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    Portugal & Algarve

 

   

Bereits die Römer, die einige Jahrhunderte blieben, fanden eine Mischbevölkerung von iberisch-keltischer Urbevölkerung und phönizischen, griechischen und karthagischen Abkömmlingen vor. Später kamen Westgoten und Sueben. Fünf Jahrhunderte lang sollten dann die Mauren ihr Erbgut einbringen können. Besonders an der Algarve — hier blieben sie am längsten — sind ihre Einflüsse nicht zu übersehen. Seit 1974 kamen mit den Rücksiedlern aus den ehemaligen Kolonien auch Afrikaner aus Angola, Guinea und Mocambique ins Land.

Auf dem portugiesischen Staatsgebiet leben heute etwa 10 Mio. Menschen. Die Bevölkerungsdichte von 107 Einwohner/km2 ist etwa so groß wie die Dänemarks (zum Vergleich: Deutschland 217, Frankreich 102, Spanien 78). Dabei sind aber deutliche regionale Unterschiede zu beachten. Während sich in den Ballungsräumen Lissabon und Porto 720 bzw. 680 Einwohner auf einem km2 drängen, verlieren sich im Baixo Alentejo nur 18 Menschen auf der gleichen Fläche. Diese Polarisierung wird sich durch zunehmende Landflucht aus den armen Provinzen weiter verschärfen. Ebenso deutlich wie die Tendenz zur Binnenwanderung ist der traditionelle

Hang zum Auswandern. Waren im >Goldenen Zeitalter< Portugals die neuentdeckten Kolonien Ziel des Auswanderungsstromes, wohnen die etwa 3 Mio. Auslandsportugiesen heute vorwiegend in den USA, in Frankreich, Brasilien und Deutschland.

Die derzeitige Bevölkerungswachstumsrate beträgt 0,4 °/0. Danach würde sich die Einwohnerzahl etwa alle 100 Jahre verdoppeln. Bis zur Aufgabe der Kolonien war dieser Trend eher rückläufig: Die Zahl der Auswanderer überstieg zuweilen deutlich die natürliche Zuwachsrate.

Landflucht

Portugal ist mit einer Urbanisationsrate von 35 % letzter der europäischen Rangliste (zum Vergleich: Großbritannien 90 %, Deutschland 86 %, Frankreich 74 %). 66 der Portugiesen lebt in ländlichen Gemeinden mit weniger als 10 000 Einwohnern. Die außerordentlich heftige Binnenmigration zeigt, daß es so nicht bleiben wird. Die Landwirtschaft, die gebietsweise mit geradezu archaischen Gerätschaften ausgerüstet ist, stagniert zusehends. Besonders in Nordportugal sind bereits ganze Landstriche durch eine immense Landflucht entvölkert. Vor allem junge Leute wandern auf der Suche nach einem besseren (und bequemeren) Leben in die industriellen Ballungsräume ab, die höhere Löhne und geregelte Arbeitszeiten versprechen. Porto und tIlen voran Lissabon mit seinen großen Industriekomplexen sind zum Ziel von mehreren hunderttausend Landbewohnern geworden. Der Großteil der zumeist mittellosen Migranten findet eine erste (und oft Jahre währende) Unterkunft in den Elendsvierteln (bairros da lata) der Hauptstadt, wo sie weder an das öffentliche Stromnetz noch an die Wasserversorgung angeschlossen sind. Die Hoffnung, auch vom Bildungs- und Kulturangebot der wenigen Großstädte profitieren zu können, ist ein weiterer Grund für den massenhaften Zustrom.

Saisonale Wanderungen zu den Weinanbaugebieten des DouroTals und den Obstplantagen und Getreidefeldern des Südens bieten vielen Bauern ein karges Zubrot, bedeuten aber andererseits eine Vernachlässigung der eigenen Anbauflächen. Der Migrationssog hinterläßt leere Dörfer und unbebaute Landstriche, während um Lissabon herum immer mehr Elendsquartiere entstehen und die Stadt förmlich aus den Nähten platzt. Im Raum Lissabon/Setöbal leben heute über 29 % aller Portugiesen, im Großraum Porto/Braga noch einmal 27 % und an der übrigen Westküste 16 °/c.. In den weiten Flächen des Landesinneren verliert sich das restliche Viertel der Bevölkerung. Familie

Das Erscheinungsbild der portugiesischen Familie weist regional große Unterschiede mit einer deutlicen Stadt-Land-Differenzierung auf.

In den industriellen Ballungsräumen mit ihren zahlreichen Migranten setzte sich schnell die Kernfamilie durch, da nur sie die erforderliche Mobilität der Arbeiterschaft garantierte. In einigen ökonomisch unterentwickelten Gebieten, insbesondere in den nördlichen Provinzen, wohnen noch heute oft drei Generationen unter einem Dach.

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