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Lissabons Sehenswürdigkeiten verteilen sich geographisch auf zwei Schwerpunkte. Das Stadtzentrum selbst mit den Vierteln Alfama, Bairro Alto, Baixa, Gr.na und Rato und last, aber bestimmt nicht least, der westliche Vorort Beiern.

Die Alfama ist der älteste Stadtteil Lissabons, ein Arme-LeuteViertel mit steilen Gassen, engen Plätzen, Fischmärkten und kleinen Restaurants, gekrönt von der Burg Säo Jorge. Die Baixa oder Unterstadt ist das Pombalinische Lissabon, das der Marques de Pombal nach dem großen Erdbeben mit schnurgeraden, weiten Straßen erbauen ließ. Auch das Bairro Alto, die Oberstadt, ist ein ärmliches Viertel, das aber anders als die Alfama unaufhaltsam zu verfallen scheint. Am Rande des Bairro Alto liegt das (ehemalige) Künstlerviertel Chiado. Durch Rato läuft die Prachtstraße Avenida da Liberdade. Hier befindet sich auch der Botanische Garten. In Beldm stehen zwei der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons, beide im manuelinischen Stil: das Jerönimos-Kloster und der Torre de Beiern. Die Baudenkmäler von Beiern haben das verheerende Erdbeben fast unbeschadet überstanden.

Lissabon in zwei Tagen

Zwei Tage sind das Minimum, um einen flüchtigen Eindruck von Lissabon zu gewinnen. Ein wenig sputen müssen Sie sich dabei schon, denn einen der beiden Tage sollten Sie in Belem, jenem Vorort mit den einzigartigen Kunstschätzen, verbringen. Im folgenden werden keine festen Routen (ein kleiner Rundgang wird nur für die Alfama vorgeschlagen), sondern in erster Linie die Hauptsehenswürdigkeiten beschrieben. Lissabon ist überschaubar. Man verläuft sich nicht; entgegen oft gehörter Meinungen auch nicht im Gassenlabyrinth der Alfama. Die ist nämlich an zum Tejo hin abfallenden Hügeln gelegen. Das macht die Orientierung kinderleicht, und sollten Sie sich wirk-. lich einmal verlaufen haben, marschieren Sie einfach bergab. Die Alfama ist das älteste Viertel Lissabons, in dem sich bereits die Westgoten niederließen. Sein heutiger Charakter mit den verwinkelten engen Gassen erinnert aber eher an nordafrikanische Kasbahs, wie auch der Name die maurische Bezeichnung der Quellen widerspiegelt, die man hier vor mehr als tausend Jahren vorfand. Die Alfama ist ein ärmliches Viertel, in dem vor allem Fischer und (Hafen-)Arbeiter leben. Um so imponierender ist es zu sehen, wie seine Bewohner es mit ihren bescheidenen Mitteln liebens- und lebenswert gestalten. Die kleinen schmiedeeisernen Balkone leuchten im Blumenschmuck, unter den Dächern trällern Kanarienvögel in ihren Käfi

gen, hier wird eine Wand geweißt, dort eine Tür oder ein Fensterladen bunt gestrichen. Geschäfte und Handwerksbetriebe sorgen dafür, daß das Viertel fast autark ist. Gemeinschaft und nachbarschaftlicher Zusammenhalt werden groß geschrieben und finden ihren festiven Höhepunkt alljährlich in der Nacht auf den 13. Juni, wenn die Alfama anläßlich des Festes des hl. Antönio völlig Kopf steht .

Eine Elctrico (Straßenbahn) der Linien 3, 16 und 24 fährt zum Largo do Chafariz de Dentro. Wenn Sie den Abend noch nicht verplant haben, können Sie sich hier nach einem Fado-Lokal umsehen, an denen es in diesem Teil der Stadt nicht mangelt. Vorbei an der Remedios-Kapelle, ein Stück die Rua dos Remedios ostwärts, geht es linker Hand bergan über die Escadinhas de Santo Esteväo oder die Rua Santo Esteväo zum Largo de Santo Esteväo mit der gleichnamigen Kirche (18. Jh.) und einem sehenswerten azulejogeschmückten Brunnen. Links am südlichen Ende des Platzes, stößt man auf die schmalste Gasse der Alfama, den Beco do Carneiro. Ein ungläubiger Blick an den Häuserwänden empor zeigt, daß es enger nun wirklich nicht geht: Die schiefen Häuser berühren sich mit ihren Dächern. Leider gehört das an diesem Ort angebrachte Staunen vorübergehend der Vergangenheit an: die Gasse ist 1993 eingestürzt und befindet sich z. Z. in Rekonstruktion. Über den Beco de Mexias erreicht man wie

der den Largo do Chafariz de Dentro, der an seinem nordwestlichen Ende in die Rua de Säo Pedro führt. Hier wartet dann allmorgendlich der Fischmarkt mit seinen typischen Gerüchen, seinem lautstarken Handel und seinem bunten Gedränge.

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