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Klar
wird die Geschichte des Klosters wieder ab
1798, als Napoleon Bonaparte während seines
gescheiterten vierjährigen Ägyptenabenteuers
den Mönchen Frankreichs Schutz zusicherte.
Mehr noch: die Gelehrten, die mit Napoleon
reisten, konnten den Kaiser davon überzeugen,
das durch ein Erdbeben beschädigte, von nur
sechs
Mönchen bewohnte Kloster zu befestigen. Durch
europäische Reisende lebte das
Katharinenkloster in den Herzen frommer Pilger
und wissensdurstiger Bibelforscher wieder auf,
darunter der Schweizer Forscher Johann Ludwig
Burckhardt, der 1812 Petra (im heutigen
Jordanien), die rosarote Felsenstadt der
versunkenen Nabatäerzivilisation, entdeckt
hatte.
Der
Fund des Codex Sinaiticus durch den sächsischen
Theologen Konstantin von Tischendorf
trug entscheidend zu dem bis heute
anhaltenden Interesse an dem Kloster im Sinai
bei.
Im
19. Jh. ließ Mohammed Ali, der Vater des
modernen Ägypten, den Mönchen sogar Geld für
den Erhalt ihrer Gebäude und Kirchen
zukommen. Die Brüder konnten sich nun so
sicher fühlen, daß sie sogar jenen Zugang
wieder öffneten, der seit dem Mittelalter
geschlossen war und durch den man heute das
Katharinenkloster betritt. Erhalten ist auch
noch der hoch darüberliegende Zugang, durch
den bis dahin Besucher und Waren mit Hilfe
eines Flaschenzugs und eines kleinen Korbes
hochgehievt worden waren.
Das
Kloster ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe
erklärt worden, die etwa 20 Mönche aber
empfinden die Massen von interessierten
Touristen eher als müßig. Ohne großen
Erfolg schlossen sie zur Eindämmung der
Besucherflut und zum Schutz des
Erhaltenswerten das Museum (über 2000
einmalige Ikonen), die Bibliothek und die
Kapelle des brennenden Dornbusches, die
allenfalls nach vorheriger Anmeldung
besichtigt werden können .
Besichtigung
Bei
dem für Besucher in der Regel zugänglichen
Bereich handelt es sich nur um einen kleinen
Teil der
gesamten
Klosteranlage, die im Inneren aus wenigen
Gassen, vielen Treppen und verwinkelten Gebäuden
besteht, die sich über zwei Ebenen hinziehen.
Die
Grundfläche des umfriedeten Klosters beträgt
85 x 75 m; das gesamte Kloster wurde zur
Abwehr vor Regenfluten auf einem kleinen
Plateau errichtet. Die 13 bis 15 m hohen rötlichen
Granitmauern aus dem 6. Jh. sind in bestem
Zustand.
Man
betritt das Kloster heute durch die
Nordostseite; der ursprüngliche, ebenerdige
Eingang, der aus Sicherheitsgründen
Jahrhunderte zugemauert war, findet sich an
der nordwestlichen Klostermauer.
Ein
dunkles Gewölbe, in dem der Brief Konstantin
von Tischendorfs und der Schutzbrief des
Propheten beachtenswert sind, führt den
Besucher vorbei an einem kleinen Buchladen zur
amseren uasse des Klosters. Sie führt nach
links zum brennenden Dornbusch und nach rechts
zur Basilika Justinians. Auf dem Weg zur
Basilika befindet sich rechts in der Nische
ein seit kurzem stillgelegter Brunnen, dessen
Quelle schon von Moses benutzt worden sein
soll.
Die
frühbyzantinische Basilika (Grundfläche 40 x
20 m) betritt man seitlich durch die Vorhalle,
eine mit Ikonen dekorierte Galerie. Insgesamt
beherbergt das Kloster mit über 2000 Ikonen
die wichtigste Einzelsammlung der Welt. Die ältesten
Ikonen datieren aus dem 6. Jh. Die Kollektion
ist deshalb so
beeindruckend
— auch wenn einige Stücke dringend
konservierender Behandlung bedürften — weil
das Kloster nie in den Bilderstreit (Ikonoklasmus)
des 8. und 9. Jhs. involviert war, der mit
einem Verbot der
Das
Mittelschiff der Klosterkirche
Zerstörung oder Schwärzung von
Heiligenbildern blieb dem Katharinenkloster erspart.
Anfertigung und Verehrung von Heiligenbildern
endete. Auch eine ner Vitrine Kopien einiger
wertvoller Bibeln aus Äthiopien, Persien.
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