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    Portugal & Algarve

 

   

Maßgeblich an der Entdeckung der Weltmeere beteiligt sein sollte; von hier aus brach Gil Eanes 1434 zum Kap Bojador auf, hier landeten die portugiesischen Seefahrer Zucker, Gold und Elfenbein an. Weißes und schwarzes Elfenbein: Letzteres umschrieb beschönigend Sklaven aus Westafrika, die in Lagos feilgeboten wurden. Der erste Sklaven-

markt soll unter den Arkaden de!, jetzigen Zollamtes an der Nordostseite der Praa da Repüblica staugefunden haben. Schlechte Zeiten brachen im ausgehenden 16.1h. an. König Sebastiäo rüstete 1578 zu einem Feldzug gegen Marokko und blieb dort verschollen. Mit ihm der größte Teil seiner Truppen; denn von den 18 000 Kriegsteil nehmern kehrten nur wenige Dutzend zurück. Doch damit nicht genug des Unglücks. Nur neun Jahre später hinterließ die Piraterie des Sir Francis Drake beträchtliche Verwüstungen in der Stadt. Auch weiterhin blieb Lagos Zeuge mehrerer Seeschlachten an seinen Gestaden. Das zeitweilige Aus kam mit dem Erdbeben von 1755, das den Ort fast völlig zerstörte. Ein Jahr später mußte Lagos dann als Hauptstadt der Algarve zugunsten von Faro abdanken.

Besichtigung

Lagos zählt heute 15 000 Einwohner und hat viel Charme aus dem 18. Jh. hinüberretten können. Die über mehrere Hügel verteilte Altstadt macht einen gewachsenen, authentischen Eindruck; auf den ersten Blick jedenfalls. Denn die Millionen Touristen, die die Stadt besucht haben, hinterließen ihre

Spuren in Form von Restaurants, Bars, Cafs, Souvenirshops und Kiosks dort, wo früher Stehkneipen, kleine Handwerksbetriebe und Lädchen ihren Platz hatten. Fußgängerzonen, Geschäfte und Straßencafs, wohin man blickt. Etwas weiter aber die Hügel hinauf, wo das Gehen anfängt beschwerlich zu werden, haben sich ganze Viertel wenigstens als Wohn-, teilweise auch als Arbeitsbereiche erhalten. Nur wenige Meter von der in der Saison fast brodelnden Innenstadt findet man Ruhe und Beschaulichkeit. Im Gegensatz zu anderen Orten der Algarve lebt Lagos eben nicht ausschließlich vom Tourismus. Fischerei und Handel sind immer noch wichtige Einkommensquellen. Was Lagos allerdings mit allen Touristenzentren gemein hat, ist der Würgegriff aus Stahl und Beton, der die Stadt in erdrükkendem Halbkreis umschließt. Wer sich die Zeit nimmt herumzuschlendern, wird aber viele Ein-

drücke in sich aufnehmen und die Stadt mit all ihren Vorzügen genießen, zu denen die Sehenswürdigkeiten, die malerischen Strände und natürlich auch das große Unterhaltungsangebot gehören.

Die Fertigstellung der neuen Marina mt einigen hundert Liegeplätzen macht Lagos seit 1995 zu einem attraktiven Ziel auch für Segelfreunde. Für Jachten mit größerem Tiefgang wurde eigens eine Fahrrinne ausgebaggert.

Beim Spaziergang stößt man immer wieder auf die Befestigungsanlagen, die sich fast um die ganze Stadt ziehen. Römischen und arabischen Ursprungs, wurden sie in der heutigen Form im 16. Jh. von König Manuel I. und König Joäo III. fertiggestellt. Ein besonders schöner Blick auf die wuchtigen Mauern bietet sich vom Hafen aus. Hier

findet man auch die weit ins Wasser hinausgetragene Festung Ponta da Bandeira, die im 17. Jh. zum Schutz der Hafeneinfahrt errichtet worden war. Angesichts der immer wieder erfolgreichen Überfälle auf die Stadt meinen einheimische Spötter, daß es doch wohl eher ein Empfangsposten als eine Festung gewesen sei. Direkt an die Hafenpromenade, die Av. dos Descobrimentos, schließt sich die weitläufige Praca da Repüblica mit dem überlebensgroßen Standbild Heinrichs des Seefahrers an. Das zweistöckige, arkadengesäumte Gebäude an der Nordostseite des Platzes diente seit dem 15. Ih. als Sklavenmarkt. Es beherbergt heute das Zollamt. Vis ä vis die Misericördia-Kirche aus dem 16. Jh. mit einem Renaissance-Hauptportal. Über die Rua de Säo Goncalo erreicht man die Santo Antönio-Kirche, das Schmuckkästchen der Stadt, dessen barokkes Inneres herrlich überladen ist mit vergoldeten Schnitzereien und einem Sockel aus Azulejos des 18. Jh. In einem Nebengebäude ist das Regionalmuseum untergebracht. Volkskunst sowie archäologische und sakrale Ausstellungsstücke lohnen einen Besuch.

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