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Brasilien
des letzten Jahrhunderts mit dem Kautschuk- Boom, sie pflegte
engere Beziehungen zu Europa als zu Brasilien. Die Attraktion
ist das Teatro Amazonas, eine Replik des Pariser Opernhauses.
Es wurde mit aus Europa importiertem Material nach Entwürfen
des Italieners Domenico de Angelis gebaut. Hier haben alle
Berühmtheiten der damaligen Zeit, wie Caruso, gesungen.
Überraschend und interessant ist das Durcheinander von
modernen Hochhäusern und den "palafitas", den alten
Holzhäusern der Stadt. Eine andere Sehenswürdigkeit ist der
Flußhafen, der nach englischem Vorbild errichtet wurde. Er ist
Ausgangspunkt für die Ausflüge und Fahrten nach Belöm an der
Mündung oder Iquitos in Peru. Die Strände der Stadt sind
Erholungszentren, ebenso wie die "igarapös", natürliche
Schwimmbecken, die von Flußarmen geformt wurden.
Was man erlebt haben muß, ist eine Bootsfahrt zum Zusammenfluß
des Rio Negro (schwarzer Fluß) mit dem ockerfarbenen Rio
Solomöes, deren Wasser sich erst nach 10 km vermischen.
Ausflugsfahrten auf den Flüssen geben Einblick in die
Pflanzen- und Tierwelt. Man sieht Seekühe (Peixe-boi),
Alligatoren und Piranhas, u.U. Jaguare. Insgesamt leben in den
Flüssen und Wäldern 1500 Fischarten und 1800 Vogelarten.
Aufregend sind Kanutouren zu den "Igapös", den überschwemmten
Waldgebieten, wo man sich mit der Machete zwischen Lianen
durchkämpfen muß.
Roraima
Roraima ist der nördlichste Bundesstaat Brasiliens und liegt
an der Grenze zu Guyana und Venezuela. Die Hauptstadt Boa
Vista, die 1926 gegründet wurde, ist eine Augenweide inmitten
der Wildnis. Am Ufer des Rio Branco gelegen zeigen sich die
weißen Häuser inmitten einem Blumenmeer, die Straßen sind von
Mangobäumen und anderen tropischen Obstbäumen gesäumt. Es gibt
gute Hotels und Restaurants. Ausflugsmöglichkeiten bestehen zu
den vielen kleinen Seen in der Umgebung. Sehenswürdigkeiten
der ringförmig um den Gouverneurspalast gebauten Stadt sind
die Kathedrale, der Parque Anauä, das Heimatmuseum der Stadt
mit Indianerhaus und Gebrauchsgegenständen, und das
Goldgräber-Denkmal.
Die wichtigste Attraktion Roraimas ist der Berg Roraima, einer
der größten und schönsten Brasiliens. Hier findet man die "Roraima-Formation"
aus Arenit und eine einzigartige Flora, die es nur hier gibt.
Para
Der Bundesstaat Parä liegt an der Amazonasmündung zwischen
Amapä im Norden und
Maranhäo im Süden. Vor seiner Mündung teilt sich der Amazonas
in zwei Arme, dazwischen liegt die Ilha de Marajö. Am Südarm
liegt die Hauptstadt Beiern. Sie ist wichtiger Handelshafen
Brasiliens und das Tor zum "Abenteuer Amazonas". Während des
Kautschuk-Booms war sie sogar wichtigster Hafen des
Kontinents. Die Architektur ist typisch für die Kolonialzeit
der Portugiesen: Zweistöckige Häuser und breite Straßen,
dazwischen wachsen riesige Mango-Bäume, das ist das Bild der
Altstadt. Der berühmte "Ver-o-Peso-Markt", der in Eng-
land entworfen und gebaut wurde, erinnert noch heute an diese
Epoche. Jeden Morgen legen hunderte von Schiffen an und
verkaufen Früchte, Fische und kunsthandwerkliche Gegenstände.
Besuchen sollte man das Emilio GoeldiMuseum mit der größten
Sammlung der Welt an tropischen Pflanzen.
Für die Schiffsreise von Belöm nach Manaus, die 6 Tage dauert,
kann man zwischen einfachen Schiffen der Enasa (Empresa de
NavegaQao da Amazönia) und Luxusschiffen wählen. Der Preis
liegt zwischen 30 US$ in den einfachen Schiffen, wenn man
seine eigene Hängematte mitbringt und sein Essen selbst kocht,
und 1500 US$ in einer Luxuskabine. Auf der 1700 km weiten
Fahrt erlebt man den Amazonas in seinen Dimensionen, einmal
sieht man das Ufer nicht, ein anderes Mal muß man sich dem
Urwaldgestrüpp erwehren. Der erste Stopp auf der Fahrt ist in
Santarem, einer Geschäftsstadt. Hier fließen die frischen
grünen Wasser des Rio Tapäjos in die schmutzig-braunen des
Amazonas. Santaröm bietet geschmackvolle Handarbeiten der
Tapäjos-Indianer. Der nächste Stop ist Obidos, eine alte
Festungsstadt, die zum Schutz gegen Indianerüberfälle gebaut
wurde. Dies ist mit einem Kilometer Breite der schmalste Punkt
des Amazonas und mit 70 m auch der tiefste.
Von Belem können Ausflüge zu einer der größten Flußinseln der
Erde unternommen werden, zur Ilha de Marajö, die 49.600 qkm
groß ist. Teile der Insel sind undurchdringlicher
gel, auf den freien Feldern und im Überschwemmungsgebiet
weiden Wasserbüffel, die sich Anfang des Jh. von einem
sinkenden Schiff gerettet haben. Die zahlreichen Farmen bieten
Unterkunft, ebenso die Hotels der größten Stadt Saure, im
Nordosten der Insel, gegenüber von Belöm. Die Insel ist Heimat
der präkolumbianischen Marajoara-Zivilisation. Ihre Nachfahren
leben mit der alten Kultur und kleiden sich noch so wie vor
500 Jahren. Die Überfahrt von Belöm dauert mit dem Schiff 4
Stunden, mit dem Flugzeug 40 Minuten.
Westlich Marajö vorgelagert ist die Affeninsel Ilha dos
Macacos.
Amapa
Amapä ist das nördlichste Territorium Brasiliens und liegt an
der Grenze zu Französisch Guayana. Es ist nur mit dem Schiff
oder dem Flugzeug zu erreichen. Die Hauptstadt Macapä liegt 40
Flugminuten bzw. 30 Fährstunden von Belöm entfernt, am
Nordufer des Nordarms des Amazonas. Die Architektur der Stadt
wird wegen ihren harmonischen Linien bewundert. Sehenswert ist
das Fort Säo Josä de Macapä auf einer Halbinsel vor der Stadt.
In Oiapoque steht ein Obelisk, der den nördlichsten Punkt
Brasiliens (liegt in Roraima und nicht hier) markieren soll.
Der Ort ist Durchgangsstation für Busse nach Französisch-
Guayana. Östlich der Stadt ist der Nationalpark Cabo Orange
mit natürlich erhaltenem Urwald und Sanddünen.
Tocantins
Der Bundesstaat Tocantins ist erst 1988 gegründet worden. Er
nimmt den nördlichen Teil von Goiäs ein. Tocantins ist der
ärmste
Bundesstaat, durch die Abtrennung dieses Gebiets von Goiäs
will man verstärkt auf eine positive Entwicklung der Region
drängen. Im Vordergrund steht die landwirtschaftliche Nutzung,
vor allem mit Rinderwirtschaft.
Hauptstadt ist Palmas am Rio Tocantins. Die Stadt wird noch
gebaut, ebenso wie eine asphaltierte Zugangsstraße von Süden
über Porto Nacional, wo die einzige Brücke über den Rio
Tocantins existiert, dem Zugang zur Nationalstraße BR 153, der
Nord-Süd-Tangente des brasilianischen Hinterlandes.
Attraktion des Bundesstaats ist die Ilha do Bananal. Der
Ausbau dieses touristisch hochinteressanten Gebietes mit
Hotels usw. soll vorangetrieben werden.
(Beschreibung siehe Bundesstaat Goiäs!) REGION NORDOST
Für die Nordost-Region sind die weitläufigen Sandstrände, die
von Kokosnuß-Palmen begrenzt werden typisch, ebenso die oft
noch ursprüngliche koloniale Architektur und die hier so
unkomplizierte Mixtur an unterschiedlichen Rassen. Es gibt
Schwarze mit blauen Augen, Weiße, die von holländischen
Abenteurern abstammen, Mischlinge, die von Portugiesen und
Indianern abstammen und die afrikanischen Schwarzen in Bahia.
Maranhäo
Maranhäo gehört zu den landschaftlich schönsten Regionen in
Brasilien. Der Bundesstaat umfaßt einen Teil des riesigen
Amazonas- Gebietes, dessen hügelige Landschaft im Süden im 640
m hohen Serra Negra gipfelt. An der Küste findet man Dünen-
und Strandlandschaft vor, im Inneren Buschsteppe und
undurchdringlichen Urwald.
Die Hauptstadt Säo Luis liegt auf der gleichnamigen Insel. Sie
ist die einzige Hauptstadt Brasiliens, die nicht von den
Portugiesen, sondern von den Franzosen gebaut wurde.
Beeindruckend sind die "Casaröes" (große Häuser), deren
Frontseiten mit glasierten Fliesen, die aus Europa im 17. und
18. Jh. mitgebracht wurden, bedeckt sind. Man gab daher der
Stadt den Namen "Cidade dos Azulejos" (Stadt der Kacheln). Säo
Luis ist, und das ist untypisch für Brasilien, brasilianische
Hauptstadt des Reggae. Den haben die schwarzen Einwanderer aus
der Karibik mitgebracht.
Die Insel Säo Luis ist flach mit kleinen Hügeln, bietet
Sandstrände und Dünen, Palmenwäldchen, Mangroven und Lagunen.
Auf der Insel befinden sich allein 3 der insgesamt 14
Nationalparks oder Reservate. Nördlich von Säo Luis liegt der
Ökologie-Park Lagoa da Jansen, der 1988 eingerichtet wurde zum
Schutz der
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