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Im Jahr
711 sollte sich alles zum Besseren wenden. Mit den Mauren
hielten nicht nur Kultur, Kunst und Wissenschaften, sondern
auch der Wohlstand Einzug. Die Araber nutzten die günstige
Lage Al Aschbunas — so hieß die Stadt nun — und seinen Hafen
für Handel und Fischerei. Neu entwickeltes Saatgut,bessere
Anbaumethoden und die Einführung einer effizienten Bewässerung
bescherten Lissabon ein reiches Hinterland. In der Stadt
blühten Gewerbe und Handwerk. Im 11. Jh. sah sich Al-Aschbuna
vermehrt den Angriffen christlicher Heere ausgesetzt. Der
Aufschwung stagnierte, und 1147 schließlich plünderten
Portugiesen, unterstützt von Kreuzfahrern aus aller Herren
Länder, ihre zukünftige Hauptstadt.
Als um
1250 die Mauren gänzlich aus Portugal vertrieben waren,
verlegte Dom Afonso III. den Hof von Coimbra nach Lissabon.
Die
Stadt am
Tejo blühte erneut als Handelsmetropole auf. Grund dafür war
zunächst die glückliche Lage auf halbem Weg zwischen den
beiden wichtigsten Handelsregionen der Zeit, Flandern und
Italien. Zwar hielten vor allem Genueser Kaufleute die
kommerziellen Fäden in den Händen, aber Lissabon prosperierte
zusehends durch eigene Handelsbeziehungen zu England und
Holland. Zudem war Afonso III. derartig vernarrt in die Stadt,
daß er seine königliche Schatulle weit öffnete, um für die
Krone alles zu erwerben und prächtig auszubauen.
Vasco da
Gama war es schließlich, der Lissabon zur reichsten Metropole
Europas machen sollte. Er
entdeckte
1498 den Seeweg nach Indien und schaltete damit Araber,
Türken, Venezianer und Genuesen als Zwischenhändler für die
heißbegehrten Waren des Orients aus. Gewürze, Perlen, Seide,
all das war in Lissabon plötzlich billiger und in größerer
Menge und Auswahl zu haben als sonstwo in Europa. Dom Manuel
I. (1495-1521) ließ die Stadt zu einer der prächtigsten
Metropolen der Welt ausbauen. Die spanische Fremdherrschaft
zwischen 1580 und 1640 setzte der dominierenden Stellung
Lissabons ein Ende; die Inquisition verbreitete Terror und
Schrecken.
In einer
Katastrophe, die die Welt erschütterte, fanden am Aller-
heiligentag des Jahres 1755 Zehntausende den Tod. Mehrere
Beben, eine gigantische Flutwelle und verheerende Brände, die
fast eine Woche lang wüteten, zerstörten das historische
Lissabon mit seinen Kirchen, Palästen und Villen. In einem
gewaltigen Kraftakt ließ der MarqLA de Pombal, Minister des
Königs lose, die Stadt auf einem geometrischen Grundriß wieder
errichten.
Am 25.
April 1974 steht Lissabon noch einmal ganz oben in den
Schlagzeilen. In einem nahezu unblutigen Putsch, der
>Nelkenrevolution<, beseitigen Offiziere der portugiesischen
Armee die dienst- älteste Diktatur Europas. Lissabon jubelt.
Erster Tag
Am
Vormittag bietet sich als erstes ein Rundgang durch die Alfama
und die Besichtigung des Castelo de Säo Jorge an: Der
pittoreske
Fischmarkt
in der engen Rua de Säo Pedro findet morgens statt, und ein
Spaziergang durch die steilen Gassen hinauf zur Burg kann in
der Nachmittagshitze zur schweißtreibenden Angelegenheit
werden.
Heute
steht Lissabon vor den schier unlösbaren Problemen der
Überbevölkerung, von Verfall und Verelendung, von
Verkehrsinfarkt und Luftverschmutzung. Ein positives Signal
zur Behebung von Umweltschäden wurde für die EXPO '98 gesetzt.
Im Nordosten Lissabons wurde für die Weltausstellung ein 330
Hektar großes Areal verfallener Industrieanlagen mit
schwerwiegender Bodenkontaminantion saniert und u.a. in ein
Wohn- und Freizeitgebiet mit viel Grün und kompletter
Infrastruktur umgewandelt.
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