Während auf der Zentralinsel New Providence mit der Hauptstadt Nassau, die sich auch heute noch den Charakter einer englischen Kolonialsiedlung des 18. Jahrhunderts bewahrt hat, vor allem am Cable Beach emsige Betriebsamkeit und Touristenunterhaltung vorherrschen, finden Reisende, die paradiesische Ruhe mit sportlicher Aktivität kombinieren wollen, auf den 28 anderen bewohnten Inseln vor der Haustür Floridas ideale Möglichkeiten. Vor allem Eleuthera Island ist eines der Fleckchen, die überhaupt nicht in das übliche Klischee zu pressen sind. Die weiß-gelben Pulverstrände und das türkisfarbene Wasser scheinen so rein und unberührt wie zu der Zeit, als die ersten Europäer hier landeten. In der Cotton Bay findet man mitten in der abgelegenen Einsamkeit ein hervorragendes Clubhotel mit vier Tennisplätzen, einem 18-Loch-Golfplatz und Möglichkeiten zum Schnorcheln, Segeln und Fischen. Der sonst auf Inseln stets lästige Wind fehlt völlig. Auf Inagua, der südlichen Insel vor dem Wind, schon im Karibischen Meer gelegen, leben etwa 1800 Menschen und 30000 Flamingos. Tierfreunde sind begeistert von der Schönheit und dem geheimnisvollen Zauber Inaguas und von seiner großartigen Fauna. Man sieht hier rosa Löffelreiher, Fischreiher und alle Arten von Kolibris. In Höhlen hausen Fledermäuse, wilde Pferde und Esel. Wildschweine durchstreifen die Insel. Flamingos haben im Winstor Lake auf Groß-Inagua eine ihrer letzten Zufluchtsstätten auf den Bahamas gefunden. Obwohl sie dort zu Tausenden nisten, sind sie sehr scheu. Es ist äußerst schwierig, sie zu fotografieren. Inagua liegt näher bei Haiti als jede andere Insel. In der Wasserstraße bei den Eilanden barg einst Kapitän Phipps (1687) 26 Tonnen spanischen Golds vom Meeresgrund. Wer Abendunterhaltung sucht und tagsüber ein bißchen St. Tropez unter karibischer Sonne, findet das auf Grand Bahama Island, der zweitwichtigsten Insel des Archipels. Als in Europa der Zweite Weltkrieg tobte, lebten hier nur 312 Menschen, Ende der 60er Jahre nahezu 40000. Heute gibt es in Freeport, der größten Stadt, Touristenbereiche mit Straßencafs und International Bazaar sowie ein Spielcasino mit der Fassade einer Moschee. Auch das schönste Hotel der Insel, Bahama’s Princess Tower wirkt wie der Traumpalast eines Scheichs. Weil es im Landesinneren und nicht am Strand gebaut wurde, schufen die Besitzer als Ausgleich einen Pool von gewaltigen Ausmaßen, lackierten ihn in zarten Hollywood-Pastelltönen und konzipierten eine Open-Air-Bar, die förmlich einlädt, sich unter tropischer Sonne mit köstlichen Drinks zu erfrischen. Für welche Insel oder Ferienart, ob man sich für Hotel oder Club entscheidet, ist Geschmacksache. Ein (zugegeben sehr teures) Domizil wird so ziemlich allen Wünschen gerecht: Das im englischen Kolonialstil in eine gepflegte tropisch-üppige Gartenanlage hineingebaute Ocean Club Hotel an einem meilenlangen feinkörnigen Sandstrand. Mit den terrassenförmig zum Meer hin abfallenden Versailles Gardens und einem in den Komplex integrierten, aus Montröjeau (Frankreich) eingeflogenen und naturgetreu wieder aufgebauten Augustinerkloster aus dem 12. Jahrhundert, zählt es zu den originellsten Plätzen der internationalen Hotellerie. »Selbstverständlich« hat der Ocean Club einen 18-Loch-Golfplatz, neun Tennisplätze (mit Flutlicht) und Wassersportmöglichkeiten vom Hochseefischen über Wasserski bis zum Fallschirmsegeln. Mustergültig ist die Idee, daß der Gast bei Buchung von Halb- oder Vollpension sein Dinner nach Wunsch auch in einem von sieben ausgesuchten Feinschmecker-Restaurants der Insel zelebrieren kann. Wobei er sich allerdings nicht unterstehen sollte, ohne Jackett und Krawatte zu erscheinen. Für europäische Urlauber ist das eine etwas altmodisch anmutende Etikette, für die Bahamesen dagegen eine Selbstverständlichkeit.