Aug 3

Zwei Straßen führen parallel zur Küste weiter nach Süden, in den Gemeindebezirk von Mazo (5000 Einw.). Auf der unteren gelangt man von Brefia Baja nach Hoyo de Mazo. Die obere, besser ausgebaute Straße führt, von Brefia Alta kommend, nach EI Pueblo (800 Einw.), dem Zentrum der Gemeinde. Bis vor wenigen Jahren war Mazo ein Abwanderungsgebiet. Die Landwirtschaft,’ vorwiegend Weinbau, konnte den jungen Leuten keine attraktiven Arbeitsplätze bieten. Heute kehrt sich der Trend um. Ebenso wie in Brefia Alta kauften Ausländer viele leerstehende Häuser und restaurierten sie. Das traditionelle Kunsthandwerk des Ortes wurde zu neuem Leben erweckt. Eine Kunsthandwerksschule bietet Kurse an (Stickerei, Klöppelei, Keramik u. a.). Viele junge Künstler haben Ateliers in und um Mazo eingerichtet. Der herbe Rotwein von Mazo, der auf 46 ha Fläche angebaut wird, wird von einer Winzergenossenschaft vertrieben, die in El Pueblo eine Probierstube unterhält.
Das Ortszentrum von El Pueblo liegt unterhalb der Hauptstraße. Einen Rundgang beginnt man am besten gegenüber vom Postgebäude, wo eine Pflasterstraße, die Calle M. Perez Diaz, steil bergab führt. Gleich zur Rechten befindet sich die kleine Plaza de Pedro Perez Dfaz mit einem runden Musikpavillon, in dem bei Volksfesten die Kapelle aufspielt. An dem Platz steht das Rathaus, daneben erhebt sich die stilvoll restaurierte Casa Hrez Diaz (heute Stadtbücherei) mit ihrem kleinen Terrassengarten. Dann verläßt die Pflasterstraße das Dorfzentrum. Sie wird nun von Palmen und blühenden Büschen gesäumt. Ganz unten trifft man auf den Friedhof und die Iglesia San Bläs, wohl eine der schönsten Kirchen La Palmas. Hier stand nachweislich schon 1495, also nur zwei Jahre nach der Eroberung, eine Kapelle. Die zunächst einschiffige Kirche wurde 1512 geweiht, bei Verschönerungsarbeiten Anfang des 19.1h. entstanden die Seitenschiffe. Das linke wurde 1802 fertiggestellt, das Datum 1804 über dem rechten Portal bezieht sich auf die Vollendung des zweiten Seitenschiffes. Bemerkenswert sind die modernen, abstrakten Bleiverglasungen über den beiden Portalen. Im rechten Fenster ist eine Weintraube dargestellt. Das Innere birgt einige reich verzierte, holzgeschnitzte Barockaltäre. Neben dem Hauptaltar sind vor allem der Altar der Rosenkranzmadonna (im linken Seitenschiff) sowie der Altar des Jesukindes von 1778, der schon verspielte Elemente des Rokoko aufweist (im rechten Seitenschiff seitlich vorn), zu erwähnen. Die Holzdecke im Mudejar-Stil trägt im Altarraum eine ornamentale Bemalung in weißer Farbe. Berühmt ist der Mercadillo von Mazo. Der nur am Wochenende stattfindende Markt wird seit Mitte der 80er Jahre auf Initiative einer Genossenschaft abgehalten, die sich die Förderung der palmerischen Landwirtschaft durch Ausschaltung des Zwischenhandels zum Ziel gesetzt hat. Zu diesem Zweck wurde eine große Markthalle errichtet. Sie steht nicht weit vom Ortszentrum in der Calle Doctor Morera Bravo, die an der Bar Calzada von der Calle M. Perez Diaz abzweigt. Die Preise sind kaum günstiger als anderswo auf der Insel, doch erfreut sich der Mercadillo wegen seines umfassenden Angebots, das alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse La Palmas umfaßt, großer Beliebtheit. Neben dem üblichen Marktsortiment werden selbstgemachte Liköre und Saucen, Honig, deutsches Brot und in der Herbstsaison sogar Pilze aus den Wäldern La Palmas angeboten (Sa 15-20, So 8-13 Uhr; der Besuch lohnt vor allem am Samstag, möglichst frühzeitig kommen!).