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Sie werden
von Elefanten getragen, eine weitere Hommage an die neu
entdeckten Ländereien. Der Kreuzgang des Klosters aber ist das
eigentliche Juwel der Anlage. Hier haben die manuelinischen
Künstler ihre Phantasien wohl am üppigsten in den Jerönimos (Jerönimos-Kloster)
mit seiner Kirche Santa Maria. Weitgehend unzerstört durch das
Erdbeben von 1755, ist es das wertvollste und monumentalste
Beispiel manuelinischer Baukunst in der Stadt.
1502 wurde
mit dem Bau von Kloster und Kirche begonnen. Der im Grunde
gotische Bau wurde außen wie innen überaus reich mit
manuelinisch-verspieltem Schmuck versehen.
Stein
gehauen. Keine Säule, kein Bogen des zweistöckigen Kreuzganges
gleicht dem anderen. Der Dichter Fernando Pessoa wurde hier
beigesetzt, der Historiker Alexandre Herculano im Kapitelsaal.
Im ehemaligen Dormitorium ist heute das Nationalmuseum für
Archäologie und Ethnologie untergebracht. Nördlich schließt
sich das Marinemuseum und das Planetarium an .
Nicht am,
sondern eher im Tejo steht der Torre de Belem, Wahrzeichen
Lissabons und ein weiteres hervorragendes Beispiel des
manuelinischen Stils. Seine Linien sind nicht so leicht wie
die des Mosteiro dos Jerönimos, gleichwohl genauso harmonisch
und ebenso verspielt. Der Architekt Francisco de Arruda
arbeitete mehrere Jahre in Marokko, und so wundert es wenig,
daß viele maurische Elemente in die Fassade einflossen. Als
König Manuel den Turm erbauen ließ, stand er noch mitten im
Tejo. Heute kommt man trockenen Fußes an ihn heran, da der
Fluß seither seinen Lauf geändert hat. Über viele Jahre war
der Torre de Bel&ri nicht nur eine Festung zum Schutz der
Tejo-Einfahrt, sondern auch ein Gefängnis. Davon zeugen die
Verliese im Turmgewölbe. Einige Etagen höher, man durchquert
die Räumlichkeiten des Festungskommandanten und einen
Festsaal,
kann man —
35 m über dem Fluß — den Schiffsverkehr beobachten. Den
portugiesischen Seefahrern entbot der Turm Abschieds- und
Willkommensgruß, nach ihm sehnten sie sich in der Ferne.
Durch die
Parkanlagen am TejoUfer gelangt man Richtung Innenstadt —
vorbei am Museu de Arte Popular — zum Padräo dos
Descobrimentos (Denkmal der Entdeckungen). Diktator Salazar
ließ das gigantische Monument 1960 zum 500 Todestag Heinrichs
des Seefahrers und als Symbol der unvergänglichen Größe
Portugals errichten. Ganz vorn auf dem Bug einer riesigen
stilisierten Karavelle steht Heinrich der Seefahrer mit einem
Modell der von seiner Seefahrtschule entworfenen Karavelle in
der einen und einer Rolle mit nautischen Berechnungen in der
anderen Hand. Ihm folgen König Manuel 1., der Dichter Luis de
Camöes und andere Gelehrte, Geistliche und Künstler der
>goldenen Jahre>.
Über die
einladende Praca Afonso de Albuquerque, der Namensgeber war
zweiter Vizekönig von Indien, blickt man auf die altrosa
gestrichenen Wände des Paläcio de Belem aus dem Jahre 1700.
Die Wachen vor dem Tor deuten an, daß es drinnen auch heute
noch etwas Wertvolles zu schützen gilt: Hier residert der
portugiesische Staatspräsident. Im westlichen Flügel ist das
für jeden BeWm-Besucher obligatorische Kutschenmuseum
untergebracht 190). Die Calacla da Ajuda führt hinauf zum
Ajuda-Palast, der auf dem höchsten Punkt eines Hügels gelegen
ist. Wer den Bus (Nr. 14) dem Fußmarsch vorzieht, verpaßt
linker Hand eine Kaserne, deren Eingang mit Azulejos
geschmückt ist, die Panzer im Gefecht zeigen. Ein Trost: Die
Peinlichkeit darf nicht fotografiert werden. Ebenfalls links
befindet sich der Botanische Garten (Eintritt). Der Paläcio da
Ajuda liegt in einem verwilderten Areal hinter einer
langweiligen Fassade. Der Eindruck täuscht. Teile des
Ajuda-Palastes sind edel und verschwenderisch mit (Decken-)
Gemälden, Stuck, riesigen Lüstern, kostbaren Wandteppichen und
Möbeln ausgestattet. Sie werden heute für Staatsempfänge
genutzt (mittwochs geschlossen).
Dom Joäo
VI. gab den Palast 1802 in Auftrag. Er ist nie vollendet
worden. Dennoch logierte dort bis zum Jahre 1910 die
Königsfamilie.
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