Pohnpei

Der Schwerpunkt des Staates Pohnpei liegt auf der hohen Vulkaninsel desselben Namens. Sie ist von 25 kleineren Inselchen umgeben, die z. T. ebenfalls vulkanischen Ursprungs sind. Weitere acht Atolle gehören zum Staat Pohnpei, der sich bis 1984 Ponape nannte. Die >Garteninsel< Pohnpei ist außer für ihre Blütenpracht auch für die Pfefferplantagen bekannt, die das beliebte Gewürz vor allem für den amerikanischen Markt produzieren. Rund um die Insel Pohnpei sind zahlreiche Sehenswürdigkeiten angesiedelt. Die 85 km lange Straße rund um die Insel ist stellenweise in so schlechtem Zustand, daß die Strecke nicht in einem Tag zu bewältigen ist. Gleich hinter Kolonia ragt Soheks Rock 152 m über dem Meer auf - Amerikaner vergleichen seine markante Form gern mit Diamond Head in Waikiki. Etwas östlich von Kolonia liegt das Micronesian Cultural Center, in dem den Besuchern traditionelle Handarbeitstechniken und Tänze vorgeführt werden. Die Ruinenstadt Nan Madol ist in einer Lagunenbucht vor der Südostseite von Pohnpei gelegen. Auch hier sind die Reiseveranstalter nicht um einen Namen verlegen: Das >mikronesische Venedig< ist auch ohne diesen eurozentrischen Titel eindeutig die berühmteste Sehenswürdigkeit der Insel und eine der bedeutendsten Bauten Mikronesiens. Der natürlichen Insel Temwen sind auf 60 ha Fläche 92 von Menschenhand geschaffene Inselchen vorgelagert. Sie liegen auf dem Rifflach und sind durch große Basaltblöcke, die wahrscheinlich bis aus der Gegend von Soheks Rock mit Bambusflößen herantransportiert wurden, gegen die offene See hin abgesichert. Die Anlage der Bauten, die zwischen 1100 und 1400 n. Chr. errichtet wurden, kündet von einer blühenden Kultur unter der Saudeleur-Herrscherdynastie. Nan Madol war zur damaligen Zeit ein bedeutendes politisches, administratives, gesellschaftliches und religiöses Zentrum; es scheint erst kurz vor der Ankunft der Europäer um 1820 aufgegeben worden zu sein, da sich damals die älteren Inselbewohner noch an eine lebendige Stadt erinnern konnten. Die östliche Hälfte von Nan Madol, geannnt Madol Powe (Oberstadt), war den Priestern für Rituale vorbehalten, während der westliche Teil, Madol Pah (Unterstadt), Verwaltungszwecken diente. Nan Madol wurde wahrscheinlich aus Gründen der Verteidigung in solch unzugänglicher Lage erbaut: Nur bei Hochwasser ist der Zugang über die See möglich. Es empfiehlt sich auch heute, die Ruinen bei Hochwasser zu besichtigen, da ansonsten die Bewegungsmöglichkeiten der Boote sehr stark eingeschränkt sind. Viele Mikronesier ziehen es vor, die Stätte den Geistern zu überlassen, die dort ihres Glaubens nach noch ansässig sind und die sie durch Besuche nicht stören wollen. Besucher werden Nan Madol nicht verlassen, ohne einige der zahlreichen Legenden und mysteriösen Geschichten über den Ort gehört zu haben, so z. B. die des deutschen Gouverneurs Berg: Er hatte während der Ausgrabungskampagne von 1907 einige Gebeine aus der Gruft entfernt - im Laufe der darauffolgenden Nacht soll ihm der Laut von geblasenen Seemuscheln auf der Insel Temwen in den Ohren geklungen haben, und am nächsten Tag weilte er nicht mehr unter den Lebenden. Sein Tod wurde in den Papieren der deutschen Verwaltung auf das Einwirken der übermäßigen Hitze zurückgeführt, aber traditionsverbundene Pohnpeianer berufen sich auf oben genannte Version.

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