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Die elf
historischen Provinzen sind im täglichen Sprachgebrauch und in
kultureller Hinsicht noch gegenwärtig, haben aber keine
verwaltungstechnische Bedeutung mehr. Auf die Inselgruppen
Madeira und die Azoren entfallen weitere vier Bezirke, die
seit 1976 mit eingeschränkter politischer und wirtschaftlicher
Souveränität ausgestattet sind. Mit Macau, nahe Hongkong
gelegen, besitzt Portugal noch eine letzte Kolonie, die
allerdings 1999 an die Volksrepublik China zurückgegeben
werden soll. Bildungswesen
Im
gesamteuropäischen Vergleich liegt Portugal mit einer
Analphabetenquote von 10 % mit einigem Abstand an erster
Stelle. Um die Jahrhundertwende konnten fast 80 % aller
Portugiesen weder lesen noch schreiben. Als 1911 die
allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde, war nur etwa ein
Viertel in der Lage, eine Zeitung zu entziffern. Diktator
Salazar ließ einige Schulen bauen, aber nicht zu viele. Sein
Regime und seine Klientel aus einigen mächtigen Familienclans
hatten kein Interesse an einer umfassenden Volksbildung, die
zu Organisation und Widerstand der Bevölkerung ebenso geführt
hätte wie zu höheren Löhnen. So waren 1950 immer noch knapp
die Hälfte der Portugiesen Analphabeten, 1970 lag ihr Anteil
bei 30 %. Auffallend ist die geschlechtsspezifische
Verteilung. Frauen stellen heute fast zwei Drittel der
Analphabeten.
Die
Revolutionäre von 1974 gaben der Bildung Verfassungsrang.
Alphabetisierungskampagnen wurden vor allem aufs Land
getragen. Gleichwohl gibt es auch heute noch ein eklatantes
Stadt-Land-Gefälle. Während in Lissabon — mit Ausnahme der
Elendsviertel — nahezu jeder lesen und schreiben kann, ist in
den östlichen Landesteilen, besonders im Alentejo und an der
Algarve, nur jeder zweite dazu in der Lage. Das liegt zum
einen an immer noch fehlenden Schulen und Lehrkräften, zum
anderen aber daran, daß es für viele Familien unerläßlich ist,
Kinder in der Landwirtschaft zu beschäftigen, um das
Existenzminimum zu sichern.
Häufig ist
Kinderarbeit auch in kleinen Werkstätten anzutreffen.
Handwerks- und Industriebetriebe bieten kaum Lehrstellen im
herkömmlichen Sinne an. Viele Arbeiter sind lediglich
angelernt, es fehlt an qualifizierten Fachkräften für
anspruchsvollere, moderne Arbeitsplätze.
Universitäten bestehen in Lissabon, Coimbra, Porto, Braga,
Evora und Aveiro. Gesundheitswesen
Die großen
Metropolen Lissabon und Porto verfügen über eine gute
Versorgung mit Krankenhäusern und Ärzten. Im statistischen
Vergleich steht Portugal ohnehin nicht schlecht da. Für etwa
200 Einwoh-
ner gibt
es ein Krankenhausbett (zum Vergleich: Deutschland ca. 100),
für etwa 400 Einwohner gibt es einen Arzt (Deutschland ca.
38). Doch dies sind reine Durchschnittswerte. So ist in den
östlichen Landesteilen eine Geburt mit ärztlicher Betreuung
nicht die Regel. Aber auch hier werden große Anstrengungen
unternommen, wie ein Blick auf die Säuglingssterblichkeit
zeigt: Lag die Rate 1990 noch bei katastrophalen 1,5 % (im
europäischen Vergleich pari mit osteuropäischen Nationen wie
Polen und Ungarn), hält Portugal inzwischen mit unter 1 % etwa
das gleiche Niveau wie Frankreich und Spanien.
Die
ärztliche Behandlung in den staatlichen Gesundheitszentren ist
kostenlos, jedoch — insbesondere beim Besuch von Fachärzten —
mit langen Wartezeiten verbunden. Wenn man es eiliger hat, muß
man tief in die Tasche greifen. Da die meisten Fachärzte in
den großen Städten praktizieren, ist die Landbevölkerung aus
geographischen und auch aus finanziellen Gründen von einer
Behandlung ausgeschlossen. Das gleiche trifft auf den
Zahnersatz zu, der für viele unbezahlbar ist. Bei benötigten
Medikamenten muß der Patient einen Teil der Kosten selbst
tragen. Das Netz der Krankenversicherung ist sehr großmaschig.
Insbesondere in den östlichen Landesteilen müssen sich viele
Leute auf ihre gute Konstitution verlassen; die Kosten der
Krankenversicherung sind zu hoch. Die Bevölkerung
Die portugiesische Bevölkerung ist ethnisch
relativ homogen, wenngleich im Verlauf der Geschichte viele
Völker durch das Gebiet des heutigen Portugals gezogen sind
und in regional unterschiedlichem Anlass ihre Spuren
hinterlassen haben.
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