Besuch der wüstenhaften Südspitze La Palmas mit ihren weiten Weinfeldern, mächtigen Vulkanen, dunklen Lavaströmen, stillen Stränden und der Saline mit schachbrettförmigen Terrassenbecken. La Palmas Südspitze ist, geologisch betrachtet, eine Verlängerung der Vulkanroute. Auch hier kam es noch in jüngerer Zeit wiederholt zu Eruptionen. Der landschaftliche Charakter ist jedoch, bedingt durch die sonnenverwöhnte und stellenweise windgepeitschte Lage, ein ganz anderer. Fuencaliente ist der Hauptort im Süden. Von hier lassen sich Vulkane, prähistorische Stätten und ruhige Badebuchten, die zu den schönsten der Insel zählen, erkunden. Fuencaliente
Die fuente caliente, eine heiße Quelle, gab dem Ort seinen Namen. Heilerfolge bei der Behandlung von Leprakranken sagte man dem schwefelhaltigen Wasser nach. 1646 wurde die Quelle unter den Aschen und Lapilli begraben, die der Vulkan San Martin auswarf. Eine weitere Eruption, diesmal in unmittelbarer Nähe, erschütterte das Dorf, als 1677/78 der San Antonio ausbrach. Wiederum wurden große, zuvor als Weideland genutzte Flächen durch vulkanische Auswurfmassen unbrauchbar gemacht. Doch was den Bewohnern zunächst wie ein Fluch erschien, erwies sich später als Segen. Im 18. Jh. entdeckte man die hervorragende Eignung des mit Lapilli bestreuten Bodens für den Weinanbau. Nachts speichern die porösen Lavabrocken Tauwasser, das sie tagsüber an die Pflanzen abgeben. So konnte man den Boden, der wegen seiner Trockenheit kaum für andere Kulturen geeignet war, erstmals ackerbaulich nutzen. Noch heute spielt der Weinbau für Fuencaliente eine wichtige Rolle. Der Hauptort liegt rund 700m über dem Meer; oberhalb der Häuser beginnt die Wolkenzone mit ausgedehnten Kiefernwäldern. Hier leben die meisten der ca. 1800 Gemeindebewohner: Man verarbeitet die Weintrauben, die aus den tiefergelegenen Ortsteilen angeliefert werden. In jüngerer Zeit gibt es mit einigen Pensionen und Appartementhäusern bescheidene Ansätze von Fremdenverkehr. Die meisten der weiß getünchten Häuser reihen sich entlang der Hauptstraße. Dort gibt es Geschäfte, Kneipen und Restaurants. Das Zentrum befindet sich im westlichen Ortsbereich, rund um die nüchtern-moderne Plaza. Schlendert man die Calle Yaiza hinauf, gelangt man zu der ruhig gelegenen Pfarrkirche San Antonio Abad. Das schlichte, einschiffige Gotteshaus geht auf einen Vorgängerbau aus dem 16. Jh. zurück. Doch wurde die heutige Kirche mit der grauen Glockenwand aus Naturstein erst um 1730 errichtet. In zwei Weinkellereien kann man Wein probieren und kaufen. Die größere, Bodegas Teneguia, liegt am südwestlichen Ortsrand etwas unterhalb der Hauptstraße. Die Zufahrt ist beschildert. Rund 300 Winzer aus Fuencaliente haben sich hier in den 80er Jahren zu einer Kooperative zusammengeschlossen, um die Produktion und den Verkauf des Weines zu zentralisieren. Angeboten werden unter anderem trockener Malvasier oder weißer Bujariego. Im Schnitt werden in dem modernen Betrieb pro Jahr etwa 1,5 Millionen Liter Wein gekeltert (Mo—Fr 9-14, 15-17 Uhr). Eine kleinere Privatkellerei, die Bodegas Carballo, findet man an der Straße nach Las Indias, kurz hinter der Abzweigung zum Vulkan San Antonio auf der rechten Seite (Mo—Sa 10-13, 15-17 Uhr).