Das Gemeindegebiet von San Andres y Sauces ist wasserreich und wird landwirtschaftlich intensiv genutzt. Vorherrschend ist der Anbau von Bananen, daneben werden Gemüse und verschiedene tropische Früchte gepflanzt. Etwa 6000 Menschen leben insgesamt in der Gemeinde, davon rund 1100 im älteren Ortsteil San Andres. Schon 1507 erhielt San Andres die Stadtrechte und war neben Santa Cruz der einzige Ort, der Stadtschreiber beschäftigen durfte. Doch sollte sich die Meereslage für San Andrs als Nachteil erweisen. Die höhergelegene Nachbargemeinde Los Sauces errang schon nach wenigen Jahrzehnten die wirtschaftliche Vormachtstellung im Nordosten. Los Sauces verfügte über ein gut funktionierendes Bewässerungssystem, das es ermöglichte, das lukrative Zuckerrohr anzubauen. In San Andres mußte man sich mit dem weniger lohnenden Getreideanbau begnügen. Die beiden Orte wurden im 19. Jh. zu einer Gemeinde zusammengelegt. Heute jedoch befindet sich der Verwaltungssitz in Los Sauces. San Andres führt abseits der Hauptstraße ein beschauliches Dasein und zählt zu den idyllischsten Orten der Insel. Mittelpunkt des Ortes ist die weitläufige, palmenbestandene Plaza de San Andres. Typische kanarische Häuser — einige schmücken schöne Holzbalkone — säumen den Platz. Ein Straßencafö lädt zur Rast ein. Hier erhebt sich auch die Pfarr- kirche San Andr6 Apöstol aus dem 16./17. Jh. Zum Schutz gegen Pira- tenüberfälle wurde sie als Wehrkirche ausgelegt. Von außen wirkt der Bau mit dem wuchtigen, seitlich angebrachten Turm und den naturbelassenen Kantensteinen sehr schlicht. Die Kirche wurde auf dem Grundriß eines lateinischen Kreuzes erbaut. Seitenkapellen rechts und links des Altarraumes täuschen ein Querschiff vor. Im Chor erhebt sich der barocke Hauptaltar von 1790 mit der Figur des Schutzheiligen; die Altäre der Seitenkapellen bergen Figuren der Virgen de la Victoria und der Viren del Rosario, beides flämische Arbeiten aus dem 17. Ih. Sehr kunstvoll gearbeitet ist die hölzerne MuMar-Decke. Von der Plaza ist es nicht weit zum Meer: Dort steht ein gut erhaltener Kalkofen. Da La Palma keine eigenen Kalkvorkommen besitzt, wurde bis vor wenigen Jahrzehnten Kalk aus Fuerteventura per Schiff nach San Andres gebracht und dort gebrannt, um als Mörtel und Dünger Verwendung zu finden. In dem winzigen Hafen setzte man früher bei ruhiger See die Fischerboote mit Hilfe eines Krans zu Wasser. Wo einst Boote vor Anker lagen, begegnet man heute eifrigen Sportfischern und einigen sonnenhungrigen Badegästen, die über eine Treppe ins Meer gelangen können. Doch ist wegen der bisweilen starken Brandung Vorsicht geboten.