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Die
Besonderheit der oft inhaltlich belanglosen
und nur schlecht zu erkennenden Steindokumente
liegt in der Schrift selbst, die erst
1915, ein halbes Jahrhundert nach ihrer
Entdeckung, entziffert wurde. Schon der
Entdecker, der englische Archäologe Flinders
Petrie, der den Sinai im 19. Jh. systematisch
bereist hatte, vermutete hinter den Zeichen
eine alphabetische Schrift, konnte den Beweis
aber nicht schlüssig antreten. Recht hatte
Petrie mit seiner Theorie, daß die Schriften
den Hieroglyphen, einer phonetischen
Bildsprache, zwar ähnelten, aber letztlich
wegen ihrer geringen Zahl (23 Zeichen) keine
sein konnten, denn eine Bildsprache bedient
sich Hunderter Zeichen und Symbole.
In
der protosinaitischen Schrift also, so heißen
diese Zeichen, verloren die Hieroglyphen ihre
Bedeutung, wurden nach einer Übergangsphase
nur mehr als Buchstaben benutzt und führten
damit über die semitischen Sprachen, aus
denen das Griechische hervorging, zur
lateinischen Schrift, die wir heute schreiben.
Ein Beispiel: Das hieroglyphische Zeichen für
den Kuhkopf wurde zum hebräischen Alef, dann
zum griechischen Alfa und schließlich zum
lateinischen A. Die besterhaltenen Reliefs
wurden im vergangenen Jahrhundert aus dem
Stein geschnitten und sind im Ägyptischen
Museum in Kairo untergebracht.
Mit
dem Wadi Mukattab läßt sich auch gleich das
Wadi Maghara erkunden, das sich in Wadi Igna
und Wadi Qanaia teilt, wo sich alte Türkisminen
befinden. Dazu fährt man vom Wadi Mukattab
Richtung Wadi Sidri, von wo es linkerhand
Richtung Nordwesten zum Grab Sheikh Sol imans
geht, und von hier führt die Piste
rechterhand ins Wadi Maghara. Nach etwa 1 km
hat man die Anhöhe erklommen: rechts geht es
ins Wadi Igna, links ins Wadi Qanaia mit den Türkisminen,
wo man den Wagen parkt und nach einem knappen
halben Kilometer am linkerhand liegenden Hang
des Gebel Maghara zu Fuß die Minen erreicht.
Vom
Wadi Maghara aus wiederum führt über 55 km
eine äußerst schwierige Piste (nur mit
Beduinenführer befahren!) zum Gebet Fuga, dem
Talkessel mit dem Forest of Pillars, dem Säulenwald
(s. S. 63).
Zurück
an der Weggabelung im Tal fährt man links
Richtung Katharinenkloster.
Grün,
soweit das Auge reicht: Die Oase Feiran
Gut
20 km nach der Gabelung beginnt das Wadi
Feiran, eine außergewöhnlich schöne und große
Oase, die leider ein permanentes Problem mit
überall herumliegendem Müll hat. Gärten,
große Palmenhaine und Tamarisken säumen hier
das Wadi, das bei den Beduinen (wie auch bei
den frühen Christen) als das biblische
Refidim gilt, als der Ort, an dem Moses mit
dem Stab Wasser aus dem Felsen schlug, wo die
Israeliten ihr Lager aufschlugen und später
gegen Amalek kämpften: »Danach kam Amalek
und kämpfte in Refidim gegen Israel. Und Mose
sagte zu Jo-
sua:
Wähle uns Männer aus und zieh aus, kämpfe
gegen Amalek! Morgen will ich mich auf den
Gipfel des Hügels stellen mit dem Stab Gottes
in meiner Hand. Da tat Josua, wie Mose ihm
gesagt hatte, um gegen Amalek zu kämpfen. Und
Mose, Aaron und Hur stiegen auf den Gipfel des
Hügels. Und es geschah, wenn Mose seine Hand
erhob, dann hatte Israel die Oberhand, wenn er
aber seine Hand sinken ließ, dann hatte
Amalek die Oberhand. Da jedoch Moses Hände
schwer wurden, nahmen sie einen Stein und
legten den unter ihn, und er setzte sich
darauf. Dann stützten Aaron und Hur seine Hände,
der eine auf dieser, der andere auf jener
Seite. So blieben seine Hände fest, bis die
Sonne unter-
ging. Und Josua besiegte Amalek und sein Kriegsvolk
mit der Schärfe des Schwertes.« (Exodus
17,9-13)
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