Die Hochebene von Puntallana wurde früher »Granero de la Isla« ()Kornkammer der Insel() genannt. Die vielen Getreidefelder ersetzen heute einige wenige Bananenplantagen. Die Ortsteile, in denen insgesamt etwa 3000 Menschen leben, reihen sich in rund 400 m über dem Meer an einer schwer zugänglichen Steilküste aneinander. Von Santa Cruz kommend gelangt man, nachdem man den tiefen Barranco Seco überquert hat, zunächst nach Santa Lucia, wo die Familie des Eroberers Lugo große Ländereien besaß. Eine schmale Straße am nördlichen Ortsende führt zur Ermita Santa Lucia. Die Kapelle stammt aus dem 18. Jh., geht aber auf einen Bau von 1530 zurück. Sie ist meist verschlossen, doch wegen ihrer schönen Lage auf einer palmenbestandenen Kuppe, von wo man weit über das Meer blickt, einen Besuch wert. Im Inneren birgt sie eine flämische Skulptur der hl. Lucia aus dem frühen 16. Jh. Gegenüber der Ermita befindet sich die Toreinfahrt zu dem ehemaligen Landsitz der Lugos, der sich immer noch in Privatbesitz befindet. Der Gemeindesitz San Juan de Puntallana (400 Einw.) liegt etwas abseits der Durchgangsstraße. Um die lglesia San Juan Bautista, die für das ruhige Dorf viel zu groß zu sein scheint, gruppieren sich ein paar Häuser und zwei Kneipen. Die Kirche stammt aus dem 16. Jh., erhielt aber ihre heutige, typisch kanarische Form erst zu Beginn des 18. Jh. Hoch ragt sie über der Steilküste empor. Von der Terrasse bietet sich ein schöner Blick. Im Ortsteil La Galga lohnt ein Abstecher zum Mirador San Bartolome, den man über eine schmale Straße am nördlichen Ortsausgang erreicht. Sie führt zunächst zur Ermita San Bartolom, einer schlichten Landkirche aus dem 17. Jh. Der Kirchplatz wurde 1976 als Aussichtsterrasse neu gestaltet. Man blickt in den tiefen Barranco de la Galga und den angrenzenden Barranco de la Fuente. Beide Schluchten sind nur durch einen schmalen Felsgrat getrennt und vereinen sich zur Küste hin zu einem gemeinsamen Tal. Der eigentliche Aussichtspunkt (als Mirador de la Montaria ausgeschildert) befindet sich auf der vorgelagerten Kuppe La Galga (437 m) und ist sehr weitläufig angelegt. Von dort bietet sich ein ausschweifender Blick über die Küstenlandschaft und bei klarer Luft bis nach Teneriffa und Gomera.