Jul 26

Gambia ist der kleinste und ärmste Staat des afrikanischen Festlands. Es liegt in Westafrika entlang des Flusses Gambia und streckt sich 375 km tief in die Landmasse von Senegal hinein, mit dem es seit 1982 die Konföderation „nagambia” bildet. Gambia wurde 1447 von den Portugiesen entdeckt und ist seit 1965 selbständig. Das Klima ist tropisch, an der Küste kühler als im Landesinnern. Trockenzeit herrscht von Dezember bis Mai, während dieser Zeit weht der Saharawind Harmattan. Die Flußlandschaft ist flach mit stellenweisen Plateaus bis 200 m Höhe. Es gibt hier herrliche Sandstrände, an der Flußmündung wachsen Mangrovewälder, weiter im Inneren des Landes Palmen und Bambuswälder. Der einzig wichtige Exportartikel sind Erdnüsse, Reis ist Hauptnahrungsmittel. Zur Tierwelt des Flußgebietes gehören Flußpferde und Krokodile, in den Wäldern findet man Affen und eine reiche Vogelwelt, in der Savanne leben Leoparden, Hyänen, Schakale, Antilopen und Gazellen. Sehenswert ist der Baboon-Nationalpark, der auf einer Insel im Gambia-Fluß liegt. Nach Banjul, dem früheren Bathurst, kommt man günstig mit Frachtern der Polish Ocean Lines, die u.a. über Hamburg, Rotterdam und Antwerpen fahren. Ins Landesinnere fährt man mit Bussen und zweckmäßig mit Schiffen, gute Straßenverbindungen nach Senegal. Nach Banjul gibt es Tagesflüge von den Kanarischen Inseln aus. Flugverbindungen zu den Nachbarstaaten, der Anschluß an internationale Flüge erfolgt über Dakar im Senegal.

Jul 26

Gabun liegt im westlichen Äquatorialafrika, zwischen Kamerun und dem Festlandteil Rio Muni von Äquatorial-Guinea. Es ist dünn besiedelt und eines der reichsten Länder Afrikas. Der Name geht auf das portugiesische Wort „Gabäo” zurück, das Kapuze heißt und die Form der Flußmündung des Ogowe beschreibt. Das Land teilt sich in zwei Regionen, die schmale und leicht wellige Küstenebene und die Mittelgebirgslandschaft des Binnenlandes mit dem weitverzweigten Flußsystem des Ogowe. Das Klima ist typisch für diese Region des tropischen Regenwalds mit einer Luftfeuchtigkeit über 70 %, teilweise bis auf 98 % steigend. Das Land lebt von Erdöl, Holz (vor allem Okournä und Ozigo), Uran- und Manganerz. Aufgrund der starken Holznutzung sind große Teile des tropischen Urwalds heute zerstört und jetzt Sekundärwald. Die ursprüngliche Bevölkerung waren Pygmäen, heute sind nur noch wenige Restgruppen am Leben. Berühmt ist Lambaränä mit dem Urwaldhospital des Dr. Albert Schweitzer. Einen Besuch lohnen auch die zahlreichen Wildreservate und die Nationalparks Wonga bei Batanga und Petit-Loango. Sämtliche Großwildarten Afrikas sind hier vertreten, sowie Schimpansen und Gorillas. Die Hauptstadt Libreville wurde von den Franzosen 1849 gegründet, die als „freie Stadt” die befreiten Sklaven aus dem Kongo aufnahm. Mit Frachtern der Nautilus Line kann das Land von Marseille aus besucht werden. Viele Landesteile sind nur mit dem Schiff zu erreichen. Während der Regenzeit empfiehlt sich ein Verzicht auf das Auto. Lohnend sind die sehr billigen Sammeltaxis, auch bei Fahrten ins Umland.

Jul 26

Die Republik Cöte d’Ivoire liegt im Westen des Golfs von Guinea in Westafrika. Vom Westen über den Norden nach Osten grenzt das Land an Liberia, Guinea, Mali, Burkina Faso und Ghana. Der frühere Name Elfenbeinküste darf heute nicht mehr verwendet werden. Briefe mit dieser Anschrift werden nicht weitergeleitet Ein Visumantrag mit dieser kolonialistischen Bezeichnung Mrd nicht bearbeitet. Die Cöte d’Ivoire hat tropisches Klima mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit und großer Hitze. Der Küstensaum wird von Lagunen durchzogen, die westliche Küste hat felsige Halbinseln mit dazwischentiegenden malerischen Sandstränden. Die Verkehrsverbindungen in den Lagunenregionen sind sehr gut, es bestehen Straßenverbindungen zu den Nachbarländern, zu Burkina Faso zudem eine Eisenbahnverbindung. Abidjan ist der Überseehafen u.a. nach Marseille und Hamburg. Der Hauptexportartikel des Landes war und ist das tropische Edelholz. Einer der Hauptabnehmer ist eine bundesdeutsche Firma. Mittlerweile sind aber bis zu 80% der Waldflächen auf der Suche nach diesen Bäumen gerodet Sehenswert sind die Nationalparks im Westen des Landes, der Lac du Kosson, der alte Fischereihafen von Port Bouet und die Bergkegel von Mau mit Wasserfällen, Sturzbächen und Hängebrücken.

Jul 25

Stattliche Paläste zeugen in Santa Cruz vom Glanz vergangener Zeiten. 1492, ein Jahr vor der Eroberung La Palmas, hatte Kolumbus Amerika entdeckt. Und schon bald brach für Santa Cruz eine heute fast unvorstellbare Zeit der Blüte und des Reichtums an. Eine der größten Handelsflotten Spaniens war hier stationiert, die ansässigen Kaufleute erwarben binnen kürzester Zeit große Vermögen. Zwar besaß die königliche Handelskammer in Sevilla das Monopol im Amerikahandel: Sie teilte den einzelnen Schiffen Warenkontingente zu, bestimmte die anzulaufenden Häfen und überwachte die Zollabfuhr. Denn die Einnahmen aus dem Warenverkehr mit den neuen Kolonien in Übersee sollte vor allem die Staatskasse füllen. Alle Schiffe hatten sich der königlichen Handelsflotte anzuschließen, die regelmäßig von Sevilla aus in See stach. Viel Spielraum gestand man den Kaufleuten im Amerikahandel nicht zu — zu groß war die Angst der Krone vor in- und ausländischer Konkurrenz. Doch die Kolonien mußten mit Lebensmitteln versorgt werden, und die Kanaren lagen nun einmal sehr viel näher am amerikanischen Kontinent als das spanische Festland. Daher erhielten die Inseln 1508 das Privileg praktisch freien Warenverkehrs. Aber es gab auch Einschränkungen. So durften Sklaven und Frauen nur mit königlicher Genehmigung an Bord genommen werden; der Handel mit Gold und Silber, Pferden und Waffen war verboten. Auf dem Weg über den Atlantik machte nun beinahe jedes Schiff auf den Kanaren Station. La Palma erwies sich als besonders verkehrsgünstig — am Westrand des Archipels gelegen —, und so entwickelte sich Santa Cruz innerhalb weniger Jahre zur drittgrößten Handelsmetropole des spanischen Weltreichs (nach Antwerpen und Sevilla).
Von mindestens ebenso großer Bedeutung wie der legale war der illegale Handel. Ausländischen Schiffen war die Teilnahme am lukrativen Amerikageschäft streng untersagt. Viele Kapitäne versuchten, das Verbot von den Kanaren aus zu umgehen. Schmuggler, Piraten und Betrüger gaben sich hier ein Stelldichein. Der Handelskammer in Sevilla war dies ein Dorn im Auge. 1566 richtete die Krone auf Gran Canaria, Teneriffa und La Palma Registergerichte ein, um die Bestimmungen besser überwachen zu können. Die Inselräte protestierten vergeblich. >Offizielle( Waren, die mit den Kolonien ausgetauscht werden durften, waren ausschließlich Tierhäute, Wein, Getreide, Käse, Obst, Zucker, Vieh und Holz. Mit dem Schmuggel von Gold, Silber, Sklaven und Luxusgütern ließ sich natürlich viel mehr ver- dienen. Jeder war auf La Palma irgendwie in den illegalen Handel verwickelt, und so sah man nun, da die Kontrollen fast lückenlos waren, die Pfründe dahinschwinden. Im 17. Jh. geriet La Palma vollends ins Abseits. Das Wirtschaftszentrum der Kanaren verlagerte sich nach Teneriffa, als dort 1604 ein neuer Hafen eingeweiht wurde. Sechs Jahre später führte die Handels- kammer von Sevilla Exportbeschränkungen für kanarische Waren ein, wobei Teneriffa überdies noch die größten Kontingente zugeteilt bekam. Der schlimmste Schlag traf La Palma allerdings 1657, als das Registergericht in Santa Cruz geschlossen wurde. Alle Schiffe auf dem Weg von und nach La Palma mußten von nun an stets Teneriffa anlaufen. In den vier Jahren danach sollen nur noch zwei Schiffe ihre Waren in Santa Cruz gelöscht haben. Der wirtschaftliche Niedergang war besiegelt.

Jul 25

Die Zeiten des Gran Hotels Florida sind schon lange vorüber. Eingezwängt zwischen Felswand und neuer Schnellstraße, die Erdöllagertanks der staatlichen Raffinerie nicht weit, ist es von weitem einem altmodischen Gewächshaus nicht unähnlich — sofern der ehrwürdige Palast am Südrand von Santa Cruz aus einem vorbeieilenden Fahrzeug überhaupt wahrgenommen wird. Denn die üppige Pflanzenwelt des einstigen Hotelgartens überwuchert allmählich die verlassenen Gemäuer. Auf altem Großgrundbesitz—die Finca an der Playa de Bajamar war durch die Hände so illustrer Namen wie Sotomayor, Massieu und Abreu gegangen. ließ ein gewisser Felipe de Paz Perez Ende des 19. Jh. ein Herrenhaus im für La Palma recht ungewöhnlichen Kolonialstil errichten. Viel Glas, Ziegel und filigranes Mauerwerk fanden Verwendung. 1934 wurde das private Anwesen von seinem neuen Besitzer Manuel Rodriguez Acosta auf Drängen einheimischer Geschäftsleute in ein Hotel umgewandelt. Bis dahin hatte es auf La Palma nur schlichte Pensionen gegeben. In den 30er Jahren, als die Inselwirtschaft dank des Bananenexports florierte, begann man das Fehlen eines Hotels erster Kategorie schmerzlich zu spüren. Zu einem solchen entwickelte sich das Gran Hotel Florida nun rasch. Bedeutende Persönlichkeiten stiegen im »Florida« ab. Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, auch Admiral Dönitz, der in den letzten Kriegstagen die Nachfolge Hitlers antrat, habe sich in das Gästebuch eingetragen, als sein Kriegsschiff kurz nach der Eröffnung des Hotels im Hafen von Santa Cruz Station machte. Vor allem aber waren es die Passagiere britischer Kreuzfahrtschiffe, die die Hallen des Gran Hotels belebten. Alle 14 Tage legten die Dampfer der berühmten Cunard-Line in Santa Cruz an: Den Landgang verbrachten die Gäste auf den Tennisplätzen und an den Swimmingpools des »Florida«, wo sie auch pünktlich um 5 Uhr ihren Tee nahmen. Noch heute soll es auf La Palma Leute geben, die sich an die rauschenden Ballnächte im Park des Gran Hotels erinnern. Dazu fanden sich nicht nur die Hotelgäste ein, sondern jeder in Santa Cruz, der etwas auf sich hielt. Abrupt beendete der Ausbruch des Bürgerkriegs 1936 den kometenhaften Aufstieg des »Florida«. Die Besitzerfamilie wurde wegen ihrer republikanischen Gesinnung von den Anhängern Francos verfolgt; das Hotel mußte seine Pforten schließen. Halbherzige Versuche, es nach Beendigung der Kriegswirren wiederzueröffnen, waren zum Scheitern verurteilt. 1965 erfolgte das endgültige Aus. Wenn es auch am Geld fehlt, um das Haus zu renovieren, so wird doch zumindest dafür gesorgt, daß es nicht völlig verkommt. Es ist als Glücksfall zu betrachten, daß die heutigen Besitzer sich über die kulturhistorische Bedeutung des Palastes im klaren sind. So setzten sie sich Anfang der 80er Jahre erfolgreich gegen Pläne der Inselregierung zur Wehr, die Schnellstraße von Santa Cruz gen Süden quer durch das Anwesen zu legen. Das Gebäude blieb erhalten, 20 000 m2 Land mußten allerdings geopfert werden. Zukunftsmusik bleibt vorerst, das Haus einer neuen Nutzung zuzuführen und vor allem den Park der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, der zu den schönsten und vielfältigsten der Insel zählt. Die zwei Araukarien gelten als die höchsten ihrer Art auf den Kanarischen Inseln. Außerdem wachsen hier Lorbeerbäume und Magnolien, Myrthen und Eugenien, Maulbeerbäume, Jambus und uralte Palmen . . .

Jul 24

Einwanderer aus allen Teilen der Iberischen Halbinsel brachten ihre Tänze und Gesänge auf die Insel, wo sie im 16. und 17. Jh. zur typisch palmerischen Folklore verschmolzen. Die Texte dieser alten Lieder sind bildhaft und auf die ländliche Umgebung bezogen. Sie beschreiben die Lebensumstände der Menschen, ihr Vergnügen und ihre Trauer, Arbeit, Religion und Aberglauben. Einer der schönsten Bauerntänze La Palmas ist der Baile de trigo (<Weizentanz<), der den jungen Leuten früher auf spielerische Weise alle Arbeitsabläufe ver- deutlichen sollte, die mit Anbau, Ernte und Verarbeitung des Getreides verbunden waren. Portugiesisch beeinflußt sind die »Aires de Lima« ()Lieder aus Lima<), die man zum Zeitvertreib sang, während man in Gemeinschaftsarbeit die Maiskolben von ihren Hüllblättern befreite. Im 18. Jh. drangen in Spanien die höfischen Tänze des Mittelalters und der Renaissance in breitere Bevölkerungsschichten ein. Eine neue Gattung von Volkstänzen entstand, die bald auch auf den Kanaren heimisch wurde. Die heutige kanarische Folklore geht zum größten Teil auf diese Mode zurück. Geradezu pompös zelebriert werden die Fol fas, Gruppentänze mittelalterlicher Herkunft, bei denen die Herren den Damen ihren Respekt erweisen, ohne sie zu berühren. Eine populäre und weniger sittsame, doch sentimentale Variante der Folfas ist die Malaguelia, bei der ein Mann und zwei Frauen der Tanzgruppe als Solisten gegenüberstehen und sich teils improvisierte Verse zuwerfen. Ein fröhlicher, ausgelassener Tanz ist die von humorvollen bis anzüglichen Gesängen begleitete Isa, die bei allen Folkloreaufführungen auf dem Programm steht. Charakteristisch für La Palma ist der Sirinoque, dem altkanarische Ursprünge nachgesagt werden. Die Conquistadoren brachten ihn nach Europa, wo er als Canario bald weit über die Grenzen Spaniens hinaus Verbreitung fand. Vermutlich kam er, zum Hoftanz verändert, im 18. )h. auf die Kanarischen Inseln zurück. Ende des 19. Jh. hielten noch einmal neue Elemente in die kanarische Folklore Einzug, diesmal waren sie mittel- und osteuropäischen Ursprungs. Die Modetänze Polka, Mazurka und Berlina wurden übernommen. Zu diesen heiteren Melodien tanzte man bis weit ins 20. Jh. hinein auf Volksfesten. Auch Heimkehrer aus Kuba leisteten einen wichtigen Beitrag zum palmerischen Liedgut. Sie brachten die Caringa mit, einen Paartanz, bei dem der Mann die Frau umwirbt. Die Darbietungen werden von Chäcaras ()großen Kastagnetten<), Tambores (<Trommeln<), Flöten, Akkordeon und verschiedenen Saiteninstrumenten begleitet. Hierbei verdient die vier- oder fünfsaitige Timple Beachtung, die einer kleinen Gitarre ähnlich sieht. Durch Zupfen der Saiten werden hohe, scheppernde Töne erzeugt. Sie wird als Soloinstrument gespielt oder ersetzt die Sopranstimmen. Um die Mitte des 20. Jh. drohten die alten Tänze und Gesänge in Vergessenheit zu geraten. 1949 entstand in Santa Cruz die erste Folkloregruppe »Coros y Danzas«, 1970 folgten in Los Llanos »Los Arrieros« ()Die Maultiertreiber<(. Seither bildeten sich Volkstanzgruppen in vielen Orten der Insel mit dem Ziel, traditionelles Liedgut zu sammein und zu bewahren. Die meist jugendlichen Sänger und Tänzer treten im Rahmen von Fiestas auf. In Restaurants und Hotels sind regelmäßig »Tuhoco« aus Breha Alta und Breha Baja und »Cumbre Nueva« aus El Paso zu sehen. Die Tanzgruppen tragen stets die traditionelle Tracht der Insel. Bei den Männern sind dies ein weißes Hemd und eine wadenlange, luftige Hose, dazu Weste, bestickte Unterhose und eine Kappe, die bis in den Nacken reicht. Früher schützte man sich so bei der Feldarbeit vor der Sonne. Aufwendiger gekleidet sind die Frauen. Sie tragen über reichbestickten Unterröcken weite WolI- oder Seidenröcke, dazu weiße, ebenfalls bestickte Blusen und bunte Seidenwesten. Als Kopfbedeckung dient ein seidenes Tuch und darauf ein winziger Strohhut. Aus dem Alltagsleben sind diese Trachten verschwunden, nur zu festlichen Anlässen sieht man sie noch.

Jul 24

Ägypten liegt im äußersten Nordosten des afrikanischen Kontinents, die Hauptstadt Kairo ist die größte Stadt Afrikas. Im Westen liegt Libyen, im Süden der Sudan, im Osten das Rote Meer, die Sinai-Halbinsel grenzt an Israel. Im wesentlichen ist Ägypten um den Nil besiedelt, der das Land von der Südgrenze bis zu seinem Mündungsdelta bei Alexandria durchzieht. Im Norden ist das Klima mediterran, im Süden wechselt es von subtropisch bis zum Wüstenklima mit ganzjährig sehr heißen Temperaturen. Über 90% des Landes sind Wüste mit vereinzelten Oasen wie Siwa und Dhakla. Der „Garten Agyptens” ist die Oasenlandschaft des Faijum, südlich von Kairo gelegen, Lieferant für Obst, Gemüse, Blumen und die Grundstoffe für Parfüm.
Antike Sehenswürdigkeiten sind vor allem die Pyramiden von Gizeh mit der Sphinx, das Tal der Könige, Luxor, die Tempelanlage von Abu Simbel, sowie zahlreiche Tempel und Pyramiden verschiedener Zeit- und Stilepochen (es gibt etwa 70 Pyramiden im Land). Die Hauptverkehrsrouten Eisenbahn und Straße führen in Nord-Süd-Richtung den Nil entlang, wobei der Strom selbst als wichtigster und ältester Verkehrsweg gilt.
Beliebt sind Fahrten mit Feluken (Holzboote mit Dreieckssegeln) und auf luxuriösen Ausflugsbooten zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Der über 500 km lange Assuan-Stausee stellt die südliche Verkehrsverbindung (für Auto- und Zugreisende in Richtung Südafrika) nach Wadi Haifa in den Sudan dar. Die Sinai-Halbinsel im Nordosten verbindet ein Straßentunnel unter dem Suez-Kanal, Hurgada ist Ägyptens Touristen- und Taucherparadies am Roten Meer.

Jul 23

Roque del Guincho >Fischadlerfelsen, Punta de los Guinchos (>Fischadlerspitze<) oder einfach El Guincho (>Fischadler‹) sind Namen, die neugierig machen. Hoch über der Steilküste aufragende Felsen werden auf La Palma nicht selten so bezeichnet. An solchen Stellen baut der große, fischfressende Greifvogel gerne seinen Horst, um die Fanggründe beobachten zu können. Wird er der Beute ansichtig, stürzt er sich in steilem Flug abwärts, taucht tief ins Wasser und krallt seine Fänge in den Fisch. Der etwa 60 cm lange, schwarzbraune Fischadler (Pandion haliaütus) ist an seinem weißen Oberkopf mit den dunklen Augenstreifen und dem ebenfalls weißen Bauch zu erkennen — falls man das seltene Glück hat, ihm zu begegnen. Früher scheint er überall an den Küsten La Palmas genistet zu haben. Hin und wieder wird er heute noch bei Garaffa gesichtet. Die jüngste vogelkundliche Bestandsaufnahme verzeichnet ihn aber für La Palma nicht mehr als Brutvogel. Auf einigen anderen Inseln des Archipels nistet er noch vereinzelt, doch steht er auf der roten Liste der Tierschützer und zählt zu den am stärksten gefährdeten Tierarten der Kanaren. In der Bevölkerung ist die Erinnerung an den beeindruckenden Greifvogel noch sehr lebendig. »EI Guincho« ist ein Name, den viele Kneipen, Restaurants oder Supermärkte tragen. Auf Lanzarote hat der weltweit bekannte Künstler Cäsar Manrique (1919-1992) die von ihm gegründete Umweltschutzgruppe nach ihm benannt. Was ist mit dem Fischadler und vielen anderen vom Aussterben bedrohten Vogelarten geschehen? Die Antwort ist in der Jagdleidenschaft der Canarios zu suchen. In ländlichen Gebieten ist die Jagd für die Männer oft die einzige Abwechslung zum täglichen Einerlei. Geschossen wird um des Schießens willen, auch auf Tiere, die — wie der Fischadler — zum Verzehr kaum geeignet sind. Eine Jagdscheinprüfung ist nicht erforderlich, man braucht nur eine Lizenz zu kaufen. Jeder darf auf seinem Privatgrundstück jagen, aber auch dort, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Noch haben die Jäger eine starke Lobby. Kein Politiker möchte es sich gerne mit ihnen verderben. Aber ein Prozeß des Umdenkens hat begonnen. Es gibt heute Naturschutzgruppen auf La Palma, die sich für die bedrohte Tierwelt einsetzen. Auf den Abschuß seltener Vogelarten stehen hohe Strafen. Sämtliche Greifvögel dürfen schon seit 1966 nicht mehr gejagt werden. Als Naturschutzgebiete wurden inzwischen 31% der Inselfläche ausgewiesen, darunter der Nationalpark »Caldera de Taburiente« und der Naturpark »Monte de los Sauces y Puntallana« mit dem Biosphärenreservat »El Canal y Los Tilos«. Die Einhaltung der strengen Schutzbestimmungen wird nicht immer hinreichend überwacht. Dennoch machen sich erste Erfolge bemerkbar. Vor ein paar Jahren noch waren Wälder und Gebüsche stumm. Heute hört man wieder Vogelstimmen auf La Palma, und vielleicht wird eines Tages auch der scheue Fischadler zurückkehren. zum Überwintern nach La Palma. Typische Vertreter sind der Gelbschnabelsturmtaucher (Calonectris diomedea) und die Flußseeschwalbe (Sterna hirundo). Schlangen gibt es auf La Palma nicht, was Wanderer beruhigen wird. Der mitteleuropäischen Zauneidechse ähnelt die recht häufige Palma-Eidechse (Gallotia galloti palmae), die an den hellblauen Seitenflecken zu erkennen ist. Seltener bekommt man die bis zu 20 cm lange Walzenechse zu Gesicht. Nachts jagt der Gecko nach Insekten, oft auch an Hauswänden, die er dank seiner Haftzehen mühelos erklimmen kann. Er ruht tagsüber in schattigen Felsspalten oder unter Steinen. Laubfrösche (Hyla meridionalis) und Wasserfrösche (Rana perezi) bevölkern Tümpel und Wasserbecken. Unter den zahlreichen Insektenarten entdecken die Zoologen immer wieder neue Arten. Auffälligste Vertreter sind die Libellen und Schmetterlinge, unter denen besonders der Monarch (Danaus plexippus), ein Wanderfalter aus Amerika mit einer Flügelspannweite von rund 10 cm, ins Auge fällt. Er ist meist in windgeschützten Tälern anzutreffen. Selten sind Stechmükken und andere lästige Insektenarten. Unangenehm kann dagegen die (allerdings recht unwahrscheinliche) Begegnung mit einem etwa 25 cm langen, giftigen Hundertfüßler (Scolopendra morsitans) sein. Er hält sich gern in trockenen Gebieten unter Steinen auf. Für Kinder kann sein Biß gefährlich werden. Zahlreiche Fischarten beleben die Gewässer rund um La Palma. Die eßbaren Sorten kann man in den Markthallen und Fischgeschäften oder direkt beim Anlanden im Hafen (meist am späten Nachmittag) bestaunen. Recht häufig sieht man Sardinen, Makrelen und die verschiedenen Thunfischarten. Auch einige Haiarten leben in den Gewässern um La Palma, doch wurden nie Begegnungen mit Badenden bekannt!

Jul 23

Einen seltsamen Sport kann man hin und wieder im kanarischen Fernsehen verfolgen. Der auf der Welt wohl einmalige calabazo wird in Los Llanos gepflegt. Mit einem Blechnapf, der gut 12 I faßt und an einem langen Stiel befestigt ist, schöpfen kräftige Burschen unentwegt Wasser. Etwa 2 m Höhenunterschied sind dabei zu überwinden, wofür sie im Schnitt nur 3 Sekunden brauchen. Wer am schnellsten schöpft, hat gewonnen.
Was heute eine Gaudi mit Pokalverleihung ist, war für die Bauern der sogenannten Calabazo-Fincas bis vor wenigen Jahrzehnten bittere Realität. Ihr Land lag oberhalb des Bewässerungskanals, der Quellwasser aus der Caldera auf die Plantagen des Aridane-Tals leitete. Gegen Bezahlung durften sie an bestimmten Wochentagen soviel von dem kostbaren Naß entnehmen, wie sie per Hand schöpfen konnten. Dazu benutzte man ursprünglich einen ausgehöhlten Kürbis (span. calabaza). Geschöpft wurde über mehrere Etagen, um möglichst viel Land bewässern zu könne. Bis zu 15 m3 Wasser hob ein Mann pro Stunde. Seit den 50er Jahren wurden Stollen (galerfas) in die Berge getrieben, um das Grundwasser anzuzapfen. Neue Kanäle wurden gebaut, die den Calabazo überflüssig machten. Ohnehin fand sich kaum noch jemand zu der kräftezehrenden Tätigkeit bereit. Heute stehen die Plantagenbesitzer vor neuen Problemen. Die Galerfas, die etwa die Hälfte der Wasserversorgung La Palmas abdekken, versiegen allmählich. Rund 4 m Grundwasserabsenkung werden pro Jahr in der Umgebung der Stollen beobachtet. Wasser ist auf den Kanarischen Inseln seit jeher Privateigentum und damit der Kontrolle der Öffentlichkeit entzogen. Obwohl die ökologische Problematik der Galerfas längst bekannt ist, treiben private Wassergesellschaften immer neue, oft kilometerlange Gänge ins Gestein. Umweltschützer warnen vor einem völligen Austrocknen der »Isla Verde» (>Grüne Insel<). Diesen Beinamen erhielt La Palma einst wegen seines Wasserreichtums. War man doch 1893 noch auf ein Wasserkraftwerk stolz, dessen Stromerzeugung es Santa Cruz als erster Stadt auf den Kanaren ermöglichte, die Straßen zu beleuchten. Von den drei Wasserkraftwerken, die es in den 60er Jahren auf La Palma gab, erzeugt heute nur noch eines Strom. Das Quellwasser der Caldera de Taburiente ist innerhalb der letzten 20 Jahre um ca. 70% zurückgegangen, ein Drittel der Quellen sind bereits versiegt. Im trockenen Westen der Insel sind tagelange Wasserausfälle im Sommer keine Seltenheit mehr. Dennoch wird weiterhin gedankenlos Wasser konsumiert, als hätte man völlig vergessen, wie mühsam es einst gewonnen werden mußte. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt auf La Palma mit ca. 1200 m3 im Jahr rund doppelt so hoch wie in Deutschland, wobei der vielgeschmähte Tourismus nur für 0,3% des Verbrauchs verantwortlich zeichnet. Der Löwenanteil entfällt mit 95% auf die Landwirtschaft. Um 1 kg Bananen zu erzeugen, werden 400 Liter Wasser benötigt. Mindestens noch einmal soviel versickert — wie Experten feststellten — in undichten Zuleitungskanälen oder verdunstet aus nicht abgedeckten Wassertanks. Durch den Bau gigantischer Staubecken hofft die Inselregierung das Problem in den Griff zu bekommen. Sinnvoller wäre es nach Ansicht von Ökologen, auf den Anbau von Bananen zu verzichten und auf Kulturen auszuweichen, die weniger Wasser benötigen (z. B. Avocado, Mango oder Papaya).

Jul 23

Der erste Bewohner des Turms war der Graf von Gomera, Hernän Peraza. Von seiner Frau, der spanischen Schönheit Beatriz de Bobadilla, sprach man zum erstenmal, als ihr Mann bei der Flucht aus einem geheimen Liebesnest in einer von Gomeras Höhlen getötet wurde. Seine Mörder gehörten der Familie seiner Geliebten an, einer einheimischen Prinzessin. Aber Beatriz wurde besonders durch ihre Beziehung zu Kolumbus berühmt. Daß die beiden sich kannten, ist bewiesen, die Frage ist nur, wie gut — und die einheimischen Fremdenführer machen hierüber einige sehr indiskrete Andeutungen. Man würde gerne glauben, daß zwischen den beiden heftige Liebe entbrannte, aber niemand weiß mit Sicherheit, was Kolumbus genau entdeckte, als er 1492, 1493 und 1498 hier seine Freizeit verbrachte…
Einer der interessantesten Neubauten von San Sebastiän ist der parador, ein von der Regierung verwaltetes Hotel auf einem Kliff direkt am Hafen. Hier wurden weder Kosten noch Mühe gespart, um ein architektonisch außergewöhnliches Hotel in wunderschönen Gärten zu erstellen. Von der Hauptstadt aus steigt die Straße steil an, und die Fahrt ist im wahrsten Sinne des Wortes atemraubend. Zum Atemschöpfen können Sie in AcuLo Rast machen. Neben einem gewaltigen Lorbeerbaum auf dem Dorfplatz steht die Kirche San Marco, ursprünglich während der kurzen arabischen Besetzung im 17. Jh. als Moschee erbaut — daher das Höckerdach. Steile Felsen überragen den Ort, ein Wasserfall rauscht leise. Tief eingeschnittene Täler mit Obst- und Gemüsepflanzungen beleben den Landstrich auf dem Weg nach VALLEHERMOSO auf der Nordseite der Insel. In dieser Gegend liegt auch ein unter dem Namen Los Organos bekannter Felsen, der jedoch schwer zu erreichen ist. Er besteht aus Tausenden von regelmäßig geformten Basaltsäulen, die wie die Pfeifen einer riesigen Unterwasserorgel aus dem Meer ragen. Im Südwesten fasziniert VALI,E GRAN REY mit seiner Küstenlandschaft. Auf Gomera werden Handarbeiten hergestellt, die man sonst nirgends auf den Kanarischen Inseln findet. Die Andenkengeschäfte bieten hübsche Ponchos, Deckchen, Servietten sowie Strohfiguren an. Außerdem finden Sie originelle Schüsseln und Krüge, die nach uralter Technik ohne Töpferscheibe hergestellt werden. Auf der Rückfahrt nach Teneriffa sehen Sie am Horizont den mächtigen Teide aufragen, der den gesamten Atlantik zu beherrschen scheint — ein unvergeßlicher Anblick.

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