Einer der schönsten, wenn auch recht anstrengenden Wanderwege La Palmas führt über den Kamm der Cumbre Vieja. Man sollte einen klaren Tag abwarten und frühzeitig aufbrechen, um die Vulkanroute bei Sonnenschein genießen zu können. Ausgangspunkt ist der Parkplatz am Refugio El Pilar, wohin keine Busverbindung besteht. Wenn man sich mit dem Taxi hinauffahren läßt, kann man die gesamte Ruta de los Volcanes bis nach Fuencaliente laufen. Ein Trost für Selbstfahrer: Besonders lohnend ist der erste, obere Teil des Weges bis zum Doppelgipfel des Deseada-Vulkans (vom Refugio El Pilar hin und zurück ca. 5 Std. Gehzeit). Vom Parkplatz am Refugio El Pilar hält man zunächst auf der gegenüberliegenden Straßenseite quer über das Picknickgelände auf das im hinteren Teil stehende Gebäude zu. An der Hütte vorbei führt ein Pfad in ein kleines Tal hinein und biegt schon nach wenigen Metern vor einer auffälligen Felsgruppe rechts ab. Rasch gewinnt der Weg an Höhe, passiert einen kleinen Mirador mit herrlichem Ausblick auf die Westflanke der Cumbre Nueva und umrundet den kahlen Pico Birigoyo (1808 m). Nach etwa 30 Min. trifft der Pfad auf eine Forstpiste, der man ca. 10 Min. bergauf folgt, bis rechts wiederum ein schmaler Fußweg abzweigt. Auf diesem geht es durch lichten Kiefernwald weiter. Ein Barranco wird auf einer Brücke überquert, danach führt der Weg steiler bergauf und tritt aus dem Wald heraus. Der Kamm der Cumbre Vieja ist erreicht, bei guter Sicht kann man weit über die Ostküste La Palmas und bis nach Teneriffa blicken. An einer Gabelung hält man sich rechts, auf dem Kamm entlang, und steigt dann ein paar Schritte hinunter zur ersten Hauptattraktion der Route (1 Std. 30 Min.), dem Krater Hoyo Negro von 1949. Wenn man vorsichtig in die Spalte hinabschaut, sieht man, daß sie ihren Namen (>schwarze Grube>) zu Recht trägt. Hin und wieder steigen heiße Dämpfe aus Rissen im Kraterrand, ein Beweis dafür, daß die vulkanische Tätigkeit noch nicht restlos erloschen ist. Von hier an ist die Ruta de los Volcanes weniger begangen und der Pfad teilweise etwas undeutlich. Den Schlund des Hoyo Negro läßt man rechts liegen. Zur Linken erhebt sich der Nambroque (1925 m). Dazwischen überquert der Weg einen Sattel und steigt, von knorrigen Kiefernexemplaren begleitet, allmählich ab. Voraus erkennt man nach rund 2 Std. Gehzeit den rötlichen Kraterrand des Duraznero, zu dem von einer Gabelung ein schmaler Pfad hinaufführt. Auch der Duraznero war 1949 aktiv. Daran erinnern schwefelhaltige, warme Dämpfe, die ständig aus Spalten an seinem Rand dringen. Die Umgebung der Austrittstellen ist gelblich bis weiß gefärbt. Auf dem Hauptpfad sind es nun noch etwa 30 Min. Gehzeit bis zum Doppelgipfel der Deseada. Man kann die Wanderung nach dem relativ anstrengenden Aufstieg zur Gipfelsäule auf der II. Deseada (1937 m) unterbrechen oder am Kraterrand entlang noch zur gegenüberliegenden I. Deseada (1949 m) gehen. In beiden Fällen genießt man den Ausblick nach Süden auf die nun allmählich an Höhe verlierende Vulkanlandschaft der Cumbre Vieja. Autofahrer sollten hier umkehren. Wer ohne Auto angereist ist, kann auf der Ruta de los Volcanes durch Kiefernwälder und über Aschefelder weiterlaufen bis Fuencaliente (noch ca. 3,5 Std. Gehzeit).