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Allenfalls
Sintra und Mafra, in der unmittelbaren Umgebung von Lissabon,
werden im Rahmen von (Halb-) Tagesausflügen angeboten.
Immerhin bemüht sich die portugiesische Tourismusbehörde,
zunehmend Schlösser, Herrenhäuser, ehemalige Klöster und
Burgen zu Pousadas, staatlichen Gasthäusern, umzubauen und
damit das Landesinnere zu erschließen. Für den Massentourismus
kommen diese — zumeist sehr stilvollen — Herbergen nicht in
Betracht, da sie nur über wenige Zimmer verfügen und teilweise
stolze Übernachtungspreise verlangen. Im Gegensatz zum
spanischen Nachbarn setzte man in Portugal von Anfang an eher
auf gehobene Ansprüche. Zusätzlich begünstigt durch strikte
Bauverordnungen, errichtet man daher an den Küsten
weitläufige, überwiegend im neomaurischen Stil gehaltene
Appartementanlagen und luxuriöse Villensiedlungen. Mit wenigen
Ausnahmen konnte so eine >Benidormisierung< Portugals
verhindert werden.
Mit etwa 5
Mrd. US $ stellt der Tourismus heute die zweitwichtigste
Devisenquelle Portugals dar. Fast drei Viertel der jährlichen
Be
sucherzahlen entfallen auf Spanier, die überwiegend als
Tagesausflügler zum Shopping über die Grenze kommen. Engländer
haben Portugal als Reiseland entdeckt und stellen den größten
Teil der Urlauber, gefolgt von Deutschen, Franzosen,
Niederländern und Amerikanern. Die Engländer haben den
Urlaubsgebieten eindeutig ihren Stempel aufgedrückt (s. S.
130f.). Einige der luxuriösesten Villenparks sind in
britischer Hand, allerorten findet man Pubs und Snackbars, und
nirgendwo auf dem Kontinent sind englische Automarken so
verbreitet wie in Portugal.
Umweltprobleme
In
Portugals klaren Gebirgsbächen tummeln sich Forellen und
andere Fische; starke atlantische Meeresströmungen sorgen für
den raschen Austausch der Küstengewässer; die meisten
Fischerboote haben nur einen winzigen Motor; das Festland ist
zu 40 % mit Wald bedeckt; die Verkehrsdichte ist gering im
europäischen Vergleich: Portugal ist von landesweiten
Umweltschäden bislang verschont geblieben.
In
einzelnen Regionen hingegen ändert sich das Bild dramatisch.
In den großen Ballungsräumen von Porto und Lissabon entlassen
Fabriken ihre Abgase ungefiltert in den Himmel, petrochemische
Betriebe lassen ihre Abwässer ungeklärt in die Unterläufe der
Flüsse und ins Meer sickern. Während der Rush
hour wird
das Atmen in Lissabon und Porto zur Qual, oft genug hängt eine
graugelbe Dunstglocke über den Städten. Umweltbewußt- sein ist
teuer, und Portugal kann es sich nicht leisten. So behindert
kein TÜV die exotische Artenvielfalt der Fahrzeuge, die in
allen Stadien des Zerfalls über die Straßen knattern, kein
Katalysator bändigt die Abgaswolken der schlecht eingestellten
Motoren. Lediglich in den beiden Großstädten ist — bedingt
durch den sich dort langsam entwickelnden Mittelstand — eine
deutliche Verjüngung des Fahrzeugbestandes zu erkennen.
Die
Forstwirtschaft, eine der Wachstumsbranchen der
portugiesischen Wirtschaft, entwickelt sich zunehmend zum
größten Landschafts- und Umweltzerstörer. Seit man den
australischen Eukalyptus- baum als Rohstoff für die
Zelluloseindustrie entdeckt hat, werden immer mehr
Monokulturen mit dem schnell wachsenden Gehölz angelegt.
Willkürliche Rodungen und sogar Brandstiftungen in den Wäldern
führen zu einer explosionsartigen Verbreitung des Eukalyptus.
Sein schnelles Wachstum erreicht er durch einen überaus hohen
Wasserverbrauch. Als Folge sinkt in vielen Regionen bereits
der Grundwasserspiegel, Quellen trocknen aus. Das Ergebnis ist
ökologisch ebenso gefährlich wie ökonomisch. Die
Landwirtschaft ist in der Nähe von Eukalyptuskulturen bereits
beträchtlich in Mitleidenschaft gezogen.
Verkehr
Die Hauptverkehrsstraßen Portugals sind
ordentlich ausgebaut. Auf weniger frequentierten Strecken im
Landesinneren reiht sich jedoch mitunter Schlagloch an
Schlagloch. Nachts erfordern Tiere und unbeleuchtete Karren
erhöhte Aufmerksamkeit. Kurvenreiche und hügelige
Streckenführungen lassen nur eine geringe Reisegeschwindigkeit
zu.
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