Dabei werden Lippen und Zunge taub, der Kopf bleibt klar. Der Pfeffer von Pohnpei ist übrigens eine Delikatesse. Das wichtigste Wort, das man auf der Insel beherrschen muß ist “kaselehlie”, es ist der Gruß, den man beim Kommen und Gehen verwendet. Bei der Rundreise durch die Insel sollten die imposanten Wasserfälle besucht werden, ebenso wie die natürlichen Swimmingpools mit Süßwasser. Ant Atoll, 3 Meilen südwestlich außerhalb des Riffs gelegen, ist in Privatbesitz. Höhepunkt einer Reise nach Pohnpei ist der Besuch der antiken Ruinen von Nan Madol, die vermutlich im 13. Jh. von den ersten Herrschern dieser Insel erbaut wurden. Auf dem Riff vor der Insel Temwen ist auf fast hundert kleinen Inselchen eine Tempelstadt errichtet worden. Kanäle und Tunnel sind von Menschenhand gefertigt worden, ebenso wie riesige Basaltsäulen und Grabstätten.
Yap
Der Inselstaat Yap (Wa’ab) ist der westlichste Mikronesiens. Er liegt 420 km nordöstlich von Palau und 850 km südwestlich von Guam, an der Grenze zwischen Pazifik und Philippinenmeer. Yap besteht aus vier dicht beieinander liegenden Inseln (Yap, Map, Rumung und Gagil), die von einem Korallenriff umschlossen sind. Die Hauptstadt ist Colonia auf Yap. Stränden und alten Dörfern hat noch relativ wenig Erfahrung mit Tourismus. Nur in Colonia gibt es einige Hotels, ist der amerikanische “way of life” zu spüren. Der Kontrast ist groß. Leute in Jeans stehen Frauen mit Bambusröcken und Männern mit Lendenschurz gegenüber. In den kleinen Orten wie Gagil, Fanif oder Dalpeebinaew ist es ursprünglicher. Hier sieht man noch die alten Männerhäuser (Versammlungs- und Beratungsort und oft Hort der Entspannung für Junggesellen), die nur noch im Westpazifik erhalten sind. Das regenreichere Wetter hat hier noch die Kultur verschont. Wie vor hundert Jahren leben die Bewohner der Inseln Ulithi, Faraulep, Woleai, Eauripik und Satawal. Hierhin gibt es keinen öffentlichen Verkehr. Berühmt gemacht hat Yap sein Steingeld. Bis zu 4 m hohe, mühlsteinähnliche Steinscheiben säumen heute noch manchen Straßenrand oder Garten. über 6000 dieser Steingeldstücke sollen heute noch erhalten sein. Die Steine dienten als Nachweis des Reichtums, die heutigen Dollars waren früher Muscheln. Die Steine wurden über 400 km aus den Steinbrüchen Palaus in winzigen Booten herübergesegelt. Es ist bei Strafe verboten, Steingeld zu entfernen oder darauf zu sitzen. Erst als Europäer und Amerikaner auf ihren eigenen modernen Schiffen Steingeld importierten, verlor es an Wert. Heute hat es seinen Wert als Mitgift oder bei Sippenstreitigkeiten.

Jul 9

Die Föderierten Staaten von Mikronesien (Federated States of Micronesia - FSM) bestehen aus den vier Staaten Chuuk (Truk), Pohnpei, Kosrae und Yap. Die Hauptstadt des Staatenbundes ist Pohnpei. Jede dieser Inselgruppen hat ihre eigene Kultur, Tradition, Geschichte und Sprache. Die FSM liegen im Westpazifik westlich der Marshall-Inseln, ca. 3600 km nördlich von Australien und ca. 4000 km südwestlich von Hawaii. Die Landmasse der 607 Inseln, von denen 96 bewohnt sind, beträgt 728 qkm, die auf 4 Mio. qkm Ozeanfläche (entspricht etwa der halben Festlandfläche der USA) verteilt liegen. Die Gründung der Nation fand am 10. Mai 1979 statt. Die US-amerikanische Treuhandschaft wurde durch die UNO am 12.12.1990 aufge- hoben.  Englisch ist die vorherrschende Sprache. Alle Staaten verwenden intern noch ihre eigenen Sprachen. Die Bewohner gehören der katholischen und protestantischen Kirche an. Das Klima nahe des Äquators ist tropisch, die Temperaturen bewegen sich konstant während des Jahres zwischen 21° und 29°, teilweise gemildert durch den Nordostpassat. Die jährliche Regenmenge liegt zwischen 350 und 1150 mm. Die kühlste und weniger feuchte Jahreszeit ist der Winter zwischen Dezember und Februar. Die tropischen Wirbelstürme, hier Taifun genannt, können in der Zeit zwischen Juli und November auftreten, in manchen Jahren mehr als 60. Die Inseln sind üppig grün, geschützt durch Korallenriffe, haben teilweise urwaldüberwucherte Berge und sandige Strände. Zwischen den Staaten und größeren Inseln gibt es einen regulären Flugverkehr mit Continental/Air Micronesia nach Guam, Saipan, in die USA, nach Japan, Korea, Papas-Neuguinea und Australien. Zunehmend bekommt der Tourismus immer stärkere Bedeutung. Die wesentlichen Erzeugnisse der Inseln sind Kopra, Tarowurzeln, Brotfrucht und Bananen. Chuuk Chuuk, früher auch Truk genannt, liegt im Zentrum Mikronesiens, ca. 1050 km südöstlich von Guam, im östlichen Teil des Archipels, der früher Caroline Islands genannt wurde. Auf den 1500 km Wasserfläche Richtung Yap (Westen) befinden sich hunderte von z.T. unbewohnten Atollen. Die Hauptinsel dieses Staates Weno (Moen), sowie die anderen großen Inseln Tonowas, Uman, Feten, Parem, Udot, Tol, Polio und Fata sind vulkanischen Ursprungs und liegen allesamt in der großen Truk-Lagune (64 km Durchmesser), die von einem Korallenriff umgeben ist. Chuuk gilt weltweit als das Wracktaucherparadies. Über 60 japanische Kriegsschiffe und Flugzeuge wurden in dieser Lagune in den letzten Kriegstagen von den Amerikanern versenkt. Dieses Unterwassermuseum ist 1971 zum Staats-Monument erhoben worden. Der höchste Berg Wenos ist der 229 m hohe Tonachau Mt. Iras. Der Legende nach ist er die Heimat des Gottes Souwoniras und seines göttlichen Sohns. Am Wichon River in der Nähe des Wasserfalls findet man noch ein ursprüngliches Männerhaus, Versammlungsort der Dorfältesten.
Kosrae
Kosrae (Kusaie) ist der östlichste Inselstaat Mikronesiens und auch die östlichste der Karolinen- Inseln. Sie ist nach Pohnpei die zweitgrößte Vulkaninsel, fast vollkommen von einem Korallenrif umgeben. Dichter tropischer Urwald bedeckt den größten Teil der Insel von den Vulkanbergen und Flußtälern im Inneren bis zum Flachland an der Küste. An der Küste finden sich eine Vielzahl an Vegetationsformen, von feinen, weißen Sandstränden über felsige Buchten hin zu Mangrove-Wäldern. Die fast unberührten Urwälder sind voll von Tropenvögel, Schmetterlingen, Wildschweinen, Eidechsen und kleinen Reptilien, Kröten und Krabben. Es existiert aber kein giftiges Landtier. Einen Besuch lohnen das Kosrae-Museum und die berühmten Lelu-Ruinen, die wie die Nan Madol-Ruinen in Pohnpei zu den "Wundern des Pazifik" gezählt werden.