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    Portugal & Algarve

 

   

In der Beira hört man temperamentvolle Gesänge und ein seltsames Instrument, den adufe, eine viereckige Trommel, die mit Schellen besetzt oder mit Bohnen gefüllt sein kann. Im Alentejo ist der Gesang getragen. Ursprünglich wurde gesungen, um die eintönige, beschwerliche Feldarbeit zu erleichtern und um da, wo man aufgrund ärmlichster Verhältnisse aufeinander angewiesen ist, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen. Dort, wo man an der Algarve noch auf Volksmusik trifft, wird es wieder schwungvoller. Tänze wie den Corridinho begleitet man mit einer Gitarre, einer Trommel und einer Flöte. Zur algarvischen Volksmusik gehören seit langem überlieferte Balladen ebenso wie sakrale Gesänge und Arbeitslieder.

Die mit Abstand bekannteste und ausschließlich portugiesische Musikform ist der eigentümlich schwermütige Fado, der seine Hochburgen in Lissabon und Coimbra hat.

Architektur

Von 218 v. Chr. bis 409 n. Chr. beherrschten die Römer die Iberische Halbinsel. In der Provinz Lusitanien bauten sie Straßen, Brücken und Tempel, von denen aber nur noch wenig erhalten ist, wie etwa die Ruinen der Stadt Conimbriga (bei Coimbra), die Ruinen der Thermen von Milreu (bei Faro) und der Tempel in Evora.

Auch die Westgoten (bis 711) hinterließen nur wenige Spuren. Nachdem sie im 6. Jh. den christlichen Glauben angenommen hatten,

errichteten sie zahlreiche Sakralbauten mit zum Teil byzantinischen Stilelementen, so etwa die kleine Basilika Säo Frutuoso (bei Braga), die über dem Grundriß eines griechischen Kreuzes erbaut wurde, die Kirchen Santo Amaro in Beja und Säo Pedro de Balsemäo (bei Lamego).

Die Mauren blieben nach der islamischen Eroberung der Iberischen Halbinsel von 711 auf dem heutigen Staatsgebiet von Portugal bis ins 9. (im Norden) oder gar bis ins 13. Jh. (Algarve). Die Reste ihrer Baukunst sind allenfalls in den Festungsmauern von Sintra (bei Lissabon) und Silves (Algarve) sowie in

der — heute als Kirche genutzten — Moschee von Wrtola (Alentejo) erhalten. Die übrigen Moscheen wurden von den Kreuzfahrern, die in Glaubensfragen im Gegensatz zu den Mauren gänzlich intolerant waren, niedergerissen, um statt dessen Kirchen zu errichten. Prächtige maurische Städte des Südens, etwa das großartige Silves, wurden geplündert und dem Erdboden gleichgemacht. Anders als in Spanien (Sevilla, Cördoba, Granada) ist von der überlegenen arabischen Architektur in Portugal beinahe nichts übriggeblieben.

Beispiele der nach der Reconquista einsetzenden Romanik finden sich überwiegend in den nördlichen Landesteilen. Der Süden war noch weitgehend in der Hand der Mauren. Allen großen romanischen Kathedralen in Braga, Coimbra, Evora, Lissabon und Porto gemein sind die festungsartigen Fassaden mit ihren Wehrtürmen. Der Templerorden führte im 12. Jh. in Tomar einen neuen Kirchentyp ein, die achteckige Rundkirche nach dem Vorbild des Jerusalemer Felsendoms.

Im ausgehenden 12. Jh. hielt die Gotik, aus Frankreich kommend, Einzug in Portugal. Die Klosterkirche von Alcobaca, mit deren Bau 1178 begonnen wurde, gilt als das erste gotische Bauwerk des Landes. 210 Jahre später begann man unter dem Großmeister des Avis-Ordens, König Joäo I., mit der Errichtung der großartigen Klosteranlage Batalha (eigentlich Santa Maria da Vitöria),

 

deren Fertigstellung weitere 150 Jahre dauerte. Der Name Batalha (Schlacht) verweist auf die Entscheidungsschlacht bei Aljubarrota gegen Kastilien, die zur nationalen Unabhängigkeit führte.

Mit dem Reichtum und den Erfahrungen des >Goldenen Zeitalters< der Entdeckungen entwickelte sich die in der Welt einzigartige Manuelinik. Sie war kein völlig neuer Stil, sondern eine dekorative Ausprägung der Spätgotik. König Manuel war es, der der Kunstrichtung seinen Namen gab; er stellte die Mittel bereit für das JerönimosKloster in Belöm, den Torre de Belöm und die Kirche des Christus- Konventes in Tomar.

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