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Sagres
wurde unter Heinrich dem Seefahrer Zentrum der Erforschung der
Welt und der Entwicklung Groß-Portugals. Heute ist der kleine
Fischerort (2000 Ew.) eher unterentwickelt. Auch — selten
genug an der Algarve — in touristischer Hinsicht. Denn anders
als die meisten Orte der Algarve bietet Sagres kaum Hotels,
dafür zahlreiche Privatunterkünfte, eine Pousada, eine
Jugendherberge (in der Festung) und einfache Restaurants.
Besichtigung
Die
einzige bemerkenswerte Sehenswürdigkeit liegt etwas außerhalb
auf einem mächtigen Felsplateau mit Namen Ponta de Sagres.
Hier forschte und wirkte bis 1460 die Schule Heinrichs des
Seefahrers in einer eigens zu diesem Zwecke erbauten Festung.
Durch ein tunnelähnliches Tor betritt man das Felsplateau
innerhalb der Festungsmauern. Kaum etwas aus der Zeit
Heinrichs hat erst den Überfall des britischen Freibeuters Sir
Francis Drake 1587 und dann noch das Erdbeben von 1755
überstanden.
Einige
Festungsmauern und Gebäude sind aber restauriert oder neu
aufgebaut worden. Heute sind hier eine Jugendherberge und ein
Büro der Touristeninformation untergebracht.
Originales
und Originelles entdeckte man 1928 in der Festung. Heinrich
hatte hier aus einzelnen Steinen unterschiedlicher Größe eine
Windrose mit einem Durchmesser von 43 m legen lassen. Die
staunenden Entdecker zählten 42 anstelle von sonst üblichen 32
Feldern einer Windrose. Eine schlüssige Erklärung des Gebildes
wurde bislang nicht gefunden.
Sechs
Kilometer von Sagres entfernt lockt der südwestlichste Punkt
des europäischen Festlandes: die massiven Felsen des Cabo de
Säo Vicente, 60 m über dem tobenden Atlantik, der seine
Brecher bei kräftigem Wind weit über das Plateau wirft. Auf
halber Strecke zwischen Sagres und dem Kap liegt links die
kleine Festung Belize, die heute als Restaurant bewirtschaftet
wird. Am
Kap selbst
angekommen, kann sich kein Besucher dem gigantischen
Naturschauspiel entziehen, das Meer und Felsen miteinander
inszenieren. Es lohnt sich, eine Weile herumzuschlendern und
die immer neuen Perspektiven zu genießen.
Eine
weitere Attraktion des Kaps erschließt sich erst nach einiger
Mühe. Es gilt nämlich, den Wärter des lichtstärksten
Leuchtturms Europas zu überreden, sein Reich zu öffnen. Er
wird dann gern die gewaltigen 3000-Watt-Lampen und Prismen
zeigen, die es ermöglichen, das Leuchtfeuer noch in 90 km
Entfernung zu sehen. Zuvor sind allerdings über 70 Stufen zum
Turm zu erklimmen. Von dort oben bietet sich der schönste und
weiteste Blick über das Meer. Da das Leuchtfeuer
richtungweisend für den Atlantik-Mittelmeer Schiffsverkehr
ist, kann man tagein tagaus Schiffe aller Größen und Arten
vorbeiziehen sehen. Vielleicht erinnert der Wärter bei dieser
Gelegenheit an die zahlreichen Seeschlachten, die das Kap
während der Jahrhunderte mitansehen mußte. Der französische
Admiral Tourville besiegte hier 1693 eine
englisch-holländische Flottille. 1780 mußte die spanische
Armada eine Niederlage gegen die Engländer einstecken.
Siebzehn Jahre später erwischte es die Spanier noch einmal
gegen Nelson und Jarvis. Schließlich waren im Jahr 1833
während des Bürgerkrieges auch einmal die Portugiesen
beteiligt, und zwar gleich auf beiden Seiten: Der englische
Admiral Napier versenkte im Dienste der Liberalen die
Absolutisten. Die Strände der Umgebung sind nicht überlaufen,
aber sehr windig.
Wer Sagres
nicht im Hochsommer besucht, muß mit frischen Tempe raturen,
bis zu fünf Grad niedrigergiesen
beteiligt, und zwar gleich als in Lagos, rechnen. Wassersport
freunde erfreuen sich aller erdenklichen Angebote im Nautic
Sports Centre Praia da Martinhal. Wer beschaulicher,
wenngleich in atemberaubender Umgebung baden möchte, findet
unterhalb der Festung Belixe (an der Straße zum Cabo de Säo
Vicente) eine phantastische, von schroffen Felsen gerahmte
Badebucht. Weitere Strände in unmittelbarer Nähe des Ortes.
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