Besuchsziele: Kathedrale — Kolonialbauten — Casa de los Marqueses de Agua Clara („El Patio”) — Casa de Luis Chacön — Museum der Kolonialkunst — Palacio del Marques de Arcos — Casa de Lom- Itillo — Museum der Erziehung — Hemingway-Bar „La Bodeguita lel Medio” — Museum Alejo Carpentier
Ein sorgsam gepflasteter Boden, Säulengänge, schmiedeeiserne Ralkongitter, Profanarchitektur aus der Kolonialzeit und alles beherrschend die beiden ungleichförmigen Türme der Kathedrale: Havannas Plaza de la Catedral ist einer der schönsten Plätze in der Stadt. Gelegentlich wirkt die Plaza mangels Menschenmasse verwaist, doch das ändert sich zumindest jeden Samstag, wenn dort und in der benachbarten Gasse San Ignacio ab elf Uhr der Kunsthandwerkermarkt angesetzt ist. Im Gegensatz zu bunten Märkten in anderen lateinamerikanischen Staaten wirkt dieses Marktgeschehen in Havanna relativ blaß. Der letzte innerhalb der Stadtmauern angelegte Platz wurde ursprünglich Plaza de la Cienaga (Platz des Sumpfes) genannt, da er sich auf morastigem Terrain befand, das in den Monaten der Regenzeit regelmäßig überflutet wurde. Nach der Trockenlegung wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts hier ein Wasserspeicher errichtet, der zur Aufstockung von Wasservorräten der Schiffe diente. Mit dem Bau der Kathedrale begannen die Jesuiten Mitte des 18. Jahrhunderts. Nach deren Vertreibung im Namen des spanischen Königs (1767) sowie erheblichem Geldmangel konnte die Kathedrale erst 1788 eingeweiht werden. An der aus Kalkstein bestehenden Oberfläche hat der Zahn der Zeit genagt, so daß der Sakralbau älter, aber — nach meinem Empfinden — auch eindrucksvoller wirkt. Hinter der barocken Fassade verbirgt sich, bis auf den Hochaltar, ein vergleichsweise schlichtes Inneres; hier sollen vorübergehend die sterblichen Überreste von Christoph Kolumbus untergebracht gewesen sein. Samstags ist die Kathedrale für Besucher geschlossen. Die Plaza de la Catedral ist von Kolonialbauten umstanden, die in erster Linie aus der Mitte des 18. Jahrhunderts datieren. Steht man mit dem Rücken zur Kirchenfassade, sieht man rechter Hand die zwischen 1751 und 1775 erbaute Casa de los Marqueses de Aguas Claras, in dem heute das Restaurant „El Patio” untergebracht ist. Wirklich sehenswert ist der Innenhof, der auch die Szenerie bietet für tegelmäßig stattfindende Folkloreshows. In angenehmem Ambiente kann man in „El Patio” speisen. Auf der Gegenseite der Kathedrallassade steht die Casa de Luis Chacön, das älteste Gebäude am Platz. Das Haus geht auf das 17. Jahrhundert zurück und wurde 1720 von seinem neuen Eigentümer Luis Chacön rekonstruiert. In dem einstigen Wohnpalast mit bemerkenswertem Patio ist heute das Museum der Kolonialkunst (vgl. unter „Museen”) untergebracht. In unmittelbarer Nachbarschaft der Casa de Luis Chacön liegt der ,Palacio del Marques de Arcos (1746) mit wertvollen barocken Details. Auf der Plaza-Gegenseite von „El Patio” sieht man die ebenfalls auf das 18. Jahrhundert zurückgehende Casa de Lombillo; heute dienen die Räume als Museum der Erziehung, doch sehenswerter sind auf dieser Seite des Platzes die Arkaden. An der Plaza und im angrenzenden Gäßchen Callejön del Chorro befinden sich mehrere Künstlerläden (Gemälde, Keramik). Von der Plaza-Ecke mit dem „Patio”-Restaurant aus geht man zwei Minuten durch die Calle Empedrado zur bekannten Hemingway-Bar „La Bodeguita del Medio” (vgl. dazu das Kapitel „Hemingway und Ha- vanna”). In der Calle Empedrado 215 ist in der um 1820 konstruier- ten Casa de la Condesa de la Reuniön das Museum Alejo Carpentier (auch Centro de Promociön Cultural Alejo Carpentier; vgl. unter „Museen”) untergebracht.
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