Bereits im vierten Jahrtausend vor der Zeitenwende war Kuba von ethnischen Gruppen wie den Ciboney und den Guanahacabibes besiedelt. In den Küstenbereichen wie der Hicacos-Halbinsel lebten die Ureinwohner hauptsächlich vom Sammeln von Meeresprodukten; in Grotten und Höhlen (Cueva de Ambrosia, Varadero) hinterließen sie in Form von Felsritzzeichnungen ihr künstlerisches Vermächtnis. Ab etwa 1100 n.Chr. drängten die Taino in mehreren Einwanderungswellen aus Südamerika vor und verdrängten die Urvölker. Offiziell „entdeckt” wurde der heutige Zehneinhalb-Millionen-Staat von Christoph Kolumbus bei dessen erster Reise im Jahre 1492riwanzig Jahre später war es Diego de Velazquez, der die Insel für Ure spanische Krone kolonisierte und die Stadt Baracoa im Osten der Insel gründete. Bis 1515 folgten Stadtgründungen von Bayamo, Sancti Spiritus, Trinidad, Puerto Principe (Camagüey), Santiago und Havanna. Man faßt diese Orte unter dem Sammelbegriff „Las primeras siete villas” (Die ersten sieben Ansiedlungen) zusammen. Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts rden die Taino von den Spaniern weitgehend vertrieben und ausgerottet. Um die angelegten Zuckerrohrfelder mit Hilfe von Zwangsarbeitern bewirtschaften zu können, setzte ein Sklavenimport aus Afrika ein. Im Jahre 1552 wurde der Sitz der Hauptstadt von Santiago nach Havanna verlegt. Die Entwicklung in der neuen Kolonie verlief vergleichsweise ruhig, da sich die Spanier mehr für die Reichtümer Mexikos interessierten. Im Jahre 1762 wurde Kuba von den Engländern erobert, ein Jahr darauf jedoch gegen Florida an Spanien wieder abgetreten. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts wurde der Zuckerrohranbau intensiviert. Im 19. Jahrhundert gerieten die politischen Verhältnisse in Bewegung. Von den Kreolen, den fest ansässigen Nachkommen europäischer Einwanderer, ging ein wachsender Widerstand gegenüber den von der spanischen Krone eingesetzten Herrschern auf der Insel aus. Doch mehrere Aufstände zur Erlangung der Unabhängigkeit schlugen fehl. Nach der ersten großen Revolution im Jahre 1868 mit Mäximo Gö- mez und Carlos Manuel de Cöspedes an der Spitze versuchte sich Josä Marti als weiterer Vorkämpfer der kubanischen Unabhängigkeit, doch starb er 1895 in Boca de Dos Rios im Kampf gegen die Spanier. 1897 gestand Spanien der Kolonie weitgehende Autonomie zu, doch innen- und außenpolitische Unruhen ließen nicht nach. Nach der bis heute ungeklärten Explosion des US-amerikanischen Kriegsschiffes „Moine” im Februar 1898 im Hafen von Havanna intervenierten die Vereinig- ten Staaten auf der Insel. Im Frieden von Paris Ende 1898 mußte Spanien die Insel an die USA abtreten. Im Jahre 1902 wurde die kubanische Republik ausgerufen, doch behielten sich die USA das Interventionsrecht vor. Der US-amerikanische Einfluß wurde durch die wirtschaftliche Kontrolle verstärkt. Zucker- und Tabakexporte gingen weitgehend in die Vereinigten Staaten, und die Hauptanteile an der Zuckerindustrie waren in deren Hand. Nach den Wirren der Weltwirtschaftskrise übernahm Diktator Fulgenico Batista y Zaldivar das Kommando, war zwischen 1940 und 1944 offizieller Staatspräsident, ging nach seiner Wahlniederlage ins Exil in die USA, kehrte 1952 nach Kuba zurück, initiierte dort einen Staatsstreich und errichtete eine gewaltsame Herrschaft. 1953 scheiterte ein von dem Rechtsanwalt Fidel Castro gestarteter Putschversuch. Für Castro folgten politische Haft und Exil, ehe er 1956 von Mexiko aus ein bewaffnetes Eingreifen mit Guerillaeinheiten auf Kuba vorbereitete, unter anderem gemeinsam mit dem aus Argentinien stammenden Mediziner Ernesto „Che” Guevara. Castro, Guevara und weitere 81 Mann erreichten im Dezember 1956 mit der Yacht „Granma” vom mexikanischen Hafen Tuxpan aus die Südküste Kubas. Die Rebellen wurden jedoch von Batista-Truppen überrascht; nur fünfzehn Mann überlebten und flüchteten in die Sierra Maestra. Was folgte, war ein zwei Jahre langer Partisanenkrieg, der erfolgreich beendet wurde. Am 1. Januar 1959 zogen die Guerillas in Havanna ein; Diktator Batista floh in die USA. Die junge Revolutionsregierung führte den Sozialismus ein. Es kam zu einer Agrarreform, zur allmählichen Verstaatlichung der Wirtschaft, zur Enteignung und Beschlagnahme US-amerikanischer Ölraffinerien und Zuckerrohrplantagen, was zu einem Exodus der kubanischen Oberschicht sowie zu einem Handelsembargo und dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen seitens der USA führte. Auf politischen und wirtschaftlichen Druck der USA reagierte Kuba mit militärischer Aufrüstung und enger Anlehnung an die UdSSR. 1961 scheiterte eine vom US-amerikanischen Geheimdienst unterstützte Invasion von Exilkubanern in der „Schweinebucht”. Höhepunkt des Konfliktes waren die Stationierungen sowjetischer Raketen auf der Insel und die nachfolgende „Kubakrise” im Oktober des Jahres 1962, da der Weltfrieden auf dem Spiel stand. Präsident Kennedy verhängte eine militärische Seeblockade bis zum Einlenken Chruschtschows und dem Abzug der Raketen.
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