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Auf
dem Gipfel steht anstelle einer von Kaiser
Justinian im 4. Jh. errichteten Kapelle ein
Neubau aus den 30er Jahren dieses
Jahrhunderts. Und daneben erinnert eine
Moschee daran, daß der als Heiliger verehrte
Nebi Saleh hier in den Himmel aufstieg. Wer
sich von dem Aufstieg beschauliche Ruhe
versprochen haben sollte, wird enttäuscht
sein: Viele andere hatten das gleiche Ziel,
und natürlich lassen bei diesem Andrang die
Beduinen es sich nicht nehmen, Getränke und
Snacks zu verkaufen.
Für
den Abstieg hat man wiederum zwei Wege zur
Auswahl: die Mosesstiege Sikket Saydna Musa,
die arg in die Knie geht und bei Fehltritten
sehr gefahrenträchtig ist, wird oft zum
raschen Abstieg benutzt, ist aber Ungeübten
keinesfalls zu empfehlen (die 3700
Granitstufen wurden von einem Mönch zur Erfüllung
eines Gelübdes angelegt). Wer nicht sehr
trainiert ist bzw. seine Kniegelenke schonen
will, sollte sich folglich für den Pfad
entscheiden, auf dem man hochkam.
Aufstieg
zum Gebe! Katherina
Für
sportliche, gut trainierte Berggeher lohnt es
sich, den wirklich besten Ausblick über den
Sinai vom Gipfel des Katharinenberges (2642 m)
westlich des Mosesberges aus zu erleben. Fünf
Stunden dauert der Aufstieg, etwa drei der
Abstieg. Engel betteten hier nach der Überlieferung
den Leichnam der Märtyrerin Katharina zu
Ruhe. Den Pfad legte ein Mönch in Erfüllung
eines Gelübdes an.
Die
Quelle im ersten Drittel, Rebhuhnquelle
genannt, erinnert an pilgernde Mönche, die
beim Aufstieg vor Hitze und Durst umzukommen
drohten. Da flog ein Rebhuhn hoch und zeigte
den Gottesleuten die rettende Quelle. Auf dem
Gipfel gibt es eine kleine Kapelle, die
einige, wenig bedeutende Ikonen beherbergt.
Zur Kapelle gehören zwei einfache Kammern, in
denen Pilger übernachten können.
Der
Blick reicht bei gutem Wetter vom Golf von
Suez bis über den Golf von Aqaba hinweg nach
Jordanien und Saudi-Arabien. Zur Blue Desert
und
durch das östliche Bergland
Von
der Kreuzung der Straße Wadi Feiran—Katharinenkloster/Nuweiba
—Katharinenkloster führt in nördliche
Richtung eine für alle Autos befahrbare,
befestigte, 4,5 km lange Piste zur Blauen Wüste,
wo einen
das
höchst umstrittene Werk des belgischen
Aktionskünstlers Jean Verame erwartet. Auf
einem Gebiet von 14 km' bemalte er Anfang der
80er Jahre mit Zustimmung des damaligen Präsidenten
Sadat die Felsen mit Blau — Farbe des
Friedens und Symbol für den 1979 in Camp
David geschlossenen Frieden zwischen Ägypten
und Israel; Peace Junction nannte er sein
Kunstwerk.
Zehn
Tonnen Farbe verbrauchte der Belgier für
seine Naturskulptur, die — Kritiker warten
schon darauf— sicher nicht mehr allzu viele
Jahre der extremen Witterung auf dem Sinai
standhalten wird. Die Kraft des Blau vor dem
Ocker des Sandsteins ist aber auf jeden Fall höchst
beeindruckend und fotogen.
Über
die gut ausgebaute Straße gelangt man von
hier an die Ostküste, nach Nuweiba.
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