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Dank der
außerordentlich günstigen klimatischen Verhältnisse und einer
gleichmäßigen Verteilung des Grundbesitzes ist aber absolute
Armut, wie im nördlich angrenzenden Alentejo, unbekannt. Ein
noch auf die Araber zurückgehendes Bewässerungssystem
ermöglicht trotz spärlicher Niederschläge reiche Ernten. An
der Algarve konzentrieren sich die Obst- und Gemüsekulturen.
Hier werden Zitrusfrüchte, Feigen, Tomaten, Äpfel und Mandeln
angebaut. Grundsätzlich ist an der Algarve ein ganzjähriger
Anbau und damit ein Ansteigen von Produktivität und Einkommen
möglich. Dafür notwendige Gewächshäuser und Abdeckplanen
erfordern aber einen hohen Kapitaleinsatz, der von den Bauern
nicht geleistet werden kann. Seit 1986 stellt die EG (EU)
Mittel bereit, um die Fläche für den Winteranbau zu
verdoppeln. Ein positiver Nebeneffekt dieser Anstrengungen
wäre die Schaffung von neuen, vergleichsweise gut bezahlten
Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft.
Wenig
Unterstützung erhält die Fischerei , die einen rückläufigen
Trend aufweist. Die Zentren des Fischfangs und der
fischverarbeitenden Industrie liegen in Portimäo, Olhäo und
Vila Real de Santo Antönio.
Staat und
Verwaltung
Regierung
und Parteien
Portugal
ist eine parlamentarisch- demokratische Republik, deren
Verfassung von 1976 in Artikel 1 »den Übergang zu einer
klassenlosen Gesellschaft anstrebt«. Artikel 3 erklärte die
Streitkräftebewegung Movimento das Folvas Armadas (MFA) zum
Hüter des revolutionären Prozesses. Agrarreformen und
Verstaatlichungen wurden durch die Verfassung ebenso geschützt
wie die Grundrechte auf Arbeit, Streik, Bildung und Wohnung.
Im Rahmen einer Verfassungsänderung schaffte man 1982 den
Revolutionsrat ab. Am 24. Mai 1989 wurden das Ziel einer
klassenlosen Gesellschaft sowie die Unumkehrbarkeit von
Verstaatlichungen und Agrarreform gestrichen.
Das
portugiesische Parlament hat 225 Sitze. Die Abgeordneten
werden für vier Jahre gewählt. Zahlreiche Regierungskrisen
haben die Legislaturperioden jedoch immer wieder verkürzt.
Regierungschef wurde 1985, 1987 und 1991 Anibal Cavaco Silva
von der Sozialdemokratischen Partei (PSD).
Das
Staatsoberhaupt, der Präsident der Republik, wird für eine
Amtsdauer von fünf Jahren direkt vom Volk gewählt. Mit Märio
Soares wurde 1986 zum ersten Mal ein Zivilist portugiesisches
Staatsoberhaupt. Der Staatspräsident hat weitgehende
Vollmachten: Er kann
die
Regierung und das Parlament auflösen und besitzt ein
Vetorecht.
Stärkste
Partei wird ab 1987 die bürgerlich-liberale
Sozialdemokratische Partei (PPD/PSD), die bei den Wahlen von
1991 mit 50,43 % ihre Position behaupten kann. Die
sozialdemokratisch orientierte PS erreicht 29,25 %. Die
Kommunistische Partei (PCP) kann in einem Bündnis mit linken
und grünen Gruppen (Coliga0o Democrätica Unität-la, CDU) nur
8,84 % verbuchen. Die Christdemokraten (CDS) erhalten 4,39 %
(1985 noch 10 %).
Die
Parlamentswahlen vom 1. Oktober erbringen erdrutschartige
Veränderungen. Die Partido Socialista (PS) wird mit 43,76 %
stärkste Partei und bricht die absolute Mehrheit der
sozialdemokratischen PSD (34,12 %). Die christdemokratische
CDS kann ihren Stimmenanteil auf 9,05 % mehr als verdoppeln.
Nahezu unverändert behaupten sich die linksgerichteten Gruppen
der CDU bei 8,57 `)/..
Sieger der
Präsidentschaftswahlen am 14. Januar 1996 wird erwartungsgemäß
Jorge Sampaio vor Anibal Cavaco Silva mit 53,8 %. Sampaio
tritt die Nachfolge von Mario Soares an, der nicht mehr
kandidierte.
Verwaltung
Das portugiesische Festland zerfällt in 18
Distrikte (Distritos), die jeweils die Namen ihrer Hauptstädte
tragen. Sie wiederum unterteilen sich in Bezirke (Concelhos).
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