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    Portugal & Algarve

 

   

Das Cabo da Roca (nordwestlich von Lissabon) und das Cabo de Säo Vicente sind der westlichste bzw. südwestlichste Ausläufer des europäischen Festlandes. Neben den Atlantikinseln zählt Macau als letzte Kolonie zu Portu-

gal. Sie soll 1999 an die Volksrepublik China übergeben werden.

Portugal läßt sich generell in zwei Großräume gliedern, den gebirgigen Norden bis zum Scheidegebirge der Serra da Estrela mit der höchsten Erhebung des Festlandes (1991 m) und den flachen bis hügeligen Süden.

Die wichtigsten Gebirgszüge des Nordens, die alle von Nordosten nach Südwesten verlaufen, sind neben der Serra da Estrela die Serras von Larouco (1520 m), Ger'& (1507 m), Montesinho (1438 m), Acor (1418 m) und Peneda (1416 m).

Trotz einer (groben) Unterteilung in zwei Großlandschaften unterscheiden sich schon die Provinzen des Nordens erheblich voneinander. Der Minho, der >Garten Portugals<, steht im Westen unter dem Einfluß feuchter Seewinde; er ist ein regenreiches und fruchtbares Hochland mit tief eingeschnittenen Tälern. Der Ostteil der Provinz und das sich anschließende Träs-osMontes entziehen sich durch vorgelagerte Gebirge dem Einfluß des Atlantiks und bieten der Landwirtschaft nur schlechte Bedingungen. Ödland wechselt mit Weideflächen, dürftigem Buschwerk und kahlen Höhenzügen. Der Süden der Provinz wird durch das DouroTal geprägt. Hier gedeihen mediterrane Feldfrüchte und vor allem Weintrauben. Der Weinanbau ist auch charakteristisch für den bergigen Douro-Litoral mit der zweitgrößten Stadt des Landes, Porto.

Flache Sandstrände prägen die Küste dieser am dichtesten besiedelten Landschaft. Zwischen Douro und Tejo liegen die drei Provinzen der Beira. Die Beira Litoral ist eine weite Küstenniederung mit vorgelagerten Lagunen. Die dünn besiedelten Beira Alta im Norden und Beira Baixa im Süden haben als natürliche Grenze die Serra da Estrela. Das Gebirge ist sehr niederschlagsreich, im Winter locken ergiebige Schneefälle Wintersportler aus ganz Portugal an. Die Landschaften der Beira Litoral und der Beira Baixa bilden den Übergang von Nord- zu Südportugal.

Die Provinz Estremadura um Lissabon zeigt bereits wesentlich wärmere und trockenere Züge als der Norden. In den Hügeln (bis 700 m) gedeihen Obst, Wein, Oliven und Weizen. Wahrzeichen der Estremadura sind die zahlreichen Windmühlen, die mit ihren dreieckigen Segeln auf baumlosen Hügeln den Seewind einfangen. Beiderseits des Unterlaufes des Tejo erstreckt sich Portugals größte Tiefebene, der Ribatejo. Das Schwemmland des Tejo (er unterliegt hier den Einflüssen von Ebbe und Flut) ist zu einem bevorzugten Reisanbaugebiet geworden. Daneben findet man hier Zitrusfrüchte, Wein, Gemüse, Feigen und Korkeichen. Der südöstliche Teil des Ribatejo ist von ausgedehnten Weideflächen geprägt, auf denen Pferde und Kampfstiere gezüchtet werden. Eine der ärmsten Gegenden Portugals zieht sich südlich des Tejo bis zu den Gebirgszügen der Algarve: der Alentejo. Heiße Sommer und relativ kalte Winter, verbunden mit wenig Regen, erlauben außerhalb der Bewässerungsgebiete nur ein bescheidenes Dasein. Getreidefelder, Kork- und Steineichen bestimmen neben weiten Flächen von Brachland das Bild des Alentejo. Obwohl die Provinzen Alto Alentejo und Baixo Alentejo etwa ein Viertel des portugiesischen Staatsgebietes ausmachen, stellen sie nur knapp ein Zehntel der Bevölkerung.

Dank eines in ostwestlicher Richtung verlaufenden Höhenzuges (mit 902 m als höchster Erhebung), der gegen kalte nördliche Winde Schutz bietet, genießt die Algarve ein mildes, mediterranes Klima. Die blühende Landwirtschaft mit ihrer Vielfalt an subtropischen Obst- und Gemüsesorten ist ein Erbe der Mauren, die dem Land ein ausgedehntes und effektives Bewässerungssystem beschert haben . Ein mildes Klima

und die schönen, windgeschützten Strände mit ihren malerischen Felsbuchten locken in jedem Jahr Millionen von Touristen ins Land. Sie wiederum haben an der Algarve für einen beispiellosen Bauboom gesorgt, durch den manche Küstenabschnitte unwiderruflich zerstört worden sind .

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