Okt 6

Parque Central — Marti-Monument — Dachterrasse . „Plaza"-Hotel — Hotel „Inglaterra" — Großes Theater von Havanna — Kapitol mit „Salönde los Pasos Perdidos" und Naturwissenschaftlichem Museum Felipe Poey — Königliche Tabakfabrik Partagas — Parque de la Fraternidad — „Fuente de la India" — Paseo de Marti — Parque Central — Hemingway-Bar „El Floridita" — Marti-Prome- nade — Palacio de los Matrimonios — Monument „Estudiantes de Medicina" — Monument Mäximo Gömez — Avenida del Puerto — Festung San Salvador de la Punta — Malecön — Avenida del Puert — Parque Anfiteatro — Palacio de la Artesania — „Archäologischer, Park" und Stadtmauerreste — Nationalmuseum der Musik — 13 de Marzo — Präsidentenpalast — Revolutionsmuseum — „Memorial Granma" — Nationalmuseum — Parque Central
Im Übergangsbereich zwischen der Altstadt und dem zentralen Viertel (Centro Habana) liegt der palmenreiche Parque Central, angelegt nach dem Abriß fast aller Stadtmauern Havannas in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Bereits 1905 wurde in der Parkmitte ein Denkmal zu Ehren des kubanischen Freiheitskämpfers Jos e Marti errichtet. Von der Dachterrasse des Hotels „Plaza" aus (dort auch Postamt) bieten sich gute Blicke über einen Teil der Stadt - und damit auch auf einen kompletten Ruinenblock direkt am Parque Central. Eindrucksvoll hingegen sind die Fassaden des Hotels „Inglaterra" und des Großen Theaters von Havanna (Gran Teatro de la Habana), die mit geschmackvollen Laternen lohnenswerte Fotomotive bieten. Das Theatergebäude wurde auf Betreiben der zahlenmäßig starken Kolonie galizischer Einwanderer gemeinsam mit einem Gesellschaftshaus (Centro gallego) in neobarockem Stil zwischen 1907 und 1915 errichtet. Das Gebäude ist mit zahlreichen Bildhauerarbeiten und Skulpturen ausstaffiert, wobei die Marmorkunstwerke von Giuseppe Moretti besonders hervortreten. Das „Inglaterra"-Hotel ist aus dem einst besten Cafe der Stadt („El Louvre"; 19. Jahrhundert) hervorgegangen; 1879 hielt Jose Marti hier eine bekannte Rede für die Unabhängigkeit des Landes. Insbesondere rund um den überschaubaren Parque Central wird man als Tourist häufig von Kindern (Stichworte Kaugummi und Kulis) und dubiosen Händlern (Stichwort Havanna-Zigarren) angesprochen. Auf Gespräche und Handel mit jenen Gesellen sollte man sich nicht einlassen — es sei denn, man will billige Zigarren erstehen, deren „Innenleben" aus welken, wertlosen Blättern bestehen kann… In Sichtweite des von weiteren, weniger wichtigen Bauwerken umstandenen Zentralparks (Teatro Payret, Antiguo Centro Asturiano, Antiguo Instituto de La Habana) liegt das mächtige Kapitol (Capitolio Nacional). Der monumentale Bau mit seinem gewaltigen Treppenaufgang ist dem Kapitol in Washington nachempfunden und wurde 1929 als Sitz des Repräsentantenhauses und des Senats fertiggestellt. Bei Konstruktion und Ausgestaltung wurden unter anderem Stahl, Marmor und Bronze verwendet. Unter der Kuppel befindet sich der große Saal „Salär) de los Pasos Perdidos" mit einer Länge von 48, einer Breite von 15 und einer Höhe von knapp 20 Metern. Um das Innere zu fotografieren bzw. filmen zu dürfen, muß man Extragebühren für Kameras entrichten. Wichtig zu wissen ist auch, daß das Kapitol gegenwärtig Sitz der Akademie der Wissenschaften, der wissenschaftlich-technischen Bibliothek sowie des Naturwissenschaftlichen Museums Felipe Poey ist. Nahe der Rückfront des Kapitols gelangt man in der Calle Industria an das altehrwürdige Gebäude der Königlichen Tabakfabrik Partagas (Real Föbrica de Tabacos Partagas). Der Bau geht auf die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück; die Zigarrenfabrik hat bis heute ihre Bedeutung behalten, und man kann an organisierten Führungen teilnehmen. Wenn man von der Zentraltreppe des Kapitols aus nach rechts schreitet, kommt man kurz darauf zum kleinen Parque de la Fraternidad und — auf einer grünen „Verkehrsinsel" — zu dem im Jahre 1837 aufgestellten Marmorbrunnen „Fuente de la India" (auch „Noble Habana"). Dort befindet man sich gleichzeitig am Ende des bekannten Paseo Marti, jener Promenade, die im Volksmund auch unter dem Namen „Prado" firmiert. Die „Fuente de la India" gilt als eines der Wahrzeichen Havannas. Die in Carraramarmor von Giuseppe Gaginni geschaffene Statue zeigt ein junge Indiofrau, die in der rechten Hand ein ovales Wappen der Stadt hält. Ab der „Fuente de la India" kann man nun, vorbei an Kapitol und Parque Central, dem gesamten Paseo de Marti bis zu den an der Hafeneinfahrt gelegenen Resten der Festung San Salvador de la Punta folgen. Am Parque Central kann man ein kurzes Kontrastprogramm einschieben. Vorbei am Marti-Denkmal und durch die Calle San Rafael ist es nur ein Block bis zur berühmten Hemingway-Bar „El Floridita", ein traditionsreicher Nobelschuppen, in dem die Touristen spielend leicht eine Handvoll Dollar und noch mehr ausgeben können (vgl. dazu auch das Kapitel „Hemingway und Havanna"). Geht man vom Parque Central aus auf der gegenüberliegenden Seite durch Nebenstraßen wie Neptuno, San Rafael und San Miguel, wird man — fernab von Exklusivität — mit Havannas trister Wirklichkeit konfrontiert. Und die heißt: Schmutz in den Straßen, Schlange- stehen mit Lebensmittelkarten („libretas"), Verfall von Häusern und gähnende Leere in dem, was man einst unter „Schaufenstern" verstanden haben mag… Dem Prado in Madrid ist die baumbestandene Marti-Promenade nachempfunden. Im Schatten sieht man gelegentlich Abc-Schützen beim Gymnastikunterricht unter freiem Himmel. Längs der Promenade sollte man an beiden Seiten auf kunstvoll gestaltete Fassaden echten, und sogar der ein oder andere Anstrich hat in jüngster Zeit stattgefunden. Manche Gebäude allerdings sind dem Verfall preisgegeben worden. Die Menschenmassen am Ende der Promenade warten auf Stadtbusse, und auch hier erblickt man staatliche Straßeninspektoren in gelben Overalls, die Fahrzeuge stoppen, um so gelegentlich in Militärjeeps, Transportern und auf Lkws den Wartenden Mitfahrgelegenheiten zu verschaffen.angeklagt waren und im November 1871 dort erschossen wurden. Unübersehbar ist auf der großen Freifläche das nahe Monument zu Ehren von Maxim° Gömez (1836-1905), einer der Streiter und Vor reiter für die kubanische Unabhängigkeit. Überquert man die Avenicla del Puerto (auch Avenida Carlo Manuel de Cespedes), gelangt man zu den Überresten der zwischen 1589 und 1600 erbauten Festung San Salvador de la Punta, die an der Hafeneinfahrt dem Leuchtturm und dem El-Morro-Fort (in längerer Form heißt es Castillo de los Tres Santos Reyes Magos del Morro) gegenüberliegt. Alleine der Ausblicke wegen sollte man auf der riesigen Freifläche bis zur Mauer an der Meeresfront gehen — aller dings nicht bei Sturm, da dann die Wellen überschwappen können Wendet man sich nach links, treten die berühmte Uferstraße Malecarl (Avenida Antonio Maceo) und die Skyline des modernen Stadtteils Vedado ins Blickfeld. Der Festungsplatz ist alles andere als gepflegt. An der Festung San Salvador de la Punta hat man nun mehrere Möglichkeiten, den Bummel fortzusetzen. Eine erste besteht darin, den Malecön in Richtung Vedado entlangzuschlendern, wobei man am Antonio-Maceo-Monument und am alten San-Lözaro-Wachtturm vorbeikommt. Der Gestank von altem Öl begleitet einen auch, wenn man ab der Festung in die Gegenrichtung längs der Avenida del Puerto geht. Als Ausgleich wird man mit wunderschönen Blicken auf die Hafenzufahrt, die Forts El Morro und San Carlos de la Cabaha sowie auf die überdimensional große Christus-Statue belohnt. Eindrucksvolle Kontraste bieten Fischerbötchen und gelegentlich einlaufende Frachtschiffe. An der Avenida del Puerto entlang ist bald die Festung Real Fuerza erreicht (vgl. dazu das Kapitel „Rund um die Plaza de Armas"). Parallel zur Avenida del Puerto verlaufen die kleinen Park- anlagen Luz Caballero und Anfiteatro. In der ersten Häuserreihe hinter dem Parque Anfiteatro steht der Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Palacio Pedroso, der heute den Palacio de la Artesania (Palast des Kunsthandwerks) beherbergt. Nach meinem Empfinden lohnt sich dort eine Rast im Patio; gelegentlich stehen Folkloredarbietungen auf dem Plan. Im Palacio de la Artesania kann man einem Zigarrendreher über die Schulter schauen und in den kleinen Shops Bücher; Shirts, Musikinstrumente und weitere kunsthandwerkliche Gegentände erwerben. Gegenüber dem Palast sieht man am „Archäologischen Park" Reste von Havannas alter Stadtmauer. Über die Calle Cuba läßt sich der Weg vom Palacio de la Artesania aus leicht in Richtung Gömez-Denkmal fortsetzen. Linker Hand hinter einer lokalen Busstation befindet sich die zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaute Casa de Perez de la Riva mit dem Nationalmuseum der Musik (vgl. unter dem Stichwort „Museen"). Der letzte Teil dieses Streifzugs führt vom Musikmuseum auf die benachbarte Plaza 13 de Marzo. Das Gönnez-Denkmal im Rücken, bewegt man sich nun auf weitere Stadtmauerreste und auf den gewaltigen Präsidentenpalast zu. Jener Antiguo Palacio Presidencial wurde im zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts erbaut. Das berühmte New Yorker Haus „Tiffany’s" wurde seinerzeit mit der Innenaustattung beauftragt. Im März 1957 war das Palais Ziel eines Angriffs junger Revolutionäre, die es auf Diktator Batista abgesehen hatten. Heute ist in dem Gebäude bezeichnenderweise das Revolutionsmuseum untergebracht (vgl. unter dem Stichwort „Museen"). An das Revolutionsmuseum schließt sich unter freiem Himmel das „Memorial Granma"an (siehe auch hier unter „Museen"). Außer der berühmten Yacht erinnern dort noch Kriegsfahrzeuge, wie zum Beispiel Panzer, an die kubanischen Revolutionbewegungen im Vorfeld von 1959. Die Calle Trocadero trennt die Erinnerungsstätte vom Palacio de Bellas Artes mit seinem Nationalmuseum (vgl. unter dem Stichwort „Museen"). Vom Palast der Schönen Künste aus sind es auf der Straße Agramonte (auch Zulueta) nur wenige Gehminuten zurück zum Ausgangspunkt dieses Stadtbummels, dem Parque Central. Bei all den Monumenten und Museen sollte man aber nicht den Blick verlieren für die alltägliche Straßenszenerie: all die freien Parkflächen in der City (gemessen an mitteleuropäischen Verhältnissen ein Traum), all die Fahrradfahrer (an Wochenenden dient ein einziges Velo mitunter als Ausflugsmobil für eine vierköpfige Familie), all die hoffnungslos überquellenden Stadtbusse (sofern welche fahren)