|
Na'ama
Bay
Auf
den Luftaufnahmen des Tourismusministeriums,
mit denen Sharm beworben wird, sieht man eine
sanft gestreckte Bucht; Tausende Strohschirme
spenden Schatten. Weiß getünchte
Hotelkarrees reihen sich aneinander, wo noch
vor zehn, fünfzehn Jahren Camper neben frei
laufenden Kamelen ihre Zelte aufgeschlagen
hatten. Das Blau von Pools und das Grün von
saftigem Rasen sticht markant hervor. Zwischen
dem guten Dutzend Luxushotels und dem Strand
mit dünnem Palmenbestand erkennt man die
Promenade.
Und
dann steht der Besucher tatsächlich auf der
Promenade. Fliegende Händler verkaufen vor
allem deutsche und italienische Zeitungen. Man
spricht Deutsch und Italienisch — das gilt
auch für die dienstbaren Ägypter, die die
Aussicht auf relativ guten Verdienst und satte
Trinkgelder aus Kairo,
Alexandria,
Luxor und Port Said in die Enklave am Meer
zog.
Die
Kioske der perfekt organisierten örtlichen
Wassersportindustrie locken die Strandurlauber
mit Videos und großflächigen Fotos zu Trips
mit dem Glasbodenboot ein, zum Wasser- und
Jetski, zum wilden Gruppenritt auf der
Wasserbanane oder zu einem Flug mit dem von
einem Motorboot gezogenen Gleitschirm.
Die
Sonnenliegen am Strand, obwohl gerade erst Frühstückszeit,
sind zum Großteil zwar leer, aber vorsorglich
mit Handtüchern und T-Shirts belegt. Wer
nicht weit genug plant, den bestraft die
Mittagssonne, wie am schmalen Strand des überdimensionierten
MövenpickHotels, wo mittags regelmäßig
Urlauber in Zank geraten, wenn sie dem
wandernden Schatten >ihres<
Sonnenschirms nachziehen wollen, der nun auf
jemand anderen fällt.
So
vergeht der lange Sonnentag in Sharm, ohne daß
der Urlauber wahrnimmt, wieviel Kraft und
Anstrengungen es hinter den Kulissen kostet,
den Hotelort überhaupt mit den wichtigsten
Dingen zu versorgen. Die Infrastruktur ist
vergleichbar der eines plötzlich von
Touristenschwärmen heimgesuchten abgelegenen
Bergdorfes, das weder Landwirtschaft noch eine
Wasserquelle hat. Lkws karren von der Milch
bis zur Seife alles heran; Tanker und eine
Pipeline versorgen Sharm mit Wasser von der
Westküste des Sinai; einen kleinen Anteil
So
war es wahrscheinlich nicht gemeint ...
produziert
die in Deutschland gebaute
Meerwasser-Entsalzungsanlage des Mövenpick;
eine weitere ist in Bau.
Pro
Kubikmeter Trinkwasser zahlen die Hotels über
5 US-$. Wieviel Geld mag hier alleine in jedem
Quadratmeter Rasen stecken, den Beduinen in
Blaumännern morgens und abends pflegen und wässern?
Wieviel mehr Wasser wird man erst brauchen,
wenn an der gesamten Küste die 2,5 Mrd. US-$
internationalen Investments verbaut sein
werden, von denen die Rede ist — wenn es
also auf dem Sinai viele neue Sharms geben
wird?
Sharm
el Sheikh bei Nacht
Auch
die letzten, die am Strand noch auf das über
die Berge des Sinai herüberschimmernde Rot
des Sonnenuntergangs warteten, haben sich
nachtfein gemacht. Frauen in Miniröcken und
trägerlosen Tops, Männer mit weißen Hosen
und geblümten Hemden im Hawaiistil flanieren
auf der Promenade, schlendern durch die kurze
Fußgängerzone mit den Souvenirläden, den
Boutiquen von Bennetton und Dai Mantovani. In
den Cafes raucht man Wasserpfeife mit
Apfelgeschmack und trinkt Tee mit Minze.
Die Beschilderung in den Auslagen ist Italienisch
oder Deutsch—je nach Saison. Ein Geschäft für
Dessous, wie es das sonst nirgends im
islamischen Ägypten gibt, präsentiert den
Passanten seine Kollektion an Negliges. Man
schlendert daran vorbei, speist später in
einem der feinen Lokale an der Promenade an
liebevoll dekorierten Büffets mit Pasta,
Lobster und fangfrischem Fisch. Für »International
Entertainment« sorgen seit einiger Zeit
Tanztruppen, Russian Shows etikettiert, aus
dem ehemaligen Ostblock, die bei den Gästen
besser ankommen als ägyptische
Bauchtanzdarbietungen. Meist handelt es sich
um junge Russinen, Tschechinnen und Ungarinnen
mit Engagements für drei bis sechs Monate.
Profitieren
Sie von einer Vielzahl von Vorteilen und
buchen Sie mit dem Online Reisebüro -
reiseknaller.com
Wir
wünschen einen schönen Urlaub und
einen angenehmen Flug !
Mehr
Infos und Buchung
|