Der ehemalige britische Premierminister Winston Churchill soll regelmäßig Zigarren von La Palma geraucht haben. Angeblich hat er gesagt, die puros (>Reinen<) stünden einer echten Havanna in nichts nach. Dafür waren sie aber weitaus preiswerter zu haben. Einen echten Palmero konnte man sich früher kaum ohne Zigarre zwischen den Zähnen vorstellen. Nach wie vor werden die Puros auf der Insel in den Kneipen stückweise verkauft, doch die jungen Männer bevorzugen längst Zigaretten. Ende des 19. Jh., als Spanien im Krieg gegen die USA mit Kuba seine letzte Kolonie auf amerikanischem Boden verlor, kehrten viele dorthin emigrierte Palmeros in die Heimat zurück und brachten ihr Wissen über die Zigarrenherstellung mit. Das Cochenille-Rot, jahrzehntelang tragende Säule der Inselwirtschaft, war durch künstliche Farbstoffe vom Weltmarkt verdrängt worden. Zu einer Zeit also, als La Palma wirtschaftlich am Boden lag, brachte der Zigarrenexport — wenn nicht die Rettung — so doch eine erhebliche Linderung. Bald stellten zahlreiche kleine Werkstätten in Brena Alta, Brena Baja, Mazo, Santa Cruz und El Paso die Puros her. Rund um El Paso dehnten sich Tabakfelder aus. Seit einigen Jahren läuft das Geschäft nicht mehr gut. Viele Betriebe mußten wegen mangelnder Nachfrage schließen. Auch der Tabakanbau ist fast ganz eingeschlafen, man verwendet heute importierte Sorten. Noch gibt es aber ein paar Werkstätten, wie z. B. den Estanco Flor de Lis in Brena Alta. Schon von draußen nimmt man den Geruch der frischen Tabakblätter wahr. In der Werkstatt stehen die Zwingbretter, in denen der geschnittene und gerollte Tabak, in ein Umblatt gewickelt, einige Tage von einer alten Holzpresse unter Spannung gehalten wird. Wenn der Tabak halbwegs trocken und in Form gebracht ist, wickelt man ihn in das Deckblatt ein, verschließt die Enden und schneidet sie ab. Zuletzt wird die fertige Zigarre kräftig gerollt. Mit etwas Glück kann man bei der Arbeit zuschauen, doch wird nur noch wenig produziert. Touristen kommen zwar aus Neugier, rauchen will die Zigarren aber kaum jemand. Deshalb führt der Estanco heute Souvenirs aller Art, wie Keramik und Stickereiwaren, um finanziell über die Runden zu kommen.
Brenal bezeichnet ein felsiges, mit Gestrüpp bedecktes Gelände. Davon ist heute nicht mehr viel zu sehen. Vielmehr liegt Brefia Alta ebenso wie seine meerwärts angrenzende Schwestergemeinde Brefia Baja inmitten einer blühenden Gartenlandschaft. Palmen, Obstgärten und Gemüsefelder prägen das Bild. Die wohlhabende Oberschicht von Santa Cruz nutzte das Gebiet von Brena Alta von jeher als Sommerfrische. Dank der erhöhten Lage (300 bis 400 m über dem Meeresspiegel) ist es hier in den heißen Monaten angenehm warm, und die Passatwolken sorgen für eine gleichmäßige Feuchtigkeit. Viele der alten, von großzügigen Parkanlagen umgebenen Villen sind seit Jahrzehnten dem Verfall preisgegeben, weil das Geld für die Instandhaltung fehlt.Doch in den 70er Jahren wurde Brena Alta sozusagen neu entdeckt. Seither haben viele >Aussteiger auf Zeit, meist deutscher Nationalität, hier ihre komfortablen Zweitwohnsitze errichtet. Wohlhabende Palmeros taten es ihnen gleich; es gilt als schick, in Brena Alta zu wohnen und täglich zum Arbeitsplatz nach Santa Cruz zu pendeln. Die rund 5000 Einwohner von Brena Alta verteilen sich auf mehrere Ortsteile, deren Grenzen nicht immer klar ersichtlich sind. Einzig San Pedro, Sitz der Gemeindeverwaltung, wo etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt, trägt städtische Züge und ist mit seinen dicht gedrängten, weißgekalkten Häusern schon von weitem auszumachen. Traditionell ist SarrPedro eines der Zentren der palmerischen Zigarrenherstellung, und noch heute findet man hier mehrere Werkstätten, in denen die puros von Hand gedreht werden. Ein Großteil der Häuser von San Pedro reiht sich entlang der Hauptstraße. Sie erweitert sich im südlichen Ortsbereich zu einer großzügig gestalteten, mit modernen Skulpturen geschmückten Plaza, wo man Geschäfte und Kneipen findet. Da Brena Alta in den letzten Jahren eine rasante Entwicklung — verbunden mit starkem Bevölkerungszustrom — mitgemacht hat, ist San Pedro ein lebendiger, aufstrebender Ort. Ruhig geht es noch unterhalb der Hauptstraße zu. Dort steht die Pfarrkirche San Pedro Apöstol. Sie wurde 1539 erstmals erwähnt, seither jedoch mehrfach umgebaut. Das Gotteshaus birgt einige interessante Heiligenfiguren, darunter eine Statue des hl. Josef mit dem Jesukind (Anfang 18. Jh.) von dem flämisch beeinflußten, palmerischen Künstler Marcos Guillen. Von dem Taufbecken aus grüner Keramik (15. Jh.) heißt es, die zum Christentum bekehrten altkanarischen Herrscher La Palmas seien hierin getauft worden. Sehr idyllisch ist der kleine, dreieckige Platz mit Springbrunnen und hübscher Gartenanlage an der Rückseite der Kirche.In Brena Alta stehen die berühmten Dragos Gemelos ()Zwillingsdrachenbäume‹), denen ein Alter von mehreren hundert Jahren nachgesagt wird. Mit 12-15 m Höhe sind sie die größten Drachenbäume La Palmas. Man findet sie im Ortsteil San Isidro, südlich von San Pedro. An der Straße zur Cumbre Nueva, etwa 400 m nach der Abzweigung, liegt in einer Kurve zur Linken die Zoohandlung Casa Chicho. Rechts daneben führen Treppenstufen zu den Bäumen hinab, die in eine kleine Gartenanlage mit Sitzbänken einbezogen wurden. Am Südrand des Gemeindebezirks von Brefia Alta erhebt sich der 565 m hohe Vulkankegel Brefia an der Straße nach Mazo. Eine Zufahrtsstraße führt zum Aussichtspunkt auf dem Gipfel.