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Seit
dem Ende der 70er mehren sich vor allem in den
Unruheprovinzen von Oberägypten, ausgelöst
durch fundamentalistische Muslime, gewalttätige
Auseinandersetzungen zwischen Kopten und
Muslimen. Heiraten zwischen Muslimen und
Kopten sind äußerst selten — sie werden
von beiden Konfessionen abgelehnt und mit
sozialer Ächtung bestraft.
Außer
in den Klöstern begegnet der Reisende auf dem
Sinai und am Roten Meer kaum Spuren und Anhängern
des (meist koptischen, aber auch
griechisch-orthodoxen) Christentums in Ägypten,
zu dem sich etwa 10 % der Gesamtbevölkerung
bekennen. Wenn dennoch auffallend viele
Ortsnamen auf Moses hinweisen, so hängt das
damit zusammen, daß Moses (Arabisch Musa) vom
Islam als Prophet anerkannt ist.
Der
Islam
Der
Islam stammt aus der Wüste Arabiens. Wer mit
Beduinen auf eine längere Tour durch die Wüste
geht, wird bei vielen von ihnen eine tiefe,
natürliche Gottverbundenheit feststellen, die
sich von der zur Schau getragenen Gläubigkeit
urbaner islamischer Gesellschaften durch
wohltuende Bescheidenheit und Zurückhaltung
abhebt.
Begründer
dieser Glaubensrichtung ist der um 570 n. Chr.
geborene Prophet Mohammed, der im Jahr 622 mit
seiner islamischen Urgemeinde von Mekka nach
Medina auswanderte und dort, weni-
ger
angefeindet als in Mekka, den ersten
islamischen Staat gründete. Mit diesem
hidschra genannten Ereignis beginnt für die
Muslime die
Zeitrechnung,
die das Mondjahr zugrundelegt. Nach dem
islamischen Kalender ist beispielsweise 1998
das Jahr 1418/19.
In
der Wüste des heutigen Saudi- Arabien
offenbarte Gott über den Kaufmann und
Analphabeten Mohammed in arabischer Sprache
den Koran. In Mekka und Medina, wo er Gottes
Botschaft verkündete, stieß Mohammed zunächst
auf große Ablehnung, da Mekkas Kaufleute vor
allem von Pilgern lebten, die wahllos eine
Vielzahl von Göttern und Götzen verehrten.
Doch innerhalb von zwei Jahrzehnten war
beinahe der gesamte arabische Raum
islamisiert, anfangs gewaltfrei, später
zunehmend mit Hilfe von leichtem Druck, wie z.
B. Sondersteuern für »Ungläubige«.
Nach
dem Tod Mohammeds entstanden im Kampf um die
>richtige>, die legitime Fortführung
der Religion durch die Imame (= Oberhaupt
aller Muslime, heute auch Vorbeter) zwei große
Glaubensrichtungen. Die Schiiten (etwa 10 0/,,
der Muslime) erkennen als Anhänger der Partei
des vierten Kalifen Ali Ibn Abi Talib nur
dessen Nachkommen als rechtmäßige Imame an.
Die Sunniten dagegen, mit 90 der Muslime die
weitaus größere Gruppe, erkennen als
Nachfolger des Propheten auch diejenigen Imame
als rechtmäßig an, die nicht dessen
Nachkommenschaft entstammen.
»La
ilaha ill allah wa muhamed rasul allah«,
lautet das Glaubensbekenntnis der Muslime: Es
gibt keinen Gott außer Allah, und Mohammed
ist sein Prophet. Das Wort Islam, in nur einem
deutschen Wort nicht zu übersetzen, bedeutet
soviel wie Hingabe an Gott, Ergebung in seinen
Willen. Die sogenannten fünf Pfeiler tragen
den Islam: Einer ist das fünfmal täglich
zu
verrichtende Gebet salah, dem eine rituelle
Waschung zur spirituellen Vorbereitung
vorausgeht. Die vier weiteren Pflichten sind
das Fasten (saum) im Monat Ramadan, die
freiwillige Almosensteuer (zakat) von jährlich
2,5 %, die Pilgerfahrt (hadsch) nach Mekka für
den, der sie sich leisten kann, und —
wichtigster Pfeiler — die shahada, das
Zeugnis von der Einheit Gottes, die den
Glauben an die Gottessohnschaft ausschließt.
Der
Islam kennt keinen Klerus und untersagt jeden
Personen- und Heiligenkult, was aber nicht heißt,
daß nicht eine Anzahl von >Heiligen>
verehrt und deren Geburtstage sowie der des
Propheten groß gefeiert würden. Wegen des
Verbots des Personenkults verbietet sich auch
die Bezeichnung »Mohammedaner« für Muslime.
Aus demselben Grund sind auch
Heiligendarstellungen verpönt, so daß man in
Moscheen nur Kalligraphien findet.
Als kitab, >das Buch>, wird der heilige Koran
im Arabischen oft kurz und bündig bezeichnet.
Koran ist abgeleitet von qara, >lesen>.
In diesem Buch stehen in 114 Suren die
Offenbarungen, die Allah dem Mohammed,
vermittelt durch den Engel Gabriel, verkündete.
Dieses Offenbarungsbuch geht über die
Bedeutung der Bibel für Christen im alltäglichen
Leben weit hinaus
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